Die gute Frau Gutemine hat mir vorsichtig ein Schreibübungs-Stöckchen in den Weg gelegt. Drei Sätze bzw. Satzanfänge sind vorgegeben, die ich zu insgesamt drei Sätzen weiterformulieren sollte. Nicht einfach, in drei Sätzen eine Geschichte zu erzählen, war mein erster Gedanke, unmöglich mein zweiter. Aber es reicht ja, wenn die drei Sätze eine “geführte Anregung” für die Fantasie sind – die Geschichten können dann im Kopf zu Ende geführt werden, dachte ich mir, als ich mal dachte. Damit haben die einzelnen Geschichten zwar unterschiedliche Enden, aber das hat ja auch seinen Reiz. Drei Sätze – drei Stimmungen: nachdenklich, erotisch, provozierend.
1. Der Wagen raste gegen einen Baum. Das Licht der Scheinwerfer starb zuerst, der Fahrer nur wenig später. Dann folgte die Stille – nicht nur dort, am Baum.
2. Die Frau setzte ihren Hut zurecht und drehte sich zu ihrem Mann um, der sie sehnsüchtig vom Bett aus ansah. “Nur mit Hut?”, lächelte sie ihn fragend an. Er grinste, “Ja. Und er darf nicht runterfallen!”
3. Der Mann zündete eine Zigarette an. “Seit wann rauchst du?”, fragte sie. “Seit es verboten ist”, antwortete er.
Geschichten erzählen … da fallen mir doch gleich zwei Meisterinnen der Erzählkunst ein. Und sollte dieses Kompliment nicht reichen: mit dem Stöckchen für Frau Bilse klopfe ich ihr solange auf die Finger, bis sie es annimmt – das Stöckchen für Frau Moggadodde stippe ich in ein Glas Nutella *grins*