Von Amsterdam nach Braunschweig
Sonntag morgen hieß es Abschied nehmen von Amsterdam. Kurz vor 8 Uhr saß ich auf dem Bock und röhrte kurze Zeit später über die A1 in Richtung Deutschland. Ich muß wohl etwas zu sehr geröhrt sein, jedenfalls rollte beim nächsten Tankstopp ein schwarzer Wagen neben mir aus, kurz nachdem ich vor der Zapfsäule gehalten hatte. Hinter dem offenen Beifahrerfenster konnte ich einen niederländischen Sheriff ausmachen, der mich freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass Geschwindigkeiten von 140 bis 150 km/h in den Niederlanden im Konflikt mit den herrschenden Regelungen stehen. Ich versprach langsamer zu fahren und tat dies dann auch.
Das Hotelfrühstück hatte ich mir gespart, dafür bin ich kurz vor Hengelo noch einmal runter von der A1 und wieder nach Delden gefahren, zu dem Cafe, in dem ich bei der Hinfahrt bereits das erste Mal stoppte. Es war noch kühl und die Atmosphäre in der Brasserie war eine ganz andere als die draussen auf dem Hinweg. Irgendwie bürgerlicher, irgendwie viel weniger heimisch. Seltsam, wieviel etwas Sonne und ein Kaffee im Freien ausmachen kann. Ein letzter holländischer “koffie”, ein letztes “appelgebak” und weiter ging es nach Deutschland.
Ich blieb auf der Autobahn bis Oeynhausen und war dann der Meinung, dass es Zeit für die Landstraße wäre, Zeit um das Weserbergland etwas anzugasen. Von früher her kannte ich noch das Cafe New Orleans in Bad Oeynhausen. Es gibt dort nach wie vor regelmäßig Livemusik, eine leckere Speisekarte und einen sehr guten Latte Macciatto.
Wer kurvige Hügelstrecken mag, wird an der folgenden vermutlich viel Freude haben. Aus Bad Oeynhausen geht es in Richtung Osten auf die B514 in Richtung Vlotho und dann weiter über Kalldorf nach Langenholzhausen. Hier beginnt dann der schöne Abschnitt. Zunächst geht es den Hügel hoch bis nach Heidelbeck, dann über Silixen und Krankenhagen nach Uchtdorf. In Uchtdorf gibt es eine Abzweigung nach links, die leider nicht ausgeschildert ist. Wer am Ortsausgang die Beschilderung nach Friedrichshöhe sieht, ist verkehrt – Friedrichswald ist das Ziel.
Von Friedrichswald bin ich über Goldbeck nach Grupenhagen gefahren, dann weiter über Posteholz, Dehmkerbrock, Halvestorf nach Hameln. Dort hatte ich einen Heißhunger auf einen Burger, der nächste Burger King lag an der B1 in Richtung Paderborn. Von Hameln aus bin ich ein wenig “nach Gefühl” bis Sibbesse gefahren, um über den Diekholzener Paß ins Salzgitter-Flachland zu gelangen. Von dort ging es ab nach Hause. 484 Kilometer Tagestour – eigentlich hätte man auch noch einen weiteren Bogen einbauen können. Die Sehnsucht nach der Frau war aber stärker.


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Was du kannst auch langsam fahren ? du gefällst mir immer besser