Archiv für den Monat 12.2006

Frohes Neues Jahr

silvester Frohes Neues JahrSpätestens an Silvester überlegen sich die meisten, was sie sich für das neue Jahr vornehmen. Mit den Vorsätzen war ich in der jüngeren Vergangenheit sparsamer, dafür hatte ich mir eigentlich immer etwas Zeit für einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr gegönnt. Ich halte den gelegentlichen Rückblick für etwas sehr wichtiges im Leben. Nicht um zu bereuen sondern um zu prüfen, ob der Weg, auf dem man geht, noch der ist, auf dem man gehen möchte. Vielleicht ist die Jahreswende gar nicht so ein guter Zeitpunkt dafür, ab und an stößt man mal auf schmerzhafte Erkenntnisse. Und wie sagte Meike Köster auf einem ihrer Konzerte so schön: “Das, wovor man am meisten Angst hat, ist häufig das, was man eigentlich will”.

Den Rückblick werde ich mir dieses Jahr vermutlich schenken, es ist einfach zuviel passiert. Wo viel Sonne ist, ist auch viel Schatten – das Jahr 2006 wird wohl eines der bemerkenswertesten bleiben, die mir gegönnt wurden und eines der Jahre, die ich am wenigsten missen möchte. Irgendwann vor oder nach Mitternacht werden wir in der Brunsviga aufschlagen und auf einer der beiden Tanzflächen das neue Jahr begrüßen. Echte Vorsätze habe ich nicht, ich lass 2007 einfach auf mich zu kommen.

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs einen Rückblick, der von einem Lächeln begleitet wird und einen Blick auf das Jahr 2007, der von Zuversicht und Lebensfreude geprägt ist. Alles Gute für 2007, auf das eure Wünsche in Erfüllung gehen. Träume werden nur wahr, wenn man daran arbeitet.

Soundcooks in der Schüssel

Donnerstage sind Schüsseltage, so auch der letzte. Diesmal stellte sich die Band Soundcooks vor, eine Formation aus vier Musikern. Den Gitarristen Sven Bode dürften einige aus der RobShow kennen. Die Stimme kommt von Haiko Müller (der ab und an auch zu einem Instrument greift), den Bass zupft Michael Gamon, am Schlagzeug sitzt Jan Jacobsen. Die Abstimmung war sehr gut, vielleicht auch deswegen, weil man nicht das letzte an Lautstärke rausgequetscht hat. Weniger ist häufig mehr.

Aufgrund des Begriffs “cooks” im Bandnamen hatte ich auch eigene Songs erwartet, diese Interpretation erwies sich aber als falsch. Die Band spielte Coverversionen von diversen All-Time-Hits der Musikgeschichte, die Bandbreite reicht dabei vom Ende der 60er (z.B. Doors) bis hin ins aktuelle Jahrtausend (z.B. Eminem). Die Stimmung war sehr gut, eigentlich ist es schon fast fahrlässig, die Band ohne hinreichend große Tanzfläche auftreten zu lassen. Die Interpretation der Songs ist zum Teil etwas frei, gestört hat mich dies eigentlich nur bei dem einen Doors-Song, bei dem die Stimme überhaupt nicht zu der passte, die sofort von meinem “inneren Tonband” abgespielt wurde.

Gespielt wurden drei Sets und zwei Zugaben über knapp zweieinhalb Stunden. ‘Suck My Kiss’ von den Red Hot Chilli Peppers, ‘I Will Survive’ von Gloria Gaynor, ‘Lose Yourself’ von Eminem (erstklassig!), ‘Alkohol’ von Grönemeyer, der Ghostbusters Titelsong und viele andere boten ein breites Spektrum von Rock, Pop und Funk. Eine weitere Band, die man im Auge behalten sollte.

Subway to Sally im Jolly Joker

Subway to Sally im Jolly Joker, BraunschweigMeine Entscheidung, zum Subway to Sally Konzert ins Jolly Joker zu gehen, war eine sehr spontane. Im Grunde genommen kannte ich ihre Musik nicht, hatte sie auch nicht so richtig vermisst und was ich im Vorfeld gehört hatte, lies mich auch nicht in Ekstase fallen. Nach den Tagen der Weihnachtsduselei mußte ich aber einfach “ausbrechen”, ein bisschen rumstöbern bei YouTube sorgte für etwas Gefallen an dem einen oder anderen Stück, somit war ich am Mittwoch abend wieder im Jolly.

Während sich bei dem Doro Pesch Konzert das Gedränge noch in angenehmen Grenzen hielt, war der Laden diesmal richtig voll. Die ersten 15 Minuten brauchte ich um reinzukommen. Auf dem Vorhof wurde ich von einem schwarz gekleideten Typ abgetastet, eine Abtastung durch die Frau daneben wäre mir lieber gewesen. Leider kümmerte sie sich nur um die Frauen – sie war wohl lesbisch, schade. Wie auch immer, weitere 20 Minuten gingen in der Schlange für die Garderobe drauf, dann waren es noch einmal 5 Minuten bis zum ersehnten ersten Hefeweizen.

Als Vorgruppe trat Krypteria auf. Eine Mischung aus Metal-Rock mit gothischem Einschlag, durchaus nicht so verkehrt. Leider wieder viel zu laut. Die Box mit den Ohrstöpseln an der Kasse hatte mich schon skeptisch gemacht. Gut, ich habe sowieso immer prophylaktisch ein Paar dabei, eine Frage lag mir aber schon auf der Zunge: wenn man schon im Vorfeld weiss, dass es zu laut wird – warum macht man dann nicht einfach die Abstimmung leiser? In der hinteren Ecke vor der Cafeteria, halb im Schutz der Theke, war es ohne Stöpsel aushaltbar.

Um 21 Uhr begann dann Subway to Sally. Gefühlt waren sie etwas leiser, die Abstimmung war leider nur durchschnittlich – eventuell sind die Einschränkungen auch durch die Architektur im Jolly bedingt. Für die Preisklasse (23 EUR) wurde eine durchaus respektable Lichtshow geboten. Feuerland wurde z.B. mit einer Explosion eingeleitet, bei der wohl nicht nur ich dachte, das Konzert wäre schon zu Ende. Die Fans gingen gut mit, das halbe Publikum sprang im Takt mit, viele Texte wurden zumindest in Teilen mitgesungen mitgegröllt. Mir persönlich gefiel die Musik nicht so gut, die dumpfe Akustik mit dem begleitenden Gedröhne sorgte auch für Verdruss. Ich bin dann nach einer Stunde gegangen, man kann ja nicht alles mögen.

Casino Royale in der Spätvorstellung

casino royale Casino Royale in der SpätvorstellungDank einer recht brauchbaren Heimkino-Anlage, in der grundsätzlich nur noch ein Beamer fehlt (und dafür fehlt wiederrum das Geld), bin ich relativ selten im Kino. Freitag nacht war es aber wieder einmal soweit – wir waren in der Spätvorstellung des neuen Bond ‘Casino Royale’ im Braunschweiger Cinemaxx. Auffällig für den Freitag abend vor Weihnachten: die Stadt war relativ leer, kein Vergleich mit anderen Freitagen. Im Cinemaxx waren bis auf die Kasse an der Information alle anderen zu, das Cinemaxx wirkte fast wie ausgestorben. Angesichts eines “Normalpreises” von 10,20 EUR (Loge) kam ich etwas ins Stutzen – mir lag die Frage, ob da ein Blowjob inbegriffen ist auf der Zunge – um irritierende Blicke der Frau an meiner Seite zu vermeiden, habe ich mir die Frage aber geschenkt.

Laut der Website sollte der Film um 22:30 Uhr beginnen, laut dem Flyer in der Cocktailbar, aus der wir kamen, um 22:45 Uhr. Gegen 23 Uhr kam dann jemand in den Saal, entschuldigte sich für die Verspätung und meinte, sie würden jetzt den Film einlegen, dafür ohne Werbung. Werbung gab es dann trotzdem, allerdings zugegebenmassen sehr kompakt. Gegen halb-zwei war der Spass zu Ende, dass etwas verwaschene Bild wurde durch einen etwas verwaschenen Abspann ersetzt und ich konnte mich den (guten) Kritiken anschliessen.

Wer bislang in einen Bond geht, bekam keinen Tiefgang, dafür humorvolle Action genannt. Der neue Bond ist etwas anders. Er ist härter, emotionsloser – ein Killertyp, dessen Gefühlskälte sich nicht sehr viel von der seiner Kontrahenten unterscheidet. Sein Humor ist spitzer, sarkastischer, für das ausgiebige Vernaschen von hübschen Frauen hat er weniger Muße. Die Story ist deutlich realistischer als bisherige Bonds, die Darstellung deutlich brutaler. Wer auf “softe Action” steht, wird sich damit vielleicht nicht anfreunden können, mir hat der Bond im “Kostüm der Neuzeit” gefallen.

Die Angst vor der Brücke

roulett Die Angst vor der BrückeIch bin kein Spieler. Gut, genau genommen spiele ich schon gerne, ohne jetzt genauer darauf eingehen zu wollen was, aber jedenfalls nicht um Geld in der Spielbank. Ich würde daher auch nicht auf die Idee kommen, in eine Spielbank zu gehen um mich an einen Roulett-Tisch zu stellen. Ausgenommen sind natürlich berufliche “Verpflichtungen”, wie z.B. eine Firmen-Weihnachtsfeier.

Zur Auswahl standen Routetttische, Black Jack und die einarmigen Banditen. Jeder bekam eine Handvoll Chips, wenn ich mich recht erinnere im Wert von 325 Punkten. Geld konnte man nicht gewinnen, aber eine Reise, wie ich erfuhr, als ich dank ein paar spezieller Emails verspätet am Ort des Geschehens eintraf. Ausserdem erfuhr ich, dass ein Kollege bereits die 10.000er Punkte Schallmauer durchbrochen hatte.

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