Reservierte Platzangst
Ab und zu habe ich das Gefühl, dass das Vorurteil unserer europäischen Nachbarn über den ordnungslieben und -getreuen Deutschen nicht so ganz und gar der Fantasie entspringt. Zum Beispiel neulich im ICE nach Hamburg. Ich stieg in Hannover in den Zug und peilte meinen reservierten Sitzplatz am Fenster im Großraumwagen an. Ich stellte mich in die Sitzreihe vor den Gangsitz um den Gang freizumachen und hängte meine Jacke an den Haken am Fenster. Plötzlich schob jemand eine Einkaufstüte zwischen der Sitzlehne und meinem linken Arm durch und stellte sie auf den gangseitigen Sitzplatz.
Ich schaute auf das Reservierungsschild, beide Plätze hatten eine Reservierung. Mein Blick ging einmal durch den Wagon, von den knapp 90 Plätzen waren vielleicht 15 belegt, der Zug war praktisch leer. Meine Frage an den Herrn im Gang, der mit seiner Tüte wortlos seinen Platz markiert hatte, ob er den Gangplatz reserviert hatte, wurde energisch bejaht. Ich nahm meine Klamotten und setzte mich in die freie Reihe dahinter. So haben wir beide mehr Platze, meinte ich noch. Etwas irritiert hatte ich ihn damit schon.

Was seltsam ist und mir einfiel, während ich andere Zeilen in Berlin schrieb: die Anzahl der Blogpostings, die ich in Berlin bereits geschrieben habe, steht in keinem Verhältnis zu der Zeit, die ich in Berlin verbracht habe. Dies könnte so interpretiert werden, dass mir in Berlin nichts einfällt, dem ist aber nicht so. Hier, in Berlin, fallen mir die Worte nur so aus den Fingern. Finger, die durchaus flott tippen können und doch mit dem Gedankenfluß kaum mithalten können.
Eigentlich hatte ich an dem Sonntag vor gehabt durch die Seenplatte bis Rügen zu rollen, einmal die Insel zu umrunden und dann wieder Berlin anzupeilen. Nach den zuletzt stressigen
Ich hatte es hier
In einem GEO-Heft stolperte ich vor einigen Monaten über einen Artikel, in dem Berliner oder in Berlin Wohnende besondere Orte in Berlin vorstellten. Orte, die nicht unbedingt in einem Reiseführer auftauchen aber trotzdem in irgendeiner Form besonders sind, sehenswert. Einer dieser Orte war das Mahnmal