Wie? Die Sonne scheint?
Sonntag nachmittag, kurz nach 14 Uhr. Ich war gerade dabei meinen Entschluß, den Sonntag mit dem Erstellen der Steuererklärung zu versauen, in die Tat umzusetzen, da dringen unerwartete Worte an mein Ohr:
Sie: “Die Sonne scheint, laß uns einen Spaziergang machen.”
Ich: “Wie? Die Sonne scheint?”
Mein Blick wendet sich zum Fenster – tatsächlich! Drei Sekunden später:
Ich: “Ähm…”
Sie: “Was ist?”
Ich: “Ich glaube, ich würde lieber mit dem Motorrad fahren. Darf ich dich alleine gehen lassen?”
Auf mir lastete ein Blick, der sensiblere Naturen töten könnte… ein ewig dauernder Augenblick.
Sie: (Gesichtsausdruck nur schwer beschreibar) “Fahr vorsichtig.”
Das ist LIEBE!!!
Ich: “Ich fahr nur mal kurz um Peine rum und bleibe in der Nähe, falls es wieder zu regnen beginnt.”
Gut zweieinhalb Stunden und 135 Kilometer später, mit einem Tankstop(p) in Goslar und nach einem Latte Macchiato im Cafe Double You in Salzgitter-Bad, rolle ich schweren Herzens wieder in die heimische Garage. Alleine das per Handy gegebene Versprechen aus dem Café in Salzgitter, rechtzeitig zum Kaffee wieder zu Hause zu sein, hat mich davon abgehalten, die nördliche Gegend von Peine auch noch zu erkunden.


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Wow,
das IST Liebe. Respekt vor deiner – mir unbekannten – Süßen.
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Das ist eine ganz Süße :-)
Irgendwie habe ich inzwischen auch den ersten Defekt an der Suzuki entdeckt: irgendetwas paßt mit dem Kilometerzähler nicht. Wenn ich mit dem Auto von mir bis zum Fitnessstudio und zurück fahre, dann sind das keine 30 Kilometer. Mit dem Motorrad waren es eben 115 Kilometer, also weit ausserhalb der akzeptablen Toleranz. Aber noch habe ich ja Garantie ;-)
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Das soll ich dir jetzt glauben, – das mit dem Defekt?
Viel Spaß beim Fahren, – und die Garantieleistung solltest du ruhig ausnutzen. ;-))
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Wie? Du zweifelst an meinen Worten? ;-)
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Das sind nur Erfahrungswerte. :-))
Männer und ihre Babys. -
Und wenn ich einmal so offen sein darf: Ich schätze es an Männern, dass sie diese große Begeisterung entwickeln können.
Ich kenne kaum Frauen, die sich mit einer solchen Hingabe ihrer Liebhaberei widmen.
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Die Hingabe einer Frau hängt in der Regel vom Liebhaber ab … ;-)
Aber ernsthaft, deine Bemerkung ist interessant. Ich wollte dazu zuerst schreiben, dass es vielleicht daran liegt, dass Männer in der Regel noch mehr “Kind” in sich haben als Frauen, aber ich bin mir nicht sicher, ob dies so global stimmt (es gibt vermutlich auch viele “Kinder-Eigenschaften”, die bei Frauen ausgeprägter sind als bei Männern). Hinsichtlich des “Spieltriebs” dürfte es aber jedenfalls passen.
Häufig begeistern sich Männer ja auch für Technisches und Sport, die Erziehung und das Umfeld schlägt hier erbarmungslos zu. Aber in Bezug auf das Motorradfahren würde man es sich damit zu einfach machen. Zwar werde ich sicher auch demnächst am Samstag mit Freude Wartungsarbeiten vornehmen (während mein Auto nur deswegen einmal im Jahr durch die Waschanlage kommt, weil meine bessere Hälfte mich dazu nötigt), aber die eigentliche Freude kommt vom Fahren, das Fahrerlebnis, die Dynamik, vermutlich auch die (vermeintliche?) Beherrschung der Gefahr und des Motorrads. Nichts, was einer Frau prinzipiell nicht auch gefallen könnte, begeistern könnte (wobei mir auch kein Grund einfällt, warum eine Frau nicht mit Technik klarkommen sollte – aber die Affinität ist hier i.d.R. nur schwach ausgeprägt).
