Angst vor dem Leben?
Warum haben so viele Menschen Angst vor dem Ungewissen, vor dem Neuen, vor Änderungen? Als Kind waren sie doch nicht so; da hatte doch noch die Neugier die Oberhand und das Lächeln im Gesicht begleitete jede neue Entdeckung. Wer hat das bei so vielen kaputt gemacht? Und Warum? Brenda Ueland schreibt in ihrem Buch If You Want to Write, in dessen Titel eigentlich ‘write’ durch ‘live’ zu ersetzen ist, dass es anfangs überängstliche Eltern sind, später falsche Freunde und Lebenspartner, die einen anstatt zu unterstützen Dinge ausreden, ihre Bedenken äußern und einen so wieder auf den Boden des Alltags zurück holen.

Die Gegensätze in Berlin kommen mir immer wieder wie ein mentaler Saunagang vor. Auf der einen Seite ein Einkaufscenter mit gediegener Atmosphäre wie z.B. am Potsdamer Platz, direkt daneben protzt das Sony Center mit moderner, aufwendiger und verschwenderisch wirkender Architektur. Zahlreiche Cafés, in denen der Kaffee mit einem kleinen Stück Kuchen 5 bis 6 EUR kostet. An diesen Flecken neuzeitlicher Schöpfungen könnte ich den Eindruck bekommen, dass es allen gut geht.
Letztens habe ich mich mit einem Bekannten unterhalten, der demnächst seine Firma verläßt. Durch aufgestaute Urlaubstage und Überstunden kommt er in den Genuss von ein paar freien Monaten, die er, da er zumindest nicht die Not hat sofort wieder arbeiten zu müssen, auch als Pause nutzen möchte. Wir sprachen über dies und das und speziell über die Frage, wie man ein solche Pause nutzen könnte. Die Diskussion endete schließlich bei der Frage, ob ‘man’ die Zeit von ein paar freien Monaten für eine Teil-Weltreise nutzen würde.
Eigentlich hatte ich an dem Sonntag vor gehabt durch die Seenplatte bis Rügen zu rollen, einmal die Insel zu umrunden und dann wieder Berlin anzupeilen. Nach den zuletzt stressigen