Analyse eines Spontankaufs

Playboy mit Weihnachts-Kalender 2006Auf dem Rückweg von einem kleinen abendlichen Stadtbummel in Hannover bin ich noch kurz in den Hauptbahnhof gelaufen. Zum einem weil es der kürzeste Weg zum geparkten Auto schien, zum anderen weil es Freitag war und ich die neue MOTORRAD Zeitschrift sichten wollte. Am Eingang des Zeitschriftenladens sah ich ein großes Sonderregal, auf dem ausschließlich mit einem roten Kreuzband versehene Playboy-Hefte zum Verkauf angeboten wurden. Die Neugier besiegte meine natürliche Schüchternheit und ich sah mir die Ware genauer an.

Das Playboy-Heft war auf einen Weihnachtskalender mit Lindt-Schokolade gebunden. Ich suchte nach einem Preis, konnte aber abgesehen von dem Heftpreis von 5,90 EUR keinen finden. Die Verkäuferin an der Kasse bestätigte mir den Preis von 5,90 EUR für das gesamte Päckchen. Sie wüßte auch nicht warum, aber der Kalender würde Lindt-Schokolade enthalten und der Preis sei unglaublich, sie würde die Dinger verkaufen wie warme Semmeln. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen.

Nun lese ich ja eigentlich gar keinen Playboy. Ich stelle mir unter dem typischen Playboy-Leser normalerweise einen pubertierenden Jungen vor, der mal eine nackte Frau sehen möchte oder einen impotenten Golfspieler, der die frei gewordene Zeit auf dem Grün verbringt und durch öffentliches Lesen des Heftes den Eindruck erwecken möchte, er könne noch. Aber einfach so wegwerfen ist ja auch schade – wo man ihn hat, kann man ihn ja auch lesen. Ansonsten bin ich auch auf das erste Türchen gespannt, das ich heute abend öffnen werde. Ich kaufe sonst nämlich gar keine Weihnachtskalender.

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11 Kommentare zum Artikel “Analyse eines Spontankaufs”

  1. Oh, Meph, deine Erklärungen sind ja so süss… und machen alles nur noch schlimmer… *feixendes grinsen*

  2. Bisher hatte ich geglaubt, dass Männer besagtes Heft eh nur kaufen, um die interessanten Reportagen darin zu lesen. Dass sie es unter bestimmten jahreszeitlichen Voraussetzungen auch kaufen, um etwas zu erwerben, was sie sonst auch nicht kaufen, ist doch mal was Neues ;-)
    Wirst Du uns mitteilen, in welche Formen die Schokolade gegossen wurde?

    • Playboy Weihnachtskalender 2006, Tag 1Selbstverständlich komme ich deiner Frage nach – natürlich nur, um der selbstauferlegten Informationsverpflichtung genüge zu tun.

      Nach dem Öffnen des Papptürchens sieht man dass – vermutlich aus Gründen der Erhaltung des feinen Schokoladengeschmacks – der Inhalt mit einem dicken, mehrschichtigen Papier zusätzlich abgedeckt ist. Das dabei verwendete schwarz erinnert an feine Spitzenwäsche … ähm … erinnert an die Farbe, wie sie häufig von Fernbedienungen verwendet werden. Unter diesem Papier befindet sich eine in Silberfolie eingewickelte Kugel, das eigentliche Objekt der Begierde. Sobald die Freude an der Sichtung dieser Kugel etwas abgeflaut ist und man mehr zufällig als gewollt den Blick kreisen läßt, entdeckt man auf der Innenseite des Papptürchens eine Abbildung von einer leicht bekleideten Frau (sie hat Strümpfe an, die aber ausserhalb des Bildes sind).

      Jedenfalls feuchtet man vor Freude gleich die Lippen mittels einer kreisenden Zunge an, natürlich nur in Gedanken an die in der Silberfolie eingewickelte Schokolade (die im übrigens fantastisch geschmeckt hat). Ein guter Kauf *grins*

      • da hast du aber glück gehabt. hier im gesamten umkreis war nicht mal mehr ein playboy aufzutreiben, ausverkauft und auch nicht mehr nach zu bestellen.
        und ich finde die idee doch süß….und die erklärung warum golfspieler den playboy lesen echt klasse…da bleiben wir doch lieber beim billard…

      • Dass Du Spitzenwäsche mit Fernbedienungen assoziierst, kann ich ja noch nachvollziehen: Sie drückt auf’s richtige Knöpfchen und bei Dir… OK… Ähm.
        Aber bist Du sicher, dass Du die Kugel essen solltest? Ich mein, war da vielleicht ein Bändchen dran und irgendwo der Hinweis “Nicht vorm 2. Dezember verwenden”? Könnte ja sein, das Objekt war noch gar nicht vollständig *fg*

        • Was ich dir schon immer einmal sagen wollte, Babs: ich mag deine Assoziationen.

          Ah, ok. Wenn ich morgen einen Faden raushole, werde ich den heutigen Genuß bereuen. Ok. Hmm, noch 34 Minuten, dann könnte ich schlauer sein ;-)

          • Danke… oder *rotwerd*… oder beides…

            Vielleicht lässt sich ja Ersatz finden, falls doch noch ein Bändchen kommt. Pass aber auf, dass Du die richtige Kugel wählst. Bei den goldenen sind außen Splitter von Nüssen dran. Das ist erstens Autsch und zweitens Vorlage für eine grausige Assoziation ;-)
            Und jetzt fallen mir wieder die armen byzantinischen Könige ein – Sch***assoziationsketten.

          • Goldene Kugeln mit außen Nusssplittern dran? Jaaaa! Hört sich toll an!!! ;-)

            Meph, wenn die so klein sind, die Kugeln, dass sie in einen Adventskalender passen, musst du dir keine Sorgen machen, dann hast du die richtig verwendet.

            :-)

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