Home Server, Teil 1 – Anforderungen und Auswahl der Komponenten

Projekt 'Home-Server'

Es ging auf Weihnachten 2004 zu. Ich sah mir meinen guten, alten Pentium 200MMX an, der im häuslichen Bereich als Server diente und dachte mir, ich könnte mir etwas Gutes gönnen und dem Pentium 200MMX seinen wohlverdienten Ruhestand. Zwar erfüllte der bisherige Server prinzipiell seinen Zweck, allerdings war er zum einem zu laut – es wäre Zeit für ein neues Netzteil gewesen – und zum anderen zu langsam für meinen Geschmack. Ein klein bisschen unterstützte vielleicht auch die Lust an der Freude das Projekt, darauf möchte ich aber nicht weiter eingehen.

Auf der Suche nach meinem “Traum-Server” stiess ich auf zahlreiche interessante Websites, bekam viel Informationen über entsprechende Web-Foren sowie durch Reviews, die nicht selten in der Freizeit entstanden sind. Wer viel nimmt soll auch viel geben. Also habe ich mich hingesetzt und einen Projekt-Bericht zu meinem Home-Server geschrieben. Ich hoffe, dass er anderen entweder als Ideen-Quelle oder gar Vorlage für eigene Projekte dienen kann.

Ich werde als erstes auf die Anforderungen an den Home-Server eingehen sowie auf die Ziele, die ich mit dem Projekt abseits des Basteltriebs im Auge hatte. Im Anschluß gehe ich auf die Auswahl der System-Komponenten ein, also welche Hardware und Software letztendlich zum Einsatz kam, welche Alternativen betrachtet wurden und warum ich die Auswahl für mich getroffen habe wie ich sie getroffen habe. Im zweiten und dritten Teil folgt dann der Zusammenbau der Hardware sowie die Einrichtung des Betriebssystems und der Software.

Konzept...

Anforderungen & Ziele

Wie schon angedeutet gab es neben dem Wunsch des “mal wieder bastelns” auch einige sachliche Anforderungen an den neuen Home-Server. Wer das Geld nicht selber druckt und einen Server nicht nur aus reinem Spass an der Freude aufbauen will, sollte sich im Vorfeld selbst darüber klar werden, welche Aufgaben er seinem Home-Server auftragen will. Die spätere Auswahl der Komponenten und damit auch die benötigten finanziellen Mittel hängen sehr stark von den Anforderungen und Zielen ab – wie so häufig.

In meinem Fall ging es um einen Server, der Dienste für zwei PCs (meinen sowie den meiner Frau), einem Notebook sowie einer modifizierten “Multimedia-Xbox” bereitstellt. Das häusliche LAN ist über eine ZyXEL ZyWall2 mit einem T-DSL-Light Internet-Anschluß verbunden. Da ich mich schon seit Jahren auch mit dem Thema IT Security beschäftige und immer mal wieder fremde PCs oder Notebooks am häuslichen LAN anschliesse (das übliche “kannste mir mal helfen?” Problem), sollte der Server auch hier eine Infrastruktur unterstützen, die eine Infektion der eigenen PCs durch fremde, virenverseuchte PCs vermeidet.

