Schwarzes Cafe in Berlin

Auf dem Weg zum Hotel entlang der Spree kam mir der Gedanke, dass etwas joggen nicht so verkehrt wäre. Gesagt, getan: ein paar Kilometer laufen sorgt doch gleich wieder für die Aktivierung der Lebensgeister. Nach der Dusche stellte sich dann ein ausgiebiges Hungergefühl ein, das Frühstück am Mittag war auch schon wieder einige Stunden her. Ausserdem wartete noch etwas Arbeit auf mich, daher landete das Notebook im Rucksack. Ich erinnerte mich an das Schwarze Café in der Kantstraße (Nähe Savignyplatz), dass ich schon länger einmal aufsuchen wollte – unter anderem, da es rund um die Uhr offen hat.

Das Cafe teilt sich auf zwei Stockwerke auf, ich hatte mir einen Platz oben gesucht. Durch ein Fenster im hinteren Teil sah ich, dass es zusätzlich zu den paar Tischen zum Gehweg auch einen kleinen Biergarten gibt. Die Auswahl an Speisen und Getränken war überzeugend. Als bleifreies Weizen gab es überraschenderweise Weihenstephaner; eine Biermarke, die ich noch aus meiner Nürnberger Zeit kenne und in Berlin nicht unbedingt erwartet hatte. In dem Café herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, die Atmoshäre ist lebhaft und locker. Das Publikum setzt sich grob vereinfacht aus Leuten zusammen, die keine Rolex zum Leben brauchen oder diese nicht bezahlen können.

Einen Internetzugang gibt es leider nicht, der größere Minuspunkt ist aber die Beschallung. Aus Lautsprechern, deren Qualität sich bestenfalls mit einfachen PC-Lautsprechern vergleichen läßt, kommen durchaus laute Geräusche. Das Frequenzband dürfte irgendwo in dem Bereich zwischen 500 und 2000 Hz liegen, der Klirrfaktor in der Größenordnung deutscher Wahlbeteiligungen. Die Verständlichkeit ist quasi Null. Trotzdem gefiel es mir. Beim nächsten Mal setze ich mich ab er nicht in die direkte Nähe von diesen schwarzen Plastikboxen, die unter der Decke hängen.

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