Archiv für das Jahr 2006

Casino Royale in der Spätvorstellung

casino royale Casino Royale in der SpätvorstellungDank einer recht brauchbaren Heimkino-Anlage, in der grundsätzlich nur noch ein Beamer fehlt (und dafür fehlt wiederrum das Geld), bin ich relativ selten im Kino. Freitag nacht war es aber wieder einmal soweit – wir waren in der Spätvorstellung des neuen Bond ‘Casino Royale’ im Braunschweiger Cinemaxx. Auffällig für den Freitag abend vor Weihnachten: die Stadt war relativ leer, kein Vergleich mit anderen Freitagen. Im Cinemaxx waren bis auf die Kasse an der Information alle anderen zu, das Cinemaxx wirkte fast wie ausgestorben. Angesichts eines “Normalpreises” von 10,20 EUR (Loge) kam ich etwas ins Stutzen – mir lag die Frage, ob da ein Blowjob inbegriffen ist auf der Zunge – um irritierende Blicke der Frau an meiner Seite zu vermeiden, habe ich mir die Frage aber geschenkt.

Laut der Website sollte der Film um 22:30 Uhr beginnen, laut dem Flyer in der Cocktailbar, aus der wir kamen, um 22:45 Uhr. Gegen 23 Uhr kam dann jemand in den Saal, entschuldigte sich für die Verspätung und meinte, sie würden jetzt den Film einlegen, dafür ohne Werbung. Werbung gab es dann trotzdem, allerdings zugegebenmassen sehr kompakt. Gegen halb-zwei war der Spass zu Ende, dass etwas verwaschene Bild wurde durch einen etwas verwaschenen Abspann ersetzt und ich konnte mich den (guten) Kritiken anschliessen.

Wer bislang in einen Bond geht, bekam keinen Tiefgang, dafür humorvolle Action genannt. Der neue Bond ist etwas anders. Er ist härter, emotionsloser – ein Killertyp, dessen Gefühlskälte sich nicht sehr viel von der seiner Kontrahenten unterscheidet. Sein Humor ist spitzer, sarkastischer, für das ausgiebige Vernaschen von hübschen Frauen hat er weniger Muße. Die Story ist deutlich realistischer als bisherige Bonds, die Darstellung deutlich brutaler. Wer auf “softe Action” steht, wird sich damit vielleicht nicht anfreunden können, mir hat der Bond im “Kostüm der Neuzeit” gefallen.

Schön böse – Wiglaf Droste in den Vier Linden

wiglaf droste Schön böse   Wiglaf Droste in den Vier LindenIch habe irgendwann einmal gelesen, dass gutes Kabarett böse sein muss, so richtig böse. Wenn das stimmt, und diese These hat zumindest meine Zustimmung, dann muß man Wiglaf Droste einmal live erlebt haben. Ich hatte ihn bis vor kurzem noch nicht erlebt und wenn man meint, etwas kennen zu müssen, was man noch nicht kennt, dann kann man diesen Missstand im Leben einfach dadurch korrigieren, indem man hingeht. Der Tipp kam von dem Nürnberger, der die See sehen wollte: “Mitte Dezember ist der Typ in Hildesheim, geh hin”. Ich tat, wie mir empfohlen.

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Doro Pesch im Jolly Joker

doropesch jj1 Doro Pesch im Jolly JokerNachdem mich die Verführung zu Doro bereits etwas Ansehen beim DJ der Wegwarte gekostet hat, bin ich letzten Sonntag sogar ins Jolly Joker in Braunschweig gedackelt, um die Dame einmal live zu sehen. Grob geschätzt zwischen 500 und 1000 Leute hatten sich eingefunden, das Konzert begann um 20 Uhr.

doropesch jj2 Doro Pesch im Jolly JokerDie erste Vorgruppe war die Metal Band Benedictum. Die meisten Konzerte geniesse ich ohne Ohrstöpsel, da die Akustik ohne besser ist als mit. Absolute Premiere: ich hatte mir die Stöpsel bislang noch nie beim ersten Song reingedrückt, Benedictum hat dies geschafft. Die Musiker griffen in ihre Instrumente, ich spürte rythmische Schläge auf dem Brustkorb und urplötzlich einsetzende Kopfschmerzen. Die Stöpsel sorgten zwar für ein paar belustigte Blicke schräg vor mir – die Zeiten, in denen ich mich davon stören ließ, sind aber glücklicherweise vorrüber.