  • File Service: Das primäre Ziel ist ein File Service für Windows Clients, damit meine Frau und ich unabhängig voneinander auf einen gemeinsamen Datenbereich zugreifen können. Eine Randbedingung dabei ist, dass der Server die volle Bandbreite eines FastEthernets bedienen kann (R/W mit ca. 10 MB/s). Ein File Service auf Basis des NFS Protokolls für UNIX Clients war auf der Wunschliste, aber nicht Teil des Pflichtprogramms. Wichtige Daten sind redundant abzulegen (zwei Festplatten), damit im Falle eines Plattenausfalls die Daten noch vorhanden sind.
  • Drucker-Server: Ein HP LaserJet ist im Netzwerk für Windows Clients bereitzustellen. Der bereits vorhandene Drucker besitzt eine Parallelport Schnittstelle.
  • Remote Zugriff: Ich möchte auf den Server auch von aussen zugreifen können. Da dies natürlich nur über verschlüsselte Verbindungen mit möglichst sicherer Authorisierung erfolgen darf, stand ein SSH Service ebenfalls auf dem Pflichtprogramm. Mit einer SSH Shell erhält man Zugang zu dem Server auf Basis eine Kommando-Shell. Eine SSH Verbindung läßt sich allerdings auch dazu nutzen, einen grafischen Desktop zu “tunneln” (oder andere Services) und damit remote zugänglich zu machen.
  • Wakeup-on-LAN: für den Fall, dass der Server nichts zu tun hat, soll er sich selber schlafen legen. Dies führt zu der Forderung, dass er sich auch wieder aktiviert, wenn er benötigt wird (also bei einem Zugriff über das LAN).
  • Zwei Netzwerk-Schnittstellen: aus Interesse sowie zur Unterscheidung von den eigenen und fremden Clients soll der Server zwei LAN Schnittstellen besitzen. Fremde Clients sollen den Internet-Zugang ausschließlich über einen (transparenten) Proxy-Service nutzen können. Der Server muss hierfür auch DHCP und DNS Services bereitstellen können.
  • IRC Proxy/Bouncer: bei Bedarf möchte ich in einem IRC Channel, in dem ich administrativ tätig bin, auch in meiner Abwesenheit präsent sein. Dazu wird ein IRC Proxy/Bouncer benötigt, der die Verbindung in das IRC Netz auch dann aufrecht erhält, wenn der Desktop-PC abgeschaltet ist.
  • Web-Service/PHP/SQL: Zum Entspannen lese ich, gehe in die Sauna, baue Home-Server auf oder programmiere ein bisschen im Bereich der Web-Applikationen. Dazu benötige ich einen Web-Server, einen PHP5 Interpreter sowie eine SQL Datenbank.
  • DVB-S Aufnahmen: Diese Anforderung entstand während der Projektplanung. Ich kam irgendwann auf den Gedanken, dass ein Server, der zeitweise im 7x24h Betrieb läuft, doch nebenbei auch noch ein paar TV Sendungen aufnehmen kann. Da der Home-Server für das Arbeitszimmer geplant ist, beschränkt sich die zusätzliche Anforderung rein auf die Aufnahme von digitalen SAT-TV Sendungen sowie die Steuerung über ein Web-Interface. Das Abspielen der Aufnahmen kann über die (modifizierte) Xbox erfolgen.
  • Erweiterbarkeit: die aufgelisteten Anforderungen sind die Anforderungen, die ich heute habe. Der Server muss in der Lage sein, weitere “übliche” Internet-Dienste bereitzustellen. Meine Email liegt bislang bei dem Email-Provider. Vielleicht will ich sie morgen stündlich auf den Server spiegeln. Die Anforderung an den Home-Server, die sich daraus ableitet, lautet: er sollte noch Reserven haben und nicht bereits mit den oben aufgeführten Anforderungen am Rande der Leistungsfähigkeit angelangt sein.
  • Allgemeine Ziele: der Server ist für eine Laufzeit von 5 Jahren auszulegen. Weiterhin sollte er möglichst wenig Strom verbrauchen sowie möglichst kompakt und leise sein. Das maximale Budget für die Planung war 500 EUR, wobei zwei 3.5″ Festplatten aus dem bisherigen Server übernommen werden können.

Das Backup wird über den Desktop-PC durchgeführt. Der Server muss dazu die zu sichernden Daten in einem Verzeichnis komprimiert und gepackt bereitstellen, damit man sie manuell vom Desktop-PC in mehr oder minder regelmäßigen Abständen z.B. auf eine DVD-R brennen kann. Weiterhin war für mich klar, dass der Server unter Linux (Fedora Core 3) laufen wird. Dass man dabei auch noch eine Windows XP Lizenz einspart, ist ein willkommener Nebeneffekt. Prinzipiell sollten die Anforderungen aber auch mit einem Windows XP mit zusätzlicher Cygwin-Installation mehr oder minder geschickt abzudecken sein.

Auswahl der Systemkomponenten

Das Ziel des geringen Stromverbrauchs führt automatisch zu der Frage, welche Komponenten überhaupt in dem Home-Server benötigt werden. Das Gehäuse mit Netzteil sowie das Mainboard mit CPU und Speicher verstehen sich von selbst ebenso wie die Festplatte. Die gewünschte Daten-Spiegelung führt zu einer zweiten Festplatte. An dieser Stelle liess ich es offen, ob ich eine Online-Spiegelung (RAID1) verwenden oder die zweite Platz gezielt einmal täglich aktivieren würde, um die Daten auf die zweite Platte zu sichern und sie anschließend wieder abzuschalten. Das CD-ROM brauche ich nur für die Installation, dass läßt sich daher temporär anschließen. Ein Floppy-Laufwerk ist ebenfalls unnötig, die DVB-S Karte dagegen für die Aufnahmefunktion Pflicht.

