Archiv für die Kategorie ‘Alltag’

Letzte Abtastungen

phono2mp3 1 Letzte AbtastungenLetztens sah ich im Keller wieder den Karton mit den alten Schallplatten. Mitglieder der jüngeren Generation, die sich mit laut Musik abspielenden Handys in der Fußgängerzone lächerlich machen und dabei glauben, sie wären cool, werden diesen Typ der Musikkonserven vermutlich nicht mehr kennen und die dünnen, schwarzen Scheiben bestenfalls für moderne Pizzateller halten. Wer genauer hinschaut sieht vielleicht die Rille – ja, es gibt nur eine – die ein Tonabnehmer abtastet, um damit Ohren zu erfreuen.

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Rolltec goes Oventrop

rolltec fbh verteiler1 Rolltec goes OventropWenn ich mir anschaue, wieviel Besucher über die Suche auf meinen ersten Rolltec-Artikel stossen, scheint es so einige zu geben, die eine Fußbodenheizung von diesem Hersteller haben und nach dem Verschwinden des Herstellers Ersatzteile suchen. Soviel zur Motivation für diesen Beitrag.

Vor einiger Zeit hatte sich wieder einmal ein Stellmotor am Fußbodenheizungsverteiler in die ewigen Jagdgründe verabschiedet. Der Ausfall fiel auf, weil es in der Wohnung kälter wurde. Kälter wurde es, weil die Heizung ausgefallen war. Um es etwas genauer zu formulieren: die Sicherung war draussen. Eine Sicherung macht dies nicht ohne Grund: der Stellmotor hatte einen Kurzschluss verursacht. So hatte jede Wirkung ihre Ursache.

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Datenreduzierung beim Handy

Letztens stand ich abends in der Schlange beim Burger King im hannoverschen Hauptbahnhof. Die beiden Bedienungen waren etwas überfordert und die Schlangen wurden länger und länger. Während hinter der Theke nichts geschah, was irgendwie die gefühlte Wartezeit verkürzt hätte, boten die sprachlichen Einlagen des Pärchens hinter mir durchaus Kurzweil. Einzelne Wortfetzen, die ohne die sonst üblichen semantischen Strukturen an mein Ohr drangen, weckten automatisch mein Interesse.

“Ich bin Burger King!”

brüllte der dunkelhaarige Typ hinter mir in sein Handy, so dass ich fast geneigt war ihn darauf hinzuweisen, dass bei der digitalen Sprachübertragung auch über größere Entfernungen keine Lautstärkeverluste zu beklagen sind. Offensichtlich war der gewählte Satzbau noch zu komplex, um vom Gesprächspartner verstanden zu werden, er wiederholte jedenfalls – während seine weibliche Begleitung ohne Atempause die Information, dass sie volljährig geworden war, in ihr Handy kicherte und gackerte – seine Informationsübermittlung:

“Ich Burger King!”

Die kürzere Sprachform ist unter Anwendung der simplen Logik, dass eine Filiale nicht sprechen kann, immer noch relativ eindeutig: es handelt sich weiterhin um eine Ortsangabe. Letztendlich war diese Logik auch beim ersten Satz schon nötig, dass ‘bin’ damit offensichtlich unnötig.

Morgens, in der Nacht

Kurz nach sieben Uhr, rund eine Stunde nachdem mich der Wecker aus dem Schlaf gerissen hat: Bern liegt noch in der Morgendämmerung, näher an der Nacht als am Tag. Auch wenn die Temperaturen frühherbstlich sind, die Dunkelheit erinnert an die kommenden Wintertage. Um mich herum bewegt sich alles sehr langsam, wie im Zeitraffer, selbst für Berner Verhältnisse. Liegt vielleicht nicht an dem um mich herum, sondern an mir und dem fehlenden Kaffee. Nicht meine Zeit.

Die Qual der Wahl im digitalen Megapixelwahn

“Life is a journey”, sage ich immer. Ich meine das gar nicht negativ, ich reise gerne. Neue Menschen treten ins Leben, von anderen verabschiedet man sich. Mit den Dingen ist es ähnlich. Vor wenigen Wochen hat sich meine treue Canon PowerShot S1 IS, mit der ich praktisch alle Fotos in diesem Blog gemacht habe, aus dem funktionalen Leben verabschiedet. Ihr Tod deutete sich durch Farbstiche und eine nachlassende Dynamik an. Signale, die ich wochenlang zwar gemerkt hatte, die aber die Automatismen von GIMP mehr oder minder gut ausgleichen konnten. Irgendwann war es so weit: sie macht zwar noch Bilder, die violetten und gestreiften Farbschleier haben aber nur noch wenig Bezug zum Motiv.

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