Ab und zu habe ich blöde Gedanken. Zum Beispiel den, ein englisches Buch zu kaufen in der festen Absicht, dies auch zu lesen um damit die eigenen Englischkenntnisse zu verbessern. Die Erfahrung zeigt, dass diese Bücher dann im Regal stehen und dort stehen bleiben. Letztens war es wieder so weit. Ich schlenderte in Hannover in den Lehmanns und stolperte über einen Tisch, auf dem das Buch “Talk Talk” von T.C. Boyle lag. Der Appetizer auf der Rückseite war offensichtlich gut formuliert, kurze Zeit später stand ich mit dem Buch an der Kasse. Diesmal verstaubte das Buch nicht im Regal.
Die Geschichte dreht sich um einen Identitätsdiebstahl. Eine Frau wird wegen diverse Delikte, die sie nicht begangen hat, verhaftet. Nachdem geklärt ist, dass jemand anders unter ihrem Namen die Delikte begangen hat, macht sie sich mit ihrem Freund auf die Suche nach dem Schuldigen. Der Autor deutet nur sporadisch an, wie der Täter die andere Identität nutzt. Der Spannung tut dies zwar keinen Abbruch, die Geschichte verliert damit aber etwas an Ernsthaftigkeit.
Das Buch läßt sich aus meiner Sicht mit einem mittelmäßigen Englisch bereits gut lesen. Ich habe die mir unbekannten Vokabeln einfach überlesen, ohne das Gefühl gehabt zu haben, wesentliche Teile der Geschichte, der Charakterbeschreibungen, der Atmosphäre oder Situationen dabei verloren zu haben. Vermutlich ist das auch der Trick, um englische Bücher nicht nur ins Regal zu stellen, sondern sie zu lesen: einfach lesen, nicht die unbekannten Wörter nachzuschlagen.