Archiv für die Kategorie ‘Erotik & Sex’

Sophie Andresky klare Worte

Mein heimliches Auge, Band XXIIch blättere immer wieder gerne lesend oder schauend in den erotischen Jahrbüchern, über die ich hier schon schrieb. Lust ist sehr individuell, erlaubt ist was beiden gefällt – oder für Freunde des Rudelbumsens von mir aus auch allen Beteiligten. Dem trägt kaum ein Werk so sehr Rechnung wie das Jahrbuch. Beim Stöbern stoße ich daher auf die unterschiedlichsten Beiträge, die das Spektrum von hoch-erotisch bis abschreckend abdecken. Auch der Schreibstil variiert stark, von verkrampft gekünstelt bis herzerfrischend und höchst humorvoll ist alles dabei.

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Abwrackprämie für Vibratoren

verschrottungspraemie Abwrackprämie für VibratorenNeun Jahre muss das Auto als sein und 12 Monate auf den Besitzer zugelassen, damit er die Umweltprämie, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Abwrackprämie bezeichnet, in Anspruch nehmen kann. Ob und wieviel damit für die Umwelt getan wird ist hier schwer beurteilbar: die Kommentare aus den verschiedenen Lagern dienen vor allem der Profilierung der eigenen Ideologien als dass sie die Kriterien einer sachlichen Betrachtung erfüllen.

Während die Autoindustrie die Bedeutung des Begriffs “Unternehmen” zumindest teilweise aus den Augen verloren hat und in Zeiten der Globalisierung und Raffgier nach staatlicher Hilfe jammert, machen andere Unternehmen das, was man eigentlich erwartet: sie unternehmen etwas. So bietet der österreichische ‘Lust und Liebe’ Versand eine Verschrottungsprämie für alte Vibratoren. Acht Millionen Vibratoren soll es alleine in deutschen Haushalten geben, die die Prämie auch in Anspruch nehmen können.

Im Gegensatz zur Umweltprämie für Autos spielt das Alter des Vibrators keine Rolle; es wird auch nicht geprüft, ob der Vorbesitzer dem neuen entspricht. Unter gesundheitlichen Aspekten empfiehlt sich ein Austausch für Besitzer von alten PVC Vibratoren, deren Weichmacher als gesundheitsschädlich gelten. Im Übrigen tut etwas Abwechslung im Bett ja auch ganz gut und wenn man schon nicht den Partner wechselt, für dessen Penetrationsorgan es keine Verschrottungsprämie gibt, dann vielleicht wenigstens das Spielzeug. Interessenten finden das Antragsformular für die Prämie hier.

Feigenblatt-Lesung im Liebhabereien

Erotikgeschäft Liebhabereien in HannoverIn Hannovers Erotikladen Liebhabereien lasen am Donnerstag Abend Wiebke Eymess und Herbert Braun selbstgeschriebene erotische Geschichten. Beide schreiben für das erotische Kulturmagazin Feigenblatt. Rund 20 Gäste hatten sich auf weißen Plastikstühlen im vorderen Geschäftsraum eingefunden und lauschten entsprechend der von Wiebke zitierten Weisheit “Lesen und Schreiben ist billiger Sex, Vorlesen und Zuhören aber ist Liebe” den beiden Autoren und in den Pausen Sebastian Benedikt, der kurze Liebeslieder auf der Gitarre sang.

Herbert Braun war, wie er ohne Widerspruch aus dem Publikum meinte, für das Fleischliche zuständig. Seine beiden Hauptgeschichten waren jeweils sehr real. Die erste war eine Premiere, deren Veröffentlichung noch bevorstand. Sie handelt von den sexuellen Erinnerungen eines Mannes an eine ehemalige Freundin, während er mit seiner Frau einen Spaziergang macht. Sie wurde durch eine Spur von Traurigkeit begleitet und erfreut mit einem aus meiner Sicht schönen und durchaus realistischem Ende. Die zweite Geschichte glitt teilweise in eine fast schon ekstatische Traumsequenz am Strand ab, in der sich ein Mann mit zwei Frauen wie in Trance vergnügt. Fast jeder Mann dürfte sich dies zwar wünschen, aber die wenigsten vermutlich je erleben.

Die Geschichten von Wiebke Eymess hatten für mich eine etwas abstraktere Note. Ich empfand sie als etwas kühler, distanzierter als die von Herbert Braun, sie machten aber auch etwas nachdenklicher und hatten damit abseits des erhörten Genuss eine längere Nachwirkung. Ihre Geschichten haben wir später in der spanischen Bar Celona dementsprechend auch etwas länger interpretiert. Insbesondere ihre erste Geschichte, von der Frau die “den Sex verlernt hat” und nun mit Gefühlen konfrontiert wird, gefiel der Frau an meiner Seite sehr gut.

Es war meine zweite Lesung im Liebhabereien. Wie beim ersten Mal gefiel mir die nette Atmosphäre mit den Regalen mit stramm stehenden Dildos und Vibratoren im Rücken der Autoren und den nur durch eine Auslage mit Vampir-Lederkorsett, Handschellen und anderem Spielzeug von der freien Einblick erlaubenden Schaufensterscheibe getrennten Gästen. In den Pausen bummelten die Gäste durch den kleinen Laden. Stoffe wurden befühlt, Duftöle berochen, Dildos betrachtet und Vibratoren in der Handfläche beurteilt. Dazu gab es Gespräche über das Feigenblatt und erotischer Kunst im Allgemeinen.

11. Erotischer Salon in Berlin

Sodaclub in der Kulturbrauerei in BerlinAnlaß für meinen Berlin-Besuch vor zwei Wochen war wie beim letzten Mal der Besuch des Erotischen Salons. Die einleitenden Worte erspare ich mir, etwas mehr Hintergründe gibt es in meinem Posting zum 10. Erotischen Salon. Dieses Mal war ich etwas eher im Soda Club und konnte mir einen Stuhl mit direktem Blick auf die Bühne ergattern – wieder an der Theke, um die Versorgung sicherzustellen.

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10. Erotischer Salon in Berlin

Sodaclub in der Kulturbrauerei in BerlinJetzt habe ich zwar schon viel über meinen Besuch in Berlin geschrieben, nur über den eigentlichen Grund für den Besuch noch nicht. Ich bin im Herbst letzten Jahres über das Feigenblatt-Magazin auf den Erotischen Salon gestoßen, eine Talkshow rund um die Themen Erotik und Sexualität. Die Berichte über die Talkshows klangen interessant, das Hotel in Berlin für den Februar-Termin war schnell gebucht.

Die Talkshow wird von Silke Maschinger und Enno E. Peter moderiert. Beide beschäftigen sich wenig überraschend auch abseits der Talkshow mit den Themen Erotik und Sexualität. Während Frau Maschinger unter dem Titel Coaching für mehr Lust im Leben beratend tätig ist, betätigt sich Herr Peter neben der Marketingberatung auch als Mitherausgeber von Erosa, einem Online-Magazin für erotische Literatur.

Der 10. Salon fand wieder im Soda-Club in der Kulturbrauerei statt. Im Erdgeschoß befindet sich ein Raum mit vielleicht 100 Sitzplätzen und einer kleinen Bühne. Wie bei vielen anderen Kleinkunstbühnen auch ist eine kleine Theke vorhanden und alles sehr einfach, aber gemütlich gehalten. Vor der Bühne standen einige Stuhlreihen, ich konnte mir noch einen Barhocker direkt an der Theke ergattern. Auf der kleinen Bühne standen drei Sessel, die Atmosphäre war durch und durch stimmig.

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