Also, warum können Frauen sich nicht im gleichen Maße für “irgendetwas” begeistern?
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Genau das ist die Frage, die ich mir schon einige Male gestellt habe -
und ich habe keine Antwort parat.
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Ich kenne eine Frau, der habe ich im letzten Jahr den Titel schnellste Motorradfrau (die ich kenne) verliehen. Sie fährt leidenschaftlich und schnell. Wir trafen uns bei ihr und sind demnach ihre “Hausstrecke(n)” gefahren. Es war ein Nachmittag, an dem ich (nur) Hinterhergefahren bin (es war ja ihre Strecke) und trotzdem habe ich Geschwindigkeiten gefahren (nur Landstraßen), die ich sonst nur alleine fahre. Ja, es gab auch die eine oder andere Situation, an der ich (sicherheitshalber) etwas zurückblieb. Nein, warten mußte sie nicht auf mich.
Ich weiß, sie hat eine Krankheit, die …. ich lasse es bei der Andeutung.
Und dann keimt ein Verdacht auf. Sie fährt wie sie fährt, als eine Art r. Roulette ?
O.K. – es war ein sehr schneller, wunderbarer Ritt – ohne Zweifel.
Nachsatz: Ach ich vergaß zu erwähnen, dass ich keinen Mann kenne, der so schnell fährt.
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Deinen Worten entnehme ich, dass die Krankheit eine Auswirkung auf die ihr verbleibende Zeit hat. Ich bin glücklicherweise nicht in der Lage, weiss aber, wie es ist, wenn man glaubt/vermutet in einer solchen Lage zu sein. Du denkst über dein Leben nach und stellst dir viele Fragen. Was du erlebt hast, ob du die Zeit sinnvoll genutzt hast, ob du dir die wichtigsten, offenen Träume noch erfüllen könntest – ob du bereit bist, wenn dir der Arzt sagt, du hast noch x Jahre.
Ich halte mich für jemanden, der einen sehr ausgeprägten Lebenswillen hat. Sofern meine Einstellung gleich bleibt, werde ich vermutlich auch noch im hohen Alter (neue) Träume haben und froh über jede Zeit sein, die ich habe. Das damals innerlich zugeschriehene NEIN war ein sehr verzweifeltes. Einiges hat sich damals (vor einigen Jahren) geändert, vieles interessanterweise erst in letzter Zeit. Ich glaube, dass ich seitdem bewußter mit meiner Zeit umgehe. Ich würde auch heute noch NEIN schreien, es wäre aber zumindest etwas weniger verzweifelt, weniger laut :-)
Es erscheint mir nicht abwegig, dass man sein Leben für höhere Risiken öffnet, wenn man weiß, dass man nicht mehr beliebig viel Zeit hat. Vermutlich tickt die innere Uhr schneller, man versucht die konstante Zeit eventuell durch ein “schnelleres” Leben etwas auszugleichen.
Nichtsdestotrotz: eine Frau, die “etwas” leidenschaftlich tut. Ich wünsche euch noch viele – unfallfreie – schnelle und kurvige Ritte :-)
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Die Krankheit kann eine spontane Auswirkung auf die ihr verbleibende Zeit haben; sie muß aber nicht.
Sie hat Lebenswillen. Deshalb war der Verdacht ja auch nur ein Verdacht – andernfalls wäre er Gewißheit gewesen.
(das mit dem innerlich zugeschrienen Nein habe ich wohl nicht wirklich verstaden, beziehe es auf Deine motorradfreie Zeit)
Danke, gleichfalls und vor allem immer unfallfrei. Vielleicht kommt es nochmal dazu.