Mit der Anforderungs-Liste ging es dann auf die Suche. Die Forderung nach einem kompakten Server führte mich zu der Mini-ITX Szene, die von den VIA EPIA Boards auf Basis des VIA C3 Prozessors beherrscht wird, in der aber auch zunehmend Pentium 4 sowie Pentium-M Boards verwendet werden. Der Begriff Mini-ITX bezeichnet dabei einen Mainboard-Größe von nur 17 x 17 cm, die überhaupt erst den Bau von sehr kompakten Gehäusen zuläßt.

Pentium-M Mini-ITX Board

DFI IM-G5M100-N

Aufgrund der Forderung “wenig Stromverbrauch” schieden die Pentium 4 Boards aus. Letztendlich lautete die Grundsatzfrage dann VIA EPIA Board oder Pentium M Board. Für letzteres spricht eindeutig die Leistungsfähigkeit, ebenso eindeutig dagegen allerdings der Preis. Der Preis läßt sich durch Verwendung eines Celeron M Prozessors etwas drücken, allerdings gehen dann einige der Stromspar-Funktionen verloren, die der Celeron M gegenüber dem Pentium M nicht besitzt. Man muss hier übrigens aufpassen: es gibt den Pentium 4 M Prozessor (im Sockel 478) und den “richtigen” Pentium M (im Sockel 479). Ich spreche hier im vom letzteren.

Im Bereich der VIA EPIA Boards konzentrierte ich mich auf den aktuellen Prozessortyp, den C3 Nehmiah. Diesen gibt es in einer passiv gekühlten EDEN Variante mit 600 MHz CPU Takt sowie in einer Version mit CPU Lüfter (40 mm) mit 1 GHz Takt (bzw. 1.2 GHz). Da die CPU im Hinblick auf einen geringen Stromverbrauch für Embedded Anwendungen entwickelt wurde, kann sie mit aktuellen Intel Celeron oder AMD Sempron Prozessoren nicht mal ansatzweise mithalten, selbst älteren Celeron Prozessoren muss sie sich klar geschlagen geben. Besonders düster sieht es im Bereich der Fließkomma-Operationen aus, die bei einem Home-Server in der Regel aber eine untergeordnete Rolle spielen.

Als Faustformel bin ich aufgrund der diversen gelesenen Benchmarks davon ausgegangen, dass ein VIA C3 Prozessor bei gleichem Takt mindestens auf der Höhe eines Pentium MMX Prozessors liegt. Die 1 GHz Variante wäre mit diesem Ansatz um den Faktor 5 schneller als mein derzeitiger Pentium 200MMX. Für die angedachten Anforderungen sollte die CPU Leistung damit vollkommen ausreichen. Vermutlich würde bereits die 600 MHz Variante reichen, allerdings bietet mir diese zu wenig Reserven.

Ein Pentium M Board im Mini-ITX Format kostet ca. 250 EUR (z.B. das DFI IM-G5M100-N), ein Celeron M Prozessor ca. 100 EUR. Der Einstieg kostet damit ca. 350 EUR. Im Bereich der VIA EPIA Boards kriegt man Boards inkl. der CPU mit vergleichbarer Schnittstellen-Ausstattung für ca. die Hälfte des Preises. Der Stromverbrauch ist im Fall der VIA EPIA Boards auch noch einmal deutlich geringer und die höhere Rechenleistung eines Celeron-M brauche ich nicht wirklich. Die Wahl fiel daher auf ein VIA EPIA Board. Wer deutlich höhere Anforderungen an die Rechenleistung hat, fährt aber vermutlich mit den zunehmend erscheinenden Pentium M Systemen besser. Wer sich für Pentium M Boards interessiert, sollte sich auch bei den Herstellern Commell und Kontron umschauen.

