Jeans, T-Shirt und rauher Asphalt
Ich habe beim Motorradfahren keine Angst, aber Respekt: vor den eigenen Fehlern, die man immer wieder macht, vor irgendwelchen Dingen, die man zu spät sieht oder Situationen, die man falsch einschätzt. Ganz speziell vor Autofahrern, die einen nicht sehen – was auch denen passiert, die ohne gehäkelte Klopapierrolle und Hut in der Dose sitzen. Auch vor Autofahrern, denen nicht bewußt ist, dass zwischen Abbiegen und Tempo 100 bei einem Motorrad häufig keine vier Sekunden vergehen.
Über das Motorrad-Blog bin ich auf einen Artikel gestoßen, der die Erlebnisse von Brittany Morrow beschreibt – einer Frau, die in Jeans und T-Shirt als Sozia mitfuhr und nach einem Sturz schlankerhand 160 Meter über den rauhen Asphalt gerutscht ist. Schockierend die Bilder, erschreckend ihre Schilderung – bewundernswert ihr Lebensmut, der sie vorantreibt. Inzwischen fährt sie wieder selbst Motorrad, was der eine oder andere nach dem Lesen des Artikels vermutlich nicht wahr haben möchte. Verstehen kann ich es schon, den Grund liefert sie selbst:
“I wanted to feel the freedom that comes with being alone on the machine and rolling on the throttle, putting the rest of the world on hold.”
Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, kamen mir wieder einige Bilder aus diesem Jahr in den Sinn. So z.B. der Typ, der auf dem Braunschweiger Drachenfest in Badelatschen auf seine gut 170 PS starke Fireblade stieg – parallel dazu stieg seine Freundin mit T-Shirt und ohne Handschuhe auf ihre Harley. Speziell bei Frauen hat das Weglassen der Lederkleidung in einer Hinsicht durchaus seinen Reiz. Der Anblick einer entgegenkommenden Frau, die nur eine Bluse an hat, die vom Fahrtwind eng um ihre Brüste gedrückt wird, ist durch und durch reizvoll. Zumindest solange noch keine Brust Opfer des Asphalts wurde.
Schön, dass es Züge gibt. Man reist prinzipiell entspannt, sofern man einen Sitzplatz im Großraumwagen ergattert hat. Zwischen den Ticketkontrollen und dröhnenden Durchsagen in zwei Sprachen kann man sogar ab und an etwas Schlaf nachholen, wenn die
Es gibt Menschen die verstehen es, in einem Satz mehr Denkstoff unterzubringen, als andere in einem ganzen Buch. In dem