Am letzten Dienstag war es endlich so weit: Nightwish gibt ein Konzert in Hannover und ich bin dabei. Wer mich heute nach meiner Lieblingsgruppe befragt, wird als erste Antwort meine Standardantwort hören, nämlich dass ich diese “Lieblings-” und “Beste”-Fragen für blödsinnig halte, als zweite Antwort Nightwish. Leider bin ich erst auf die Gruppe gestoßen als die Phase mit Tarja Turunen zu Ende ging und sich die Band von der Sängerin löste (in meinen Augen nicht unbedingt auf einem Weg, den ich als fair oder reif bezeichnen würde, aber nun gut). Wenn es damals noch ein “Last concert in Finland” gegeben hätte, ich hätte mich vermutlich in den Flieger gesetzt.
Gab es nicht, somit blieb wenigstens das Geld in meiner asymmetrischen Gezeitenkasse (am Monatsanfang etwas Flut, zum Monatsende starke Ebbe). Offen gestanden war ich mir auch nicht sicher, ob Nightwish noch einmal eine Wiedergeburt erleben würde. Die geschulte Stimme von Tarja Tarunen ist derart markant, dass viele diese eine Stimme vermutlich auf immer und ewig mit dieser Band verbinden werden. Eine Nachfolgerin, die einfach nur in die Fußstapfen getreten wäre, wäre in diesen vermutlich versunken. Das Erbe war und ist jedenfalls schwer.
Mit dem ‘Dark Passion Play’ Album meldete sich Nightwish letztes Jahr zurück. Mit der neuen Sängerin kam ein neue Ausrichtung, mit dem Weggang von Tarjas Stimme verschwand auch die epische, klassische Note, die bislang das Markenzeichen von Nightwish war. Anders heißt nicht schlecht: das ‘Dark Passion Play’ Album empfand ich durchaus als sehr variantenreich, mir gefiel es. Ende letzten Jahres sah ich auf der Suche nach einem anderen Konzert, dass Nightwish nach Hannover kommt – für die wenigen Mausklicks bis zum Abschluss der Ticketbestellung übernahm mein Unterbewusstsein verzögerungsfrei die Zwangssteuerung.
(more…)