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Kunstfreiheit und Jugendschutz

Es kommt selten vor, dass ich einfach nur auf einen anderen Artikel verweise. Selten heißt nicht nie. Eine sicher spitzzüngige, aber trotzdem aus meiner Sicht fundierte und lesenswerte Auseinandersetzung mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, kurz BPjM, findet sich auf Telepolis:

TP: Böse Filme zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz

Über die Freiheit

Ich will alles und sofort, der Slogan unserer Zeit. Wer möchte es nicht und eigentlich wollten wir das ja schon immer. Schon damals, in der Sandkiste oder in der Spielzeugabteilung des Kaufhauses. Heute geht es nicht mehr um das Spielzeug. Um Symbole geht es, Statusymbole, Produkte die ‘in’ sind. Und um die Freiheit geht es, die Freiheit alles zu tun – und dabei natürlich voll abgesichert sein. Den puren Hedonismus als Lebensphilosophie propagieren, je purer desto besser. Wieso Rücksicht auf andere, wenn man schon mit sich selbst kaum noch klar kommt. Für manche Kluft zwischen Selbstbild und Fremdbild gibt es noch keine Brückentechnik.

Freiheit. Die Freiheit alles zu tun. Eines meiner Lieblingszitate stammt aus dem Film Fight Club: ‘It’s only after we’ve lost everything that we’re free to do anything’ – viel Wahrheit in wenigen Worten. Dumm, dass die endlose Freiheit erst dann eintreten soll, wenn wir nichts mehr haben, wo wir doch alles wollten. In der Jagd von einer Freiheit zur nächsten scheint manch einer zu vergessen, dass die Freiheit auch die Freiheit einschließt, ‘nein’ zu sagen, zu verzichten – und nicht nur dann, wenn sich zwei Sachen gegenseitig ausschließen.

Knifflige Entscheidungen

Es gibt immer wieder Situationen, in denen eine clevere Entscheidung gefragt ist. Bekannt ist vielleicht die Situation, dass man mit einem Auto an einer abseits gelegenen Bushaltestelle vorbei kommt und dort seinen Freund sieht, dem man viel zu verdanken hat. Ausserdem steht dort noch eine alte Frau, die dringend zum Arzt muss und eine bildhübsche Frau, dessen Verstand sich in ihren Augen spiegelt. Was tun, wenn man nur einen Zweisitzer fährt, der letzte Bus vor der Nacht ausgefallen ist und am Himmel dunkle Wolken aufziehen und die ersten Tropfen bereits fallen? Dem Freund den Schlüssel geben und ihn bitten, die alte Frau zum Arzt zu bringen, damit man mit der anderen am Beginn der einbrechenden Nacht endlich alleine ist, wäre vermutlich nicht die dümmste Lösung.

Die eben beschriebene Situation war fiktiv, die folgende ist es nicht. Ein Moderator einer Fernsehsendung hielt Männern in der Stadt das Mikrofon unter die Nase und bot ihnen an, dass sie entweder 30 Minuten einen Aston Martin fahren – das Auto aus den letzten James Bond Filmen – oder mit zwei Bond Girls eine Nacht durch die Stadt ziehen können.

http://www.youtube.com/watch?v=E1gPCU-FVKM

Die Argumentation des Moderators am Schluss ist vermutlich auch nicht die dümmste Lösung…

Bilder vom Iran

This photo was taken by Asana Mashouf (Creative Commons-Lizenz, Wikipedia-de)Mir ist durchaus bewusst, dass sich die Neutralität der Berichterstattung in vielen Medien den Umsatzerwartungen der Eigentümer unterordnen muss. Trotzdem finde ich es immer wieder verblüffend, wie sehr sich z.B. das Bild vom Iran, das sich in meinem Kopf im Laufe der Zeit durch die Medien entwickelt hat, von dem Bild unterscheidet, das Leute zeichnen, die in das Land gereist sind. Nun könnte natürlich auch die Neutralität der Reisenden in Frage gestellt werden – in den persönlichen Kontakten schließe ich aber zumindest extremistische und antiwestliche Einstellungen aus.

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Fiktive Verluste am Telefon

Die Tragweite der folgenden Beichte können vermutlich nur Niedersachsen und Menschen, die in Radioempfangsweite leben, erahnen: ich höre ab und an Hit Radio Antenne. Mit meinen gut 40 Jahren dürfte ich zwar durchaus zu dem vermutlichen Zielpublikum der Marke “Der interessante Teil des Lebens liegt hinter mir, jetzt wird für die Rente gespart!” gehören – der eigentliche Grund ist aber der vergleichsweise gute Verkehrsfunk, der mich vor Staus auf dem Arbeitsweg warnt. Das Musikspektrum ist dabei durchaus akzeptabel, wenn auch selten so gut wie die während der vor Schmalz triefenden Eigenwerbung angespielten Stücke.

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