Gleis 17
In einem GEO-Heft stolperte ich vor einigen Monaten über einen Artikel, in dem Berliner oder in Berlin Wohnende besondere Orte in Berlin vorstellten. Orte, die nicht unbedingt in einem Reiseführer auftauchen aber trotzdem in irgendeiner Form besonders sind, sehenswert. Einer dieser Orte war das Mahnmal Gleis 17 am S-Bahnhof Grunewald.
Seit Oktober 1941 wurden mehr als 50.000 Juden mit Zügen der Deutschen Reichsbahn in Konzentrationslager gebracht, mit bekanntem Schicksal. Die Rolle der Deutschen Reichtsbahn am Holocaust blieb lange Zeit unbeachtet. Erst nach privaten Intiativen errichtete die Deutsche Bahn 1998 das Mahnmal “Gleis 17″. Im Vergleich zu anderen Orten, die sich mit dem Thema Holocaust beschäftigen, erscheint mir das “Gleis 17″ als ein stilles Mahnmal, eines das gefunden werden will und sich nicht aufdrängt, wie z.B. das Stelenfeld.
Das Gleis 17 ist ein totes Gleis am S-Bahnhof Grunewald. Vom Norden kommend zeigt ein kleines Hinweis, das halb durch ein querlaufendes Rohr verdeckt ist, im Bahnhofstunnel zum südlichen Gleis. Der Rand des Bahnsteig ist mit Metallplatten ausgelegt. Auf den Metallplatten steht für jeden Deportationszug, der Berlin verlassen hat, das Datum, die Anzahl der Juden sowie der Zielort. Ich sah keine Tafeln mit erläuternen Texten, nur diese Zahlen auf den Metallplatten am Bahnsteig. Sie reichen auch.
Als ich in die Unterführung des S-Bahnhofs, ein Tunnel aus gelblichen Backsteinen, zurück kehrte und in das grelle Tageslicht am Ende des Tunnels blickte, kam mir der Gedanke, dass der letzte Gang der ‘Reisenden’ vielleicht durch einen ähnlichen Tunnel ging. Auf mich wartete am Ende die Sonne und die 750er.


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Auf mich wartete am Ende die Sonne und die 750er. (Zitat Meph:)
Na Gott sei Dank. Andersrum könnte ich mich das garnicht vorstellen. Ohne Dich, wem sollte ich da schreiben ?
Die andere Seite das ist jetzt 60 Jahre her das solten wir mal so langsam Vergessen. Ich habe damit nichts zutun, ( zu den Zeitpunkt bin ich noch mit meinen Vater über den Zaun gesprungen ( da war an mich noch nicht zu denken ) ) und meine Kinder auch nicht.
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Es ist eine andere Zeit gewesen und es wäre unsinnig, deswegen heute irgendwelche Schuldgefühle zu haben. Vergessen sollten nicht nur wir es aber nie. Wie Primo Levi schrieb: “Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen”. Wenn ich mir anschaue, dass es immer wieder öffentliche Veranstaltungen gibt, auf denen ziemlich offensichtlich Gedankengut aus der damaligen Zeit Pate der Aussagen ist, erscheint mir Vergessen als geradezu fatal.
(Es tröstet mich dabei auch nicht, wenn die Aussagen am linksradikalen Rand genauso krank, manipulierend und von egoistischen Motiven getrieben sind)
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Huhu,
Schwieriges Thema, aber ich frage mich ernsthaft, welchen Grund es geben könnte diesen Schrecken, der nunmal geschehen ist – und zwar hier und nicht im tiefsten Afrika! – vergessen soll! Wo liegt das Problem sich daran zu erinnern, zu was Menschen, zivilisierte Menschen, die bereits die Einsteinschen theorien kannten, Schrift, Mathematik, elektrischen Strom, Verbrennungsmotoren, ja sogar Motorräder, hatten, fähig sind? Erinnern hat nichts mit Schuld zu tun! Es gibt auch keinen Grund sich zu rechtfertigen, dass man selber in dieser Zeit ein Kind gewesen ist und die nachfolgenden generationen sowieso keine Schuld treffen kann.
Es ist geschehen und es geschieht ähnlich immer noch, auch 60 Jahre danach! Wenn das Fanal nur dafür gereicht hat, dass es in Deutschland nicht mehr passiert, dann muss die Erinnerung daran unbedingt wachgehalten werden. Es hat ja nicht einmal gereicht, dass so etwas innerhalb von Europa nicht mehr passiert. Die Qualitäten unterscheiden sich, aber die Menschenverachtung während des Balkan-Krieges ist genau das woraus soetwas entsteht.
Und noch etwas zu r Schuld. Keine Schuld an etwas zu tragen, heisst noch lange nicht, keine Verantwortung zu tragen und tragen zu müssen. Wir sind die nachfolgenden Generationen und müssen für das was passiert ist jetzt geradestehen. Daran ist nichts Unfaires oder Ungerechtes. Generationen folgen aufeinander, wir betrachten dieses Land, die Gegend, die Bodenschätze, die Raubkunst, alles was die Generationen zuvor “zusammengerafft” haben als unseres, also müssen wir auch die schlimmen Dinge mittragen.
Uuuups, passt so ein langer Text in das Eingabefeld :)
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Ihr habt ja beide recht was ihr so schreibt. Aber mir kommt es bei den Thema innerlich hoch, warum kann ich euch nicht mal sagen (wie geschrieben ich war nicht dabei ) ich kenne das nur aus der Schule und aus den entsprechenden Lehrbüchern ( Wenn es zu diesen Thema über haupt was gab. Ich kam 59 in der Schule. )und das ist für mich ein Schwieriges kapitel. Wenn ich in einer Gedenktstätte bin, bekomme ich das Gefühl raus hier und zwar schnell wenn ich dort nicht weg kann werde ich wütend und aggressiv und kann mich nur schwer beherrschen. Den Grund dafür kann ich euch nicht sagen ich spreche nur über meine Gefühle. Vielleich hat mir ein lehrer oder meine Eltern mich unbewust in dieser Richtung gedrückt und es kommt jetzt mit zunehmenden Alter zum vorschein. In meiner Jugend kannte ich das gefühl nicht.