Artikel mit dem Tag ‘Kunst’

Schweizer Engel

brooding angel Schweizer EngelLetztens habe ich in Bern in einem Schaufenster einen goldenen Engel gesehen. Nun ist nicht alles gold, was glänzt – dieser war es aber, wenn auch nur an der Oberfläche und nur im Hinblick auf die Farbe. Und auch wenn ich nicht an Engel glaube, dieser ließ mich sofort anhalten. Vielleicht war mein Nichtglaube an Engel auch der Grund für die Symbolik, die ich sofort mit dem Engel in diesem Schaufenster in Bern verband.

Es war dieser nachdenkliche, bedrückte Blick des Wesens, das für das Gute steht oder zumindest stehen soll. Mir war, als ob das, was der Engel sieht, selbst diesen am Guten zweifeln lässt. Insofern bekam der Engel etwas sympathisches, etwas reales.

Der Ursprung der Welt

Gustave Courbet - Der Ursprung der WeltNach dem Ende der erotischen Lesung kam ich kurz ins Gespräch mit einem Feigenblatt-Autor, der die Lesung ebenfalls besucht hat. Es ging um meine Suche nach einem realistisch gemalten Akt, die bislang immer noch nicht von Erfolg gekrönt ist. Er nannte mir einige Namen von Malern, die zwar wieder nicht zum eigentlichen Ziel führten, aber erneut zu einem Bild, das mich einfach dahinschmelzen läßt und zumindest vom Stil her dem entspricht, was ich suche. Das Motiv ist zwar nicht das eines sich liebenden Paares, der “emotionale Effekt” ist aber vergleichbar. Ich spreche von dem oberen Bild in diesem Posting.

Gustave Courbet - Die SchläferinnenDas Gemälde ist von Gustave Courbet, der Titel seines Werkes ist ‘L’Origine du monde’ (Der Ursprung der Welt). Da der Stil paßte, habe ich mich natürlich nach anderen Werken von ihm umgeschaut. Zwar fand ich ein Päarchen, dass sich gerade liebt, aber offensichtlich “nur” ein lesbisches. Nicht, dass mich das wirklich stören würde, gesucht wird aber ein gemischtes Paar. Aber immerhin, vom Stil her entsprechen die Bilder meinen Vorstellungen. Und wenn ich so drüber nachdenke… das Motiv vom Ursprung der Welt ist traumhaft hinsichtlich Blickwinkel und Ausführung und der Titel hat ja durchaus etwas philosophisches an sich.

Eine schöne Übersicht über seine Werke gibt es direkt in der Wikipedia. Die gezielte Suche nach käuflichen Ausführungen für die Wand führte zu mehreren Quellen, die Gemälde als Kunstdruck oder auf Leinwand fertig gerahmt anbieten. Als Beispiel sei die Kunstbilder Galerie sowie Kunstkopie genannt. Die Preise bewegen sich für die Größe, die mir vorschwebt (ca. 60 cm Breite) im Bereich von 100 EUR, mit Rahmen geht der Preis aber deutlich über die 200 EUR. Gut, die Vorfreude ist die größte Freude und in der Zwischenzeit kann man sich ja auch noch nach Alternativen umschauen.

Luis Royo’s Fantasien

luisroyo2 Luis Royos FantasienLetztens habe ich mich ja offenbart und öffentlich gestanden, dass ich ab und an ein Faible für Erotisches habe. Auch auf die Gefahr hin, nun den einen oder anderen restlos zu schocken, gestehe ich weiterhin, dass ich ziemlich regelmäßig beim Sexoteric Blog vorbeischaue. Es ist keineswegs so, dass jedes Posting dort für Regungen sorgt, die Anzahl der Perlen ist aber insgesamt beachtlich. Bei manchen Postings würde Nichtregen vermutlich auch auf den bereits eingetretenden Tod hinweisen.

Neben gelungener Aktphotographie mag ich auch erotische Zeichnungen und Gemälde. Für das Schlafzimmer suche ich schon längere Zeit etwas passendes: entweder ein sich liebendes Paar oder einfach einen schönen Akt von einer Frau (gut, aus Gleichberechtigungsgründen muß ich mich dann auch mit einem Dreibein-Akt abfinden). Über ein Sexoteric-Posting bin ich auf den Künstler Luis Royo gestossen. Einen guten Eindruck seiner Zeichnungen erhält man bereits beim Besuchen seiner Homepage (Flash benötigt).

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Spencer Tunick’s Nackte

spencer tunick Spencer Tunicks NackteBloggen bildet. Ehrlich. Ein Beispiel: man erhält einen Pingback vom Blicktausch Blog, schreibt einen Kommentar und sieht kurze später einen zweiten von Babs, der Fremden. Dort stößt man auf ein Posting zu einem Kunstwerk von Spencer Tunick, findet das, was man dort sieht, sehr interessant und schon surft man durch das Internet auf der Suche nach mehr.

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Sex in der Kunst

Ein paar Zitate aus dem Vorwort einer Ausgabe von Mein heimliches Auge, die ich gerade lese. Geschrieben wurde das Vorwort von der Autorin Claudia Gehrke – es handelt von der Darstellung von Sex in der (nicht nur) deutschen Kultur.

“Pornografie ist, was ‘überwiegend zur Erregung des Geschlechtstriebs’ dient. Dieser Verdacht ruft den Jugendschutz auf den Plan. Wieder wird der Geschlechtstrieb überbewertet. Warum tritt der Jugendschutz nicht auf, wenn in einem Film (frei ab 12) alle paar Minuten Koks geschnupft wird…”

“Morden ist in der Bilderwelt unserer Kultur weit eher erlaubt als Vögeln.”

“Die herkömmliche Pornosubkultur muß abgelöst werden durch eine sexualkulturelle Vielfalt. Es fehlt fast immer die Verbindung von narrativen und pornografischen Elementen.”

Stimmt im Grundsatz, könnte man jetzt sagen – stimmt schon lange. Das Vorwort ist nicht aus der aktuellen Ausgabe sondern aus dem Band III von 1988. Wer im Jahre 2006 eine Szene mit expliziter Darstellung des Aktes sehen möchte, darf sich immer noch – wenn man von Ausnahmen wie 9 Songs absieht – in dem abgegrenzten Teil der Videothek umschauen. Warum klafft die große Lücke zwischen erzählstarken Filmen mit züchtigen Darstellungen und dem mehr oder minder handlungslosen Dreilochgestochere?