Archiv für die Kategorie ‘Reisen’

Shopping im Berufsverkehr

rio streetshopping Shopping im Berufsverkehr Rio, im Taxi auf dem Weg ins Hotel. Vier Spuren gen Süden, vier in nördlicher Richtung, keine leer. Schwüle 29 Grad draussen, gefühlte 18 Grad im Wagen. Ich mag keine Klimaanlagen, hier vielleicht doch. Aus den Lautsprechern schallt Musik aus den 80er Jahren, mit 96 kbps kodierte MP3s.

Autos, die plötzlich die Fahrspur wechseln und dem mit einer Wagenlänge Abstand folgenden Taxi, deren Fahrerin nebenbei munter das Handy bedient, im letzten Augenblick den Blick auf die stehende Schlange frei geben. Moppeds mit Funzellicht hinten und mit ohne Licht vorne, die sich hupend und mit einer Mischung aus Geschick und Furchtlosigkeit durch den Verkehr schwingen. Alle paar Minuten quetscht sich ein laut tönender Notarztwagen durch.

Aber das ist alles nichts im Vergleich zu den mit Taschen behangenen Typen in T-Shirts, die zwischen den Spuren stehen, um kurzzeitige Stillstände im Verkehr zum Verkauf ihrer Waren zu nutzen.

Buschtaxi-Treffen 2009

btt2009 1 Buschtaxi Treffen 2009Mein Interesse an Fernreisemobilen hatte ich ja schon gestanden. Am zweiten September-Wochenende fand in Buseck-Beuern, etwas nordöstlich von Giessen, das jährliche Buschtaxi-Treffen statt. Als Buschtaxi werden die äußerst robusten und zuverlässigen Toyota Landcruiser der „Heavy Duty”-Reihe bezeichnet, wie sie z.B. in Afrika zum Einsatz kommen. Zwar war mir bewusst, dass sich auf dem Buschtaxi-Treffen auch viele Leute rumtreiben, die ihren Toyota Allradler nur in der Sandkuhle am Ortsrand bewegen – einige ausgebaute HZJ78 erwartete ich aber schon.

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Eindrücke von der Abenteuer und Allrad

abenteuer allrad 2009 ticket Eindrücke von der Abenteuer und AllradIch spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mir irgendwann ein Fernreisemobil zuzulegen. Damit meine ich ein weitgehend autarkes und geländetaugliches Fahrzeug, dass nicht mit Elektronik vollgestopft ist und in der Sahara genauso gut funktioniert wie auf den Hochebenen Nepals. Ein Fahrzeug, das genügend Platz bietet, zwei Schlafplätze im Aufstelldach und mit einem Innenausbau einschließlich Trinkwasseraufbereitung auch Reisen in Länder ermöglicht, deren Infrastruktur weit unterhalb des europäischen Standards liegt. Eine verrückte Idee, die irgendwann wieder verschwindet, dachte ich mal – tut sie bislang aber nicht.

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71° 10′ 21″

n2009 globus 71° 10 21“If you don’t follow your dreams, you might as well be a vegetable”, sagte Burt Munro einmal, und fuhr einfach los.

Einer meiner Träume war es, mit dem Motorrad irgendwann einmal zum Nordkap zu fahren. Alleine. Rechts der Gasgriff, hinter mir ein Zelt, über mir der Himmel. Wer etwas irgendwann macht, macht es womöglich nie, schrieb ich selbst einmal, und fuhr Mitte Juni los.

23 Tage, gut 8.200 Kilometer, ungezählte Begegnungen und ein Tagebuch voll mit Erinnerungen – geschrieben in der Furcht, der Kopf könnte ohne etwas Hilfe platzen. Jetzt bin ich wieder hier und doch noch dort – nicht selten war es andersrum.

Ob und in welcher Form ich berichte, weiß ich noch nicht. Nachts, wenn die Busse und Wohnmobile wieder weg sind, dort oben alleine am Geländer hinter dem Globus zu stehen, am nördlichen Ende der europäischen Kontinentalplatte, den kalten Wind im Gesicht zu spüren und über die endlose Weite des arktischen Meers zu schauen – wie soll ich das in Worte fassen?

Zwei Arschlöcher, ein Handy und die Bombe

fliegen Zwei Arschlöcher, ein Handy und die BombeLetztens, im Airbus A319 auf dem Flughafen Zürich: Wir standen in der Warteschlange vor der Startbahn und näherten uns langsam der Pole Position. Im Flugzeug war die Innenbeleuchtung bereits abgedunkelt, vereinzelt eingeschaltete Leselampen an der Unterseite der Gepäckablage erhellten den Lesestoff, den der eine oder die andere in den Händen hielt. Die Lampe schräg über mir warf ihr Licht auf die Begriffserklärungen am Anfang eines Buchs über IT-Unternehmensarchitektur, das zwar prinzipiell nicht uninteressant war, aber keineswegs mit einem guten Thriller von Minette Walters oder Ian Rankin mithalten konnte.

Trotzdem war ich in das Buch vertieft, als aus den Lautsprechern, die sich in direkter Nähe der Leselampen befanden, eine Stimme durch die Stille schallte: „Bitte setzen Sie sich hin“. Ich war kurz irritiert, saßen wir – wenn ich die Summe aus Fluggästen und Bordpersonal als wir bezeichnen darf – doch schon seit einigen Minuten angeschnallt auf unseren Sitzen. „Bitte setzen Sie sich sofort hin“, die Stimme schallte erneut durch das Flugzeug. Ich saß relativ weit vorne und wie üblich am Gang. Ich drehte mich um und sah den Gang entlang nach hinten.

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