Von den VIA EPIA Boards waren für mich prinzipiell das M10000B, PD10000, MII 12000 sowie das demnächst vielleicht mal erscheinende (bei VIA weiss man anscheinend nie, wieviel Jahre zwischen Ankündigung und Verfügbarkeit liegen) SP13000 mit 1.3 GHz CPU interessant. Für den Vergleich zwischen den Boards habe ich mir die folgende Übersichtstabelle erstellt. Gelbe Einträge markieren unschöne bzw. problematische Eigenschaften (bezogen auf meine persönlichen Anforderungen), grüne Einträge begrüssenswerte Features für zukünftige Anforderungen:

Board-Typ M10000B PD10000 MII12000 SP13000
CPU, Typ aktiv VIA C3 1 GHz VIA C3 1 GHz VIA C3 1.2 GHz VIA C3 1.3 GHz
Chipset CLE266 CLE266 CLE266 CN400
Speicher DDR266, max. 1 GB DDR266, max. 1 GB DDR266, max. 1 GB DDR400, max. 1 GB
Grafik UniChrome AGP UniChrome AGP UniChrome AGP UniChrome AGP Pro
MPEG Accelerator MPEG2 MPEG2 MPEG2 MPEG2, MPEG4
Audio 6 Channel 2 Channel 6 Channel 6 Channel
Padlock Support Ja
Slots 1 x PCI 1 x PCI 1 x PCI 1 x PCI
IDE Devices 4 4 4 4
S-ATA Devices 2
Ethernet 1 x 10/100 2 x 10/100 1 x 10/100 1 x 10/100
Floppy 1 1
TV Out 1 (VT1612) 1 (VT1622) 1 (VT1623)
USB 2.0 2 x OBC, 2 x BP 2 x OBC, 4 x BP 2 x OBC, 2 x BP 3 x OBC, 2 x BP
Firewire 2 x OBC 1 x BP 1 x OBC
VGA 1 x BP 1 x BP 1 x BP 1 x BP
S-Video 1 x BP 1 x BP 1 x BP
RCA (SPDIF o. TV) 1 x BP 1 x BP 1 x BP
Audio OBC L-Out, M-In, CD L-Out, M-In L-Out, M-In, CD L-Out, M-In, CD
Audio BP L-Out, L-In, M-In L-Out, L-In, M-In L-Out, L-In, M-In L-Out, L-In, M-In
PS2 Keyboard, Mouse Keyboard, Mouse Keyboard, Mouse Keyboard, Mouse
LPT Port 1 x BP 1 x BP 1 x OBC 1 x OBC
Seriell Port 1 x OBC, 1 x BP 3 x OBC, 1 x BP 1 x OBC, 1 x BP 1 x OBC, 1 x BP
CardBus Type I, II 1 x BP
CompactFlash 1 x BP
Preis 139 EUR 169 EUR 199 EUR ~ 200..230 EUR

Hinweis: Die Bezeichnung OBC steht für “Onboard Connector”, die Bezeichnung BP für “Back Plane”. Damit wird gekennzeichnet, ob der Anschluß direkt an der Rückwand verfügbar oder per Kabel vom Board her anzuschliessen ist.

Hauppauge WinTV NOVA-s

Klein genug, um in einem Mini-ITX Gehäuse Platz zu finden. Da keine Wiedergabe auf dem Server benötigt wird, reicht die reine Aufnahmefunktion. Full-Featured Karten mit MPEG-Decodern sind deutlich länger und passen in der Regel nicht in ein Mini-ITX Gehäuse.

EPID PD10000 Board

EPIA PD10000 Board

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Da der anzuschließende Drucker über einen Parallel-Port angeschlossen wird und ich den Wunsch nach zwei LAN Interfaces hatte, fiel die Wahl auf das EPIA PD10000 Board mit 1 GHz CPU (Kostenpunkt ca. 150 EUR). Für reine Netzwerk/Server-Anwendungen scheint das PD10000 Board weitgehend ideal, für Heimkino-Anwendungen ist es dagegen deutlich weniger geeignet. Auch hier zeigt sich wieder, dass es sehr hilfreich ist im Vorfeld zu wissen, was man eigentlich erreichen möchte.

Die Recherchen nach einer geeigneten DVB-S Karte für das reine Aufnehmen unter Linux führten mich zu Karte “WinTV NOVA-S PCI” der Firma Hauppauge. Diese wird von dem Linux VDR Projekt problemlos unterstützt, ist recht kompakt (nicht viel länger als der PCI Steckplatz) und liegt auch preislich im Rahmen (ca. 80 EUR).

Gehäuse

Die Wahl des Gehäuses erfolgte zum einem nach praktischen Gesichtspunkten, allerdings natürlich auch nach persönlichem Gefallen, also etwas sehr subjektivem. Was der eine mag, findet der andere scheußlich. Die praktischen Aspekte lassen sich dagegen klar umreissen. Das Board muss rein (mit einem 512 MB DDR Speicherriegel), zwei 3.5″ Festplatten sowie eine DVB-S Karte. Weiterhin wollte ich für zukünftige Zwecke einen Einschub für ein 5.25 CD/DVD Laufwerk haben, der aber zunächst nicht genutzt wird (die Installation ist mit einem nur provisorisch angeschlossenen CD-Laufwerk geplant).

Designergehäuse

Cubit 3 in ‘Graphite black’

Hush Mini-ITX in Silber

Die Möglichkeit, sich selbst ein Gehäuse zu bauen oder andere Behältnisse zu “missbrauchen”, schied für mich aus Zeitgründen aus. Wer sich hier Anregungen verschaffen möchte, möge einfach mal die Site www.mini-itx.com aufsuchen. Dort gibt es eine Projektliste mit vielen interessanten Realisierungen.

Wer bereit ist viel Geld für ein leises Designergehäuse (häufig inklusive Innenleben) auszugeben, dem empfehle ich einen Blick auf die Websites der Hersteller Hush, hoojum design sowie Tranquil. Diese Gehäuse integrieren sich auch sehr schön in ein Wohnzimmer, erlauben teilweise eine passive Kühlung und sind in allen Fällen sehr teuer. Für einen Wohnzimmer-PC würde ich mich sicher hier umschauen, für einen Arbeitszimmer-Server sind mir die Gehäuse erstens zu unflexibel und zweitens zu teuer.

Morex Venux 669

Meine Wahl: Silber

Auch als “kleines Schwarzes”

Gute Übersichten von Mini-ITX Gehäusen findet man auf den Websites von Mini-ITX.de, Mini-ITX.com sowie Techcase.de. Meine Wahl fiel auf den ‘Venus 669’ Cube der Firma Morex. Er bietet Platz für zwei externe 5.25″ Einschübe, einen externen 3.5″ Einschub sowie Platz für eine interne 3.5″ Festplatte. Der externe 3.5″ Einschub ist für die zweite Festplatte geplant. Das Netzteil bietet mit 200W für ein VIA EPIA System Leistung bis zum Abwinken, erlaubt aber damit auch noch eine Reduzierung der Lüfterspannung und damit einen leiseren Betrieb.

Damit war die Auswahl der Systemkomponenten abgeschlossen, das benötigte Budget stand auch fest. Der Morex Cube schlägt mit 100 EUR zu Buche, das Board mit 150 EUR, der 512 MB DDR Speicher mit 80 EUR, die DVB-S Karte ebenfalls mit 80 EUR. Das macht zusammen ca. 410 EUR zzgl. der Versandkosten, liegt also innerhalb des geplanten Rahmens. Hmm… eigentlich könnte ich mir da noch eine 160er Samsung für 80 EUR genehmigen, man gönnt sich ja sonst nichts…

Tip(p) am Rande: Wer wirklich nur einen reinen File Server zu Hause möchte und weder die Programmierung von Web-Applikationen im Auge hat, noch die Aufnahme von TV Sendungen, kommt deutlich günstiger weg. Einfache Mini-ITX Gehäuse gibt es aber 50 EUR. Ein VIA EPIA-ME 6000 Board mit passiv gekühltem 600 MHz Prozessor reicht für einen reinen File Server vorne und hinten und kostet nur ca. 110 EUR. Noch günstiger geht es mit einem VIA EPIA-5000 Board, dass für wenig mehr als 80 EUR zu haben ist (ich empfehle dann aber das ME6000 Board, u.a. auch wegen dem neueren Speicherstandard). 256 MB Speicher reichen für einen Linux-basierten File Server aus, das sind 40 EUR. Mit ca. 200 EUR zzgl. Festplatte ist man schon im Spiel und hat einen vollwertigen, kleinen Server stehen.

Surftip(p)s

Zum Schluß des ersten Kapitels noch ein paar Website-Tip(p)s für diejenigen, die sich selbst einen Mini-ITX Rechner aufbauen wollen:

  • http://www.epiacenter.de: Eine deutschsprachige Seite rund um die VIA EPIA Boards mit Reviews, Produkt-News, einem guten Forum sowie einem Power-Simulator, um den Leistungsverbrauch eines geplanten Systems ermitteln zu können.
  • http://www.epiacenter.com: Im Prinzip die gleiche Site wie die obere, aber die englische Version mit englischem Forum.
  • http://www.mini-itx.com: Online-Shop mit vielen interessanten Informationen rund um ITX Komponenten und Projekte (englisch-sprachig).
  • http://www.mini-itx.de: Online-Shop mit ein paar interessanten Informationen rund um ITX Komponenten (deutsch-sprachig).
  • http://www.via.com.tw/en/initiatives/spearhead/mini-itx: Information von VIA über das Mini-ITX Format.

Auch wenn man sehr viel Informationen aus den oben genannten Websites absaugen kann, in der Regel bleiben dann doch immer wieder spezielle Fragen offen. Zu diesen Fragen findet man häufig Antworten in den Webforen bzw. kann man die Fragen dort stellen und auf Antworten hoffen:

  • http://www.epiacenter.de/modules.php?name=Forums: Deutschsprachiges Anwender-Forum rund um die EPIA Boards, sehr empfehlenswert.
  • http://www.vdr-portal.de/board/index.php: Ein exzellentes Forum rund um die VDR (Video Disc Recorder) für Linux.

Zum Schluß noch einige interessante Artikeln/Berichte zu dem Thema ITX:

  • http://users.erols.com/chare/elec.htm: Technische Daten wie Leistungsverbrauch, Spannungen und max. Temperaturen für die meisten, bekannten Prozessoren.
  • http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2004/pentium_m_desktop-pc/: Interessanter Artikel über den Einsatz von Pentium M CPUs in Desktop-PCs. Sehr interessant, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Mini-ITX Server auf Basis der Pentium M CPU aufzubauen.

Weiter geht es dann mit dem zweiten Kapitel, dem Zusammenbau der Hardware und der Betriebssystem-Installation.

11 Kommentare zum Artikel “Home Server, Teil 1 – Anforderungen und Auswahl der Komponenten”

  1. Wie immer sehr informativ. Ich bin schon auf die ersten Fotos gespannt!
    Ich hoffe für Dich, dass das Gerät dann auch wirklich so leise ist wie Du denkst. :)

    GL & HF
    T.

  2. Danke, hat mir sehr geholfen!

  3. Sehr ansprechend. Bin jetzt auch am überlegen ob ich sowas brauche. Mir fehlen bis hierher nur noch detailliertere Energieverbrauchsmessungen.

  4. Die gibt es im zweiten Teil :-)

  5. Danke für diesen Artikel – kompetent, übersichtlich gut. :-)

  6. Tach möchte mihr auch einen Home Server zulegen aber eigentlich nur um Daten drauf zu packen
    kenne mich mit Servern nicht aus würde gerne wissen wenn ich nen server baue wie geht das dann mit dem verwalten
    kann ich das uber eine entsprächende oberfläche von meinem PC aus oder braucht der Server nen extra
    Monitor, Maus usw.

    MFD

    • Für die Installation selbst brauchst du Monitor/Tastatur/Maus, die kannst du dir aber auch von deinem “Haupt-PC” ausleihen. Wenn der Server installiert ist, kannst du ihn auch problemlos remote bedienen. Ich starte dazu per SSH den VNC-Service auf dem Server. Weiterhin gibt es auch webbasierte Administrationsoberflächen, mit denen du z.B. den Samba-Service (für den Datenzugriff) per Web-Browser verwalten kannst

      Wenn es dir aber rein um den Datenzugriff geht, wäre unter Umständen auch ein kleines Home-NAS System eine Alternative. Dabei handelt es sich um Festplatten mit einem kleinen integrierten “Server”, der die Daten im LAN bereitstellt. Die Administration erfolgt dort über den Web-Browser. In der Zeitschrift c’t waren bereits häufiger Vergleichstests dieser Geräte.

  7. sehr schön. Ich bin schon auf die folgenden Teile gespannt. 2004 habe ich meinen ersten Homeserver gebaut – auch mit Epiaboard, AMD Geode basierte Boards hatten den kürzeren gezogen.

  8. Super informationen ! Habe mir mit Hilfe dieser Tipps einen stromsparenden, leisen und preiswerten
    Linux Homeserver mit Intel ATOM zusammengestellt, läuft seit 1/2 Jahr und 24/7 problemlos.

    Danke !

    mein realisierter Bauvorschlag:

    https://7781587814726660428-a-1802744773732722657-s-sites.googlegroups.com/site/hhrescue95/MeinneuerHomeserver.pdf

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