Zwei Arschlöcher, ein Handy und die Bombe
Letztens, im Airbus A319 auf dem Flughafen Zürich: Wir standen in der Warteschlange vor der Startbahn und näherten uns langsam der Pole Position. Im Flugzeug war die Innenbeleuchtung bereits abgedunkelt, vereinzelt eingeschaltete Leselampen an der Unterseite der Gepäckablage erhellten den Lesestoff, den der eine oder die andere in den Händen hielt. Die Lampe schräg über mir warf ihr Licht auf die Begriffserklärungen am Anfang eines Buchs über IT-Unternehmensarchitektur, das zwar prinzipiell nicht uninteressant war, aber keineswegs mit einem guten Thriller von Minette Walters oder Ian Rankin mithalten konnte.
Trotzdem war ich in das Buch vertieft, als aus den Lautsprechern, die sich in direkter Nähe der Leselampen befanden, eine Stimme durch die Stille schallte: „Bitte setzen Sie sich hin“. Ich war kurz irritiert, saßen wir – wenn ich die Summe aus Fluggästen und Bordpersonal als wir bezeichnen darf – doch schon seit einigen Minuten angeschnallt auf unseren Sitzen. „Bitte setzen Sie sich sofort hin“, die Stimme schallte erneut durch das Flugzeug. Ich saß relativ weit vorne und wie üblich am Gang. Ich drehte mich um und sah den Gang entlang nach hinten.
Wieder mal Zürich, diesmal aber eine andere Fluglinie und damit auch ein anderes Terminal am Flughafen. Terminal C in Hannover, Terminal E in Zürich. Das Terminal E in Zürich ist etwas abgesetzt und auch nicht über einen ewig langen Gang an das Hauptgebäude angeschlossen, wie es sonst in solchen Fällen üblich ist. Dafür gibt es eine im Kreis fahrende U-Bahn namens Skymetro, die die Passagiere zu dem Hauptkomplex transportiert.
Die Fahrt geht recht schnell, viel mehr als eine Minute dauert der Spaß nicht. Nichtsdestotrotz hat man an eine akustische Untermalung der Fahrt gedacht, vielleicht um das Geschnatter einiger Passagierer, die ihren Kollegen von ihren Heldentaten berichten, etwas übertünchen zu können. Nun erwarte ich in solchen Momenten nicht unbedingt mit Nightwish oder Carolyne Mas erfreut zu werden, mit Beruhigungsklängen für geistig Behinderte rechne ich aber auch nicht.