Die zweite Vorgruppe war Winterborn, eine finnische Metalband. Sie waren deutlich melodischer und auch ohne Stöpsel zu ertragen. Auch diese Band spielte eine gute halbe Stunde, dann wurde die Bühne für Doro umgeräumt. In der Pause erkannte ich dann ein Gesicht, dass ich schon häufiger auf Konzerten gesehen hatte. Ich hatte mir schon gedacht, dass er irgendetwas mit der Musikszene zu tun hat – es stellte sich heraus, dass er Moderator bei Radio Okerwelle ist (104,6 MHz).

Doro begann kurz vor 22 Uhr und spielte mit insgesamt zwei richtigen und einer Mini-Zugabe knapp zwei Stunden. Die Akustik im JJ war besser als ich es erwartet hatte und kannte, aber immer noch nicht berauschend. Die Stimmung war umwerfend – was der Okerwelle-Moderator mit “familiärer Fan-Gemeinde” meinte, wurde mir im Laufe des Konzerts erst so richtig bewußt. Der eine oder andere Kommentar war schon etwas “schmalzig” – Familienmitglieder werden dies vermutlich anders sehen. Ich kannte eigentlich nur ein Stück (“Love me in black”), dass am Ende der zweiten Zugabe gespielt wurde (und in der Studio-Version auch deutlich besser rüber kommt). Ich hatte auf ein paar balladenartige Stücke gehofft, der Abend stand aber mehr im Zeichen des Headbanging.

Andere Länder, andere Sitten

moskau basilika Andere Länder, andere SittenEin Posting bei Waschsalon erinnerte mich an ein Erlebnis in Moskau, dass dank meiner unzureichenden Vorbereitung auf die Gepflogenheiten in Russland fast in die Hose gegangen wäre. Es war eine Woche des Streß aber auch eine Woche, auf die ich im Rückblick sehr gerne blicke, weil sie sehr viele neue Eindrücke brachte. Vier Termine standen an, in vier verschiedenen osteuropäischen Staaten. “Machen Sie das nicht in einer Woche”, sagte unser Vertriebschef, der auch ohne Schlaf leben kann. Mein Urlaub stand vor der Tür und den wollte ich nicht verschieben – also mußte es in einer Woche gehen. Budapest, Prag, Warschau und Moskau in einer Woche – acht Flüge in fünf Tagen. Man kann auch ohne zu saufen schneller altern.

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Der Ursprung der Welt

gustavecourbet derursprungderwelt Der Ursprung der WeltNach dem Ende der erotischen Lesung kam ich kurz ins Gespräch mit einem Feigenblatt-Autor, der die Lesung ebenfalls besucht hat. Es ging um meine Suche nach einem realistisch gemalten Akt, die bislang immer noch nicht von Erfolg gekrönt ist. Er nannte mir einige Namen von Malern, die zwar wieder nicht zum eigentlichen Ziel führten, aber erneut zu einem Bild, das mich einfach dahinschmelzen läßt und zumindest vom Stil her dem entspricht, was ich suche. Das Motiv ist zwar nicht das eines sich liebenden Paares, der “emotionale Effekt” ist aber vergleichbar. Ich spreche von dem oberen Bild in diesem Posting.

gustavecourbet thesleep Der Ursprung der WeltDas Gemälde ist von Gustave Courbet, der Titel seines Werkes ist ‘L’Origine du monde’ (Der Ursprung der Welt). Da der Stil paßte, habe ich mich natürlich nach anderen Werken von ihm umgeschaut. Zwar fand ich ein Päarchen, dass sich gerade liebt, aber offensichtlich “nur” ein lesbisches. Nicht, dass mich das wirklich stören würde, gesucht wird aber ein gemischtes Paar. Aber immerhin, vom Stil her entsprechen die Bilder meinen Vorstellungen. Und wenn ich so drüber nachdenke… das Motiv vom Ursprung der Welt ist traumhaft hinsichtlich Blickwinkel und Ausführung und der Titel hat ja durchaus etwas philosophisches an sich.

Eine schöne Übersicht über seine Werke gibt es direkt in der Wikipedia. Die gezielte Suche nach käuflichen Ausführungen für die Wand führte zu mehreren Quellen, die Gemälde als Kunstdruck oder auf Leinwand fertig gerahmt anbieten. Als Beispiel sei die Kunstbilder Galerie sowie Kunstkopie genannt.