Die neuste Verbalattacke von unserem Finanzminister lässt mich, auch wenn ich weiß, dass es eigentlich mehr zum Heulen ist, breit schmunzeln. Herr Steinbrück teilt aus und das Echo kommt aus allen Richtungen zurück, sogar unerwarteten. Ein paar Überlegungen zu diesem Thema:
1. Herr Steinbrück besitzt offensichtlich kein Gespür für das Verhalten auf dem internationalen Parkett. Auch wenn ich seine Ziele für nachvollziehbar – sogar überfällig – halte, sein Kommunikationsverhalten passt nicht zu seinen Amt.
2. Die Tatsache, dass ein gehöriger Teil auch des Schweizer Bankgeschäfts gezielt durch Steuerbetrug in anderen Ländern erwirtschaftet wird, wird durch Leugnung nicht aus der Welt geschafft.
3. Offensichtlich ist es für die Schweizer Behörden auch nicht so einfach möglich, Steuerbetrüger aus der Schweiz mit deutscher Hilfe zu ermitteln – sagen zumindest die Schweizer Medien. Vielleicht ein guter Anlass, auch hier eine Lösung zu schaffen.
4. Die Schweiz ist sauer, weil sie in einem Zug mit Ouagadougou genannt wird – der Vergleich mit Steueroasen, die ebenfalls die Steuerhinterziehung zumindest bewusst toleriert haben, tut scheinbar weniger weh.
5. Der Botschafter von Ouagadougou ist sauer, weil er in einem Zug mit der Steueroase Schweiz genannt wird.
6. Die Europaministerin Müller entschuldigt sich für Herrn Steinbrück, weil letzterer anscheinend nicht einmal den Mumm hat, sich für eine – sagen wir mal äußert unglückliche – Äußerung zu entschuldigen.