Frühstück in Alsfeld, dann mal schauen
Am Donnerstag vor meiner 2008er Tour fragte mich C. am Stammtisch, ob sie meine Routenplanung haben könne. “Gerne”, sagte ich, “A39 bis Derneburg, A7 bis Kirchheimer Dreieck, A5 bis Alsfeld. Dort frühstücken und dann mal schauen”. Wobei das nicht ganz stimmt, das Zielgebiet stand neben zwei weiteren Eckpunkten bereits fest: die Alpen. Wenn die Königin hübsch und interessant ist, kann ich mir ja auch mal die Töchter anschauen – soweit der Grundgedanke.

Mein Blick am Morgen aus dem Fenster traf auf eine Mischung aus blauen Flecken und dunklen Wolken am Himmel. Die Wettervorhersage versprach Schauer am Vormittag, am Nachmittag und am Abend, ab mittags auch begleitet von Gewittern. Die Straßen sahen noch dunkel aus, allerdings schien der Nachschub aus dem Himmel versiegt zu sein. Ich genehmigte mir erst einmal ein ausgiebiges Frühstück an dem kompakten aber vollkommen ausreichenden Buffet.
Ein Nebenaspekt der diesjährigen Tour in die Alpen war eine seit langem geplante Töfftour mit Kollegen aus Bern. Da es eine Schweizer Tour war und den Schweizern der Begriff Motorrad oder gar Mopped nur sehr ungern über die Lippen kommt, schreibe ich Töfftour. Während der Deutsche als solcher unter einem Töff vermutlich ein Gefährt versteht, dass sehr wenig Hubraum und Leistung hat und dessen Zündungen nur durch leise “töff … töff” Geräusche begleitet werden, ist in der Schweiz ein Motorrad auch dann noch ein Töff, wenn es nicht nur “töff töff” macht, sondern auch brüllen kann.
Wie gut, dass ich im Vorfeld keine Zeit hatte, für die 2008er Tour irgendwelche Planungen zu machen. Selbst die Handvoll Ideen, die mir im Kopf schwirrten, verpufften teilweise aufgrund hoher, von oben herabkommender Luftfeuchtigkeit. Hatte ich ursprünglich die Idee gehabt von Bern aus in Richtung Südtirol zu rollen, um den Dolomiten einen Besuch abzustatten, kündigte der Wetterbericht genau für diese Region viel Regen und Gewitter an. Beides kannte ich schon aus dem Schwarzwald, mein Interesse an der Südtiroler Variante war nicht sehr ausgeprägt.
Ein guter Tag fängt an, indem ich aufwache ohne dass ein Wecker schnarrt oder ein Radiosprecher von den neusten Staus auf der A2 berichtet. Der Freitag fing gut an und selbst wenn der Wecker von einem Stau auf der A2 berichtet hätte, wäre es mir egal gewesen, da ich an diesem Tag nicht auf die Autobahn fahren wollte. Mal ganz unabhängig davon, dass es sich für den Fall, dass ich auf die A2 hätte fahren wollen, es sich auch nicht um die deutsche Variante der A2 gehandelt hätte, aber das tut jetzt auch nicht zur Sache. Nach einem ausgiebigen Frühstück schnappte ich mir meinen Tankrucksack und sattelte die 750er. Es sollte nur eine kleine Runde sein, am späten Nachmittag wollte ich noch in den Aqua Dome.