Archiv für den Monat 06.2008

Reservierte Platzangst

Ab und zu habe ich das Gefühl, dass das Vorurteil unserer europäischen Nachbarn über den ordnungslieben und -getreuen Deutschen nicht so ganz und gar der Fantasie entspringt. Zum Beispiel neulich im ICE nach Hamburg. Ich stieg in Hannover in den Zug und peilte meinen reservierten Sitzplatz am Fenster im Großraumwagen an. Ich stellte mich in die Sitzreihe vor den Gangsitz um den Gang freizumachen und hängte meine Jacke an den Haken am Fenster. Plötzlich schob jemand eine Einkaufstüte zwischen der Sitzlehne und meinem linken Arm durch und stellte sie auf den gangseitigen Sitzplatz.

Ich schaute auf das Reservierungsschild, beide Plätze hatten eine Reservierung. Mein Blick ging einmal durch den Wagon, von den knapp 90 Plätzen waren vielleicht 15 belegt, der Zug war praktisch leer. Meine Frage an den Herrn im Gang, der mit seiner Tüte wortlos seinen Platz markiert hatte, ob er den Gangplatz reserviert hatte, wurde energisch bejaht. Ich nahm meine Klamotten und setzte mich in die freie Reihe dahinter. So haben wir beide mehr Platze, meinte ich noch. Etwas irritiert hatte ich ihn damit schon.

Schreiben in Berlin

Abends im Cafe in BerlinWas seltsam ist und mir einfiel, während ich andere Zeilen in Berlin schrieb: die Anzahl der Blogpostings, die ich in Berlin bereits geschrieben habe, steht in keinem Verhältnis zu der Zeit, die ich in Berlin verbracht habe. Dies könnte so interpretiert werden, dass mir in Berlin nichts einfällt, dem ist aber nicht so. Hier, in Berlin, fallen mir die Worte nur so aus den Fingern. Finger, die durchaus flott tippen können und doch mit dem Gedankenfluß kaum mithalten können.

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Ein Sonntag in Berlin

Berlin, AkazienstraßeEigentlich hatte ich an dem Sonntag vor gehabt durch die Seenplatte bis Rügen zu rollen, einmal die Insel zu umrunden und dann wieder Berlin anzupeilen. Nach den zuletzt stressigen Wochen Monaten im Büro und der doch recht langen Polen-Usedom-Tour war mir dann am Sonntag morgen nach Ruhe und Entspannung. Mir kam die Idee mit dem Mopped einfach ein bisschen durch Berlin zu gondeln, mir hier und dort etwas anschauen, dass ich mir entweder schon immer oder ganz spontan anschauen möchte – alles ohne feste Zeit- und Zielplanung. Ich dachte ein zweites Mal darüber nach, es hörte sich immer noch gut an. Das war es auch. Ein paar Worte zu Orten und Gedanken.

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Berlin, ick mag dir

Balzac Cafe in der Hardenbergstraße in BerlinIch hatte es hier schon einmal geschrieben: ich finde es immer wieder berauschend mit dem Motorrad über die breiten, alleenartigen Einfallstraßen nach Berlin rein zu fahren. Dieses kilometerlange Fahren auf den mehrspurigen Straßen, die schon so viel erlebt haben. Dieses schwer beschreibbare Gefühl ganz langsam dem Kern einer Stadt näher zu kommen, die genaugenommen gar keinen Kern hat sondern viele kleine. Am liebsten am späten Nachmittag aus dem Westen kommend, mit der noch nicht zu tief stehenden Sonne im Rücken.

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Gleis 17

Mahnmal Gleis 17 am S-Bahnhof Grunewald in BerlinIn einem GEO-Heft stolperte ich vor einigen Monaten über einen Artikel, in dem Berliner oder in Berlin Wohnende besondere Orte in Berlin vorstellten. Orte, die nicht unbedingt in einem Reiseführer auftauchen aber trotzdem in irgendeiner Form besonders sind, sehenswert. Einer dieser Orte war das Mahnmal Gleis 17 am S-Bahnhof Grunewald.

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