Fränkische Croissants
Letztens genoss ich bei Gutmann am Dutzendteich in Nürnberg ein großes Seefrühstück. Das Frühstück ist sehr reichhaltig: zu einem Johgurt mit Obst und einem Teller Rührei gesellt sich ein Teller mit Wurst, Käse, Nutella, Marmelade Honig, Butter und natürlich ein Brotkorb. In letzterem befinden sich nicht nur Brötchen, sondern auch ein Bamberger.
Das Ding sah aus wie ein Croissant, schmeckte wie ein (deutsches) Croissant, hieß aber Bamberger. Ich fragte mich, warum die Franken für ein französisches Gebäck, dessen Bezeichnung international geläufig ist, einen neuen Namen verwenden? Gefällt den Franken der Name „Croissant“ nicht? Ich fragte mich, was ein Franke macht, wenn er eine französische Frau kennen lernt? Sagt er dann auch “Du, ich nenne dich Anneliese, dein Name Josefine gefällt mir nicht?” Das wäre jedenfalls keine gute Basis, nehme ich zumindest an.
Ich kam zu dem Schluss, dass vermutlich der französische Name für Franken zu schwer auszusprechen ist. Das „Cr“ am Anfang läßt sich schlecht mit einem weichen ‘g’ aussprechen, auch das harte ‘g’, dass der Rest der deutschsprachigen als ‘k’ kennt, passt nicht. Und da kein Mensch versteht, was ein Franke meint, wenn er im Bäcker ein „Groissant“ will, nennt er das Ding halt Bamberger.

Über fünf Jahre habe ich in Nürnberg gelebt – kennen gelernt habe ich in der Zeit in erster Linie die Kneipen, Cafés und Bars. Erst mit dem Verlassen von Nürnberg wurde mir bewusst, dass ich von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine besichtigt hatte. Gut, auf der Tribüne am Zeppelinfeld war ich im Rahmen eines DTM Rennens sowie bei einem Tina Turner Konzert und in der Katharinenruine, weil dort im Rahmen des Bardentreffens eine Bühne aufgebaut war und mich die Band interessierte. Ich vermute aber, dass das eher nicht zählt.
Es ist schon seltsam. Da fuhr ich mit Kumpel A. einen ganzen Tag durch die Fränkische Schweiz, wusste eigentlich nie so genau, wo wir gerade waren, interessierte mich genau genommen auch gar nicht dafür und wenn ich jetzt mit etwas Abstand an den Tag zurück denke, fällt mir mehr oder minder auch nur noch ein, dass es eine schöne Tour war. Nun gut, das reicht ja letztendlich auch, zuviel Wissen kann ja auch Ballast sein.
Es sind nicht die Orte, derer wir uns erinnern, es sind die Erlebnisse. Dank eines gut fünfjährigen Aufenthaltes in Nürnberg weiß ich, dass die Stadt so schlecht nicht ist, selbst wenn man dort leben muss. Umso mehr freute es mich, dass ich nicht nur wieder einmal nach Nürnberg kam sondern sogar noch zum richtigen Zeitpunkt, zum 