Artikel mit dem Tag ‘Cafe’

Frühstücken in Berlin, Fortsetzung

cafemontevideo kanadischesfruehstueck Frühstücken in Berlin, FortsetzungDer Mensch als solcher will nach dem Aufwachen häufig etwas essen – eine Tätigkeit, für die sich der Begriff ‘frühstücken’ eingebürgert hat. Dies gilt auch für Berliner und solche, die sich in Berlin aufhalten aber nicht dort leben und entweder nicht gewillt sind knapp 20 EUR für das Frühstücksbuffet im Hotel zu zahlen oder einfach eine andere Atmosphäre als die vorziehen, die im Hotel anzutreffen ist. Zu dem Thema habe ich mich bei einem meiner letzten Besuche schon einmal geäußert, hier kommt der zweite Teil: frisch und selbst recherchiert, absolut authentisch.

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Hefeweizen mit Seele

cafe weizenbier1 Hefeweizen mit SeeleWenn ich Bier trinke, dann meistens Hefeweizen. Genau genommen trinke ich es dann in der Regel auch nicht nur, sondern geniesse es. Meine Nase wandert langsam über das Glas, nimmt den Geruch auf – trinken tue ich es in kleinen Schlückchen, lasse die Flüssigkeit langsam im Mund kreisen, bevor ich sie schlucke. Anschließend kann es auch passieren, dass die Zunge über die Lippen streicht, um auch den letzten Tropfen aufzunehmen. Gewisse Parallelen zum Liebesspiel sind offensichtlich – sozusagen eine Art gesellschaftlich akzeptierte, öffentliche Selbstbefriedigung.

cafe weizenbier2 Hefeweizen mit SeeleSchöfferhofer, Franziskaner, Paulaner oder Maisels – es muss cremig schmecken und im Mund kribbeln. Das typisch nordische Leibgetränk Pils kann da nicht mithalten, das bayrische Helle sowieso nicht – das Kristallweizen auch dann nicht, wenn es ohne Reiskorn oder Zitronenscheibe serviert wird. Wobei ich letzteres eh als eine Unart empfinde – wenn ich Hunger habe, esse ich etwas Richtiges.

Was mich zu diesem Posting treibt ist die Gefühlslosigkeit, mit der hinter vielen Theken das Hefeweizen serviert wird. Häufig wird es wie ein Pils oder eine Cola in ein Glas gekippt, so dass im schlimmsten Fall der untere Teil im Glas sogar mehr oder minder klar bleibt – wie im oberen Bild zu sehen. Wie gerade dargelegt gibt es gewisse Parallelen zwischen dem Geniessen eines Hefeweizens und dem Liebesspiel. Dementsprechend muss man ein Hefeweizen auch mit viel Liebe einfüllen, man muß sich dabei Zeit lassen – die Flüssigkeit muß trübe sein, wie im linken Bild schön zu sehen.

Für alle Hefeweizen-Unkundigen: man giesse den größten Teil des Weizens flach in ein Glas, damit nicht zuviel Schaum entsteht, ungefähr 2 bis 3 cm beläßt man in der Flasche. Wer sich die Flasche jetzt genauer anschaut, wird feststellen, dass sich am Flaschenboden die Essenz des edlen Gesöffs befindet: die Hefe. Diese löst man indem man entweder die Flasche zwischen den beiden Handflächen schnell hin und her dreht oder die Flasche flott auf der Theke kreisen läßt. Diese Tätigkeit gehört zum genussvollen Vorspiel und sollte daher nicht im Drei-Sekunden Akkord runtergespult sondern erst dann beendet werden, wenn keine Hefe mehr am Flaschenboden hängt. Schließlich ist es doch die Hefe, die für den cremigen Geschmack sorgt und wer möchte schon auf die Creme verzichten.

Unwiderstehliche dunkelbraune Versuchung

latte nougato Unwiderstehliche dunkelbraune VersuchungIm April hatte ich ihn gerade erst kennen gelernt, den Latte Nougato, den mit Nougatsoße verfeinerten Latte Macciato. Inzwischen war ich schon häufiger dort – in dem Coffeeshop Monaco.

Da Frau Moggadodde so interessiert an der Zusammensetzung dieses edlen, süßen Gesöffs war, stelle ich hiermit eine fotografische Abbildung einer frischen Zubereitung online. Das Dunkelbraune auf dem Grund ist die Nougatsoße, die sich herlich mit dem Löffel durch den Latte nach oben ziehen läßt.

(rot umrahmte Bilder gibt es nach dem Anklicken in größerer Auflösung…)

Streifzug durch Berlin

berlin kadewe Streifzug durch BerlinAnläßlich des 11. Erotischen Salons weilte ich wieder ein paar Tage in Berlin – die Anfahrt muß sich ja lohnen. Dank des guten Wetters konnte ich den Besuch mit einer Motorradtour verbinden (Roadbooks folgen), den Samstag nutzte ich für ein gemütliches Schlendern durch Berlin – für größere Ortswechsel den Nahverkehr. Letzteren bezahlt man an Fahrscheinautomaten in den U-Bahnhöfen oder den Straßenbahnen, von Berlinern als Tram bezeichnet. Ich empfehle die Nutzung der Straßenbahnen, die sind günstiger.

berlin sonycenter Streifzug durch BerlinDas liegt nicht daran, dass die Tarife andere wären: es liegt einfach daran, dass die Automaten sehr wählerisch sind, was Münzen angeht und Scheine grundsätzlich nicht akzeptieren. Dem BVG ist dieses Problem offensichtlich bewußt, ein Schild auf dem Automaten bittet die Fahrgäste ggf. nach dem Umsteigen zu zahlen. Beim geschätzt zwanzigsten Einwurf von abwechselnd zwei 2-EURO-Münzen sagte mir eine Frau, dass sie es aufgegeben hätte. Nach meiner Erfahrung vom Freitag, als der Automat kurz vor dem Aussteigen, d.h. nach ca. 6 abgefahrenen Stationen, die letzte Münze annahm, mimte ich den Coolen und hatte prompt Erfolg. Sie hat es dann auch noch einmal versucht, vergeblich – sie hatte mehr Glück.

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Schizophrenie am Morgen

fruehstueck Schizophrenie am MorgenZu der ersten Mahlzeit des Tages, dem Frühstück, habe ich ein fast schon schizophrenes Verhältnis (mein Kumpel Kutte sagt immer “lieber ein schizophrenes Verhältnis, als gar keinen Sex”, aber das gehört jetzt nicht hierher). Im Alltag fällt bei mir das Frühstück häufig mangels Zeit aus. Wer die Nächte liebt, stellt morgens den Wecker auf die letzte Rille und hetzt dann ohne Frühstück ins Büro. Das Frühstück beschränkt sich daher werktags meistens auf die Tasse Kaffee im Büro zu E- und Voice-Mail.

Auf der anderen Seite kann ich kaum eine Mahlzeit so geniessen, wie das Frühstück – alleine mit oder ohne Buch, zu zweit oder auch mit mehreren Freunden. Ein Müsli vorweg, ein bis drei Tassen Kaffee gefolgt von einer heißen Schokolade, Orangen- oder Grapefruitsaft sowieso, ein Ei oder noch besser etwas Rührei mit Schinken, ein Johgurt oder Obstsalat hinter – eine Stunde ist nichts.

Wenn ich alleine auf eine ganztägige Motorradtour gehe, habe ich mir angewöhnt, in nicht allzu großer Entfernung von Braunschweig eine ausgiebige Frühstückspause einzulegen – meistens die längste Pause des Tages. Wenn die Reise gen Süden geht, ist das Double You in Salzgitter-Bad mein Stammcafe. Für rund 4,50 EUR bekommt man ein Frühstück, das satt macht und Kaffee oder Tee ohne Ende. Bei Touren gen Norden halte ich eigentlich immer im Cafe in Uelzen. Ein hervorragender Latte Macciatto, dazu drei Spiegeleier mit Brötchen und ein Fruchtsaft – der Tag kann kaum besser anfangen.