Fränkische Croissants
Letztens genoss ich bei Gutmann am Dutzendteich in Nürnberg ein großes Seefrühstück. Das Frühstück ist sehr reichhaltig: zu einem Johgurt mit Obst und einem Teller Rührei gesellt sich ein Teller mit Wurst, Käse, Nutella, Marmelade Honig, Butter und natürlich ein Brotkorb. In letzterem befinden sich nicht nur Brötchen, sondern auch ein Bamberger.
Das Ding sah aus wie ein Croissant, schmeckte wie ein (deutsches) Croissant, hieß aber Bamberger. Ich fragte mich, warum die Franken für ein französisches Gebäck, dessen Bezeichnung international geläufig ist, einen neuen Namen verwenden? Gefällt den Franken der Name „Croissant“ nicht? Ich fragte mich, was ein Franke macht, wenn er eine französische Frau kennen lernt? Sagt er dann auch “Du, ich nenne dich Anneliese, dein Name Josefine gefällt mir nicht?” Das wäre jedenfalls keine gute Basis, nehme ich zumindest an.
Ich kam zu dem Schluss, dass vermutlich der französische Name für Franken zu schwer auszusprechen ist. Das „Cr“ am Anfang läßt sich schlecht mit einem weichen ‘g’ aussprechen, auch das harte ‘g’, dass der Rest der deutschsprachigen als ‘k’ kennt, passt nicht. Und da kein Mensch versteht, was ein Franke meint, wenn er im Bäcker ein „Groissant“ will, nennt er das Ding halt Bamberger.

Die Gegensätze in Berlin kommen mir immer wieder wie ein mentaler Saunagang vor. Auf der einen Seite ein Einkaufscenter mit gediegener Atmosphäre wie z.B. am Potsdamer Platz, direkt daneben protzt das Sony Center mit moderner, aufwendiger und verschwenderisch wirkender Architektur. Zahlreiche Cafés, in denen der Kaffee mit einem kleinen Stück Kuchen 5 bis 6 EUR kostet. An diesen Flecken neuzeitlicher Schöpfungen könnte ich den Eindruck bekommen, dass es allen gut geht.
Berlin-Friedrichstraße, irgendwo in dem S-Bahnhof. Ich betrat einen der Läden, da schlug mir die vor mir gehende Frau die Eingangstür vor der Nase zu. Da Nase mehr weh tut als Hand, hielt ich letztere nach vorne und fing die Tür ab. Sie sah es, erschrak und das Wort ‘Unnskyld’ kam über ihre Lippen – das mir inzwischen bekannte norwegische Wort für ‘Entschuldigung’.
Ich bin gerne in Berlin, leider viel zu selten. Diesmal war ich zu einer Zeit in Berlin, in der die „60 Jahre Bundesrepublik“ Feier lief. Ich war anlässlich eines Motorrad Sicherheitstrainings in der Stadt und kam erst kurz nach 22 Uhr in der Innenstadt an, da war die Party schon zu Ende. Selten, dass in Berlin etwas um 22 Uhr endet – meistens beginnt der Abend da doch erst. Nach Musik und Party war mir an dem Abend nicht mehr, Kopf und Körper sehnten sich nach etwas Ruhe.