Schatz, ich sehe dich …

Die immer weiter zunehmende Speicherung von personenbezogenen Daten bei gleichzeitiger Verfügbarkeit von Auswertungsservices war letztens schon ein Thema hier. Eine ganz neue Option habe ich am Wochenende gefunden. Wer schon immer wissen wollte, wo sich der potentielle, aktuelle oder Ex-Partner gerade herumtreibt aufhält, dem soll geholfen werden.
Dazu schnappt man sich einfach in einem günstigen Moment das Handy des Partners der Zielperson, registriert es bei World Tracker und bestätigt die kurz nach der Registrierung eintreffende SMS, dass das Handy jetzt überwacht wird. Sicherheitshalber sollte man die SMS dann aus dem Eingang löschen, man will ja keine Spuren hinterlassen. Eine praktische Erprobung beschreibt ein Telepolis Artikel. Die Position wird derzeit bis auf die Größe eines Fußballfeldes aufgelöst, die grafische Darstellung erfolgt über Google Earth.
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Die positiven Aspekte liegen für den Überwachenden klar auf der Hand: man weiß, wo sich die Zielperson aufhält; vielleicht weiß auch die Zielperson, dass andere dies wissen – vielleicht auch nicht. Wer sicher am Zielort angekommen ist, kann sich das Telefonat nach Hause sparen – dort weiss man ja bereits, dass man sich noch selbst oder sich zumindest das Handy bewegt. Das spart Kosten, insbesondere im internationalen Umfeld. Zwar schrieb Milan Kundera in seinem Buch Die Identität noch “Keine Liebe überlebt die Sprachlosigkeit“, aber das war 1997 – da war das Internet noch nicht ganz so bekannt.
Paradiesische Zustände für Kontrollfreaks, die dringend einer Therapie bedürfen – die Hölle für Menschen, denen eine Privatsphäre noch etwas bedeutet. Mal schauen, wann die erste gepatchte Firmware kommt, die die (geplanten) Benachrichtigungen des Serviceproviders unterdrückt…