Situative Gerichte

Es ist einfach fürchterlich, jeder schmeisst einfach irgendwelche Dinge auf die Straße. Mitunter befinden sich unter den im Wege liegenden Dingen auch wertvolle und flexibel einsetzbare Rohstoffe, die z.B. für die Herstellung von neuen Möbeln ebenso eingesetzt werden können wie als Energielieferant, in dem man sie verbrennt, z.B. Stöckchen. Besonders ärgerlich sind die Stöckchen-Varianten, die nicht aus Holz bestehen sondern aus Fragen, die man beantworten soll.

Welche Gerichte verbindest Du mit folgenden Situationen

Freibad? Currywurst mit Pommes verbunden mit einem Trauma: der Angst, mich beim nächsten Sprung vom Dreier noch vor dem Auftauchen übergeben zu müssen (es blieb glücklicherweise immer beim “Bäuerchen”).

Skihütte? Ich habe überhaupt keine Assoziationen zwischen einer Skihütte und einem Gericht. Ich habe mit dem Skifahren aufgehört, als ich aufhörte mit den Eltern in den Urlaub zu fahren. Meine prägenste Erinnerung ist neben einem Armbruch die Begegnung mit einer Münchnerin, die mit vier oder fünf Jahren das erste Mal auf den Brettern stand und seitdem jährlich Privatunterricht bekommen hat. Wir lernten uns im Urlaub kennen, sie war 17 oder 18, ich um die 20 herum. Die Frau ist die Pisten gefahren, vor denen gewarnt wurde und zwischenzeitlich auch mal eben durch ein 200 Meter breites Waldstück rüber auf eine andere Piste. Weil ich gerne mir ihr auf eine Skihütte gegangen wäre, bin ich immer hinterher (mit zum Teil haarsträubenden “Abgängen”). Wir waren nicht auf einer Hütte, jedenfalls nicht alleine und abgesehen davon, dass ich sie gerne vernascht hätte, kann ich mich nicht an irgendein Gericht erinnern, dass wir damals gegessen hätten.

Urlaub? Urlaubsgerichte sind bei mir weitgehend abhängig vom Urlaubsland (Frankreich ausgenommen, der französischen Küche kann ich nur wenig abgewinnen). Die italienische Küche ist mir generell die liebste, während der mehrfachen Toskana-Aufenthalte habe ich glaube nie etwas gegessen, was nicht geschmeckt hätte. Etwas weiter vorn im Gedächnis ist z.B. das kleine Familienrestaurant in einem kleinen Dorf irgendwo in den toskanischen Hügeln, dass in einer Kurve der Hauptstraße auf dem hochgesetzten Bürgersteig seine Tische stehen hatten. Wir hatten Hunger, hielten an, setzen uns an einen Tisch und stellten fest, dass keiner deutsch und englisch sprach und es auch keine Karte gab. Wir blieben sitzen und kriegten ein hervorragendes Mehrgängemenü zu einem mehr als fairen Preis. Ansonsten: in London habe ich die Burger genossen, auf Mallorca die Tapas, auf Gran Canaria die kleinen, gesalzenen Kartoffeln mit den diversen Sossen.

Bei den Eltern? Oh weh, wühlen in der Vergangenheit. Ich erinnere mich noch an ein Gemüse, ich glaube es war Chicorée, dass mit gekochtem Schinken umwickelt und Käse überbacken und zusammen mit Reis serviert wurde. Gegessen wurde, bis man kurz vor dem Platzen stand – dank der Käsesosse ging das relativ zügig.

Bei Krankheit? Je nach Schwere der Krankheit: Tee – alles bis auf Fencheltee – und Zwieback, Vanillepudding mit Früchten, Brühe mit Brot. Wenn ich krank bin, werde ich etwas mürrisch – die Wahl des bevorzugten Gerichts ist dann abhängig von Laune, Tageszeit und Luftfeuchtigkeit.

Bei Liebeskummer? kein spezielles Gericht – bei Frust esse ich alles was da ist und schmeckt oder gar nichts, weil ich keinen Hunger habe. Unvorhersehbar.

Beim Ausgehen? Fast alles, am liebsten halte ich mich in italienischen “Pasta und Pizza” Restaurants auf. Ich probiere aber auch gerne etwas anders aus, einem Gang zum Mexikaner, Griechen, Chinesen oder Thai stelle ich mich nicht in den Weg. Deutsche Hausmannskost esse ich zwar auch, der Vorschlag kommt aber dann nicht von mir. Die französische Küche mag ich nicht, da ziehe ich dann sogar den Burger King um die Ecke vor.

Als Kind? Uff… das liegt so weit zurück. Milchreis, heißer Pudding, selbstmachte Pommes, … mehr geraten als Wissen.

Niemals? Zahlreiche Meeresfrüchte, u.a. Muscheln, ansonsten Schnecken, Schlangen, Frösche, Zunge. Ich würde mich nicht als mäkelig bezeichnen, im Detail liesse sich die Liste aber sicher noch fortsetzen.

Immer wieder? Pizza, Pasta, gute Salate, Grühkohl mit Pinkel, rote Grütze mit Vanillesosse.

Überraschend gut? Hmm… überraschend gut… das Hühnchen Gericht beim syrischen Restaurant in Gifhorn, vor ein paar Wochen. Das Essen war in einer Art und Weise gewürzt, für die mir kein Vergleich einfällt. Sehr lecker… (und sehr reichhaltig).

Überraschend schlecht? Ein Essen in einem französischen Landrestaurant in der Nähe vom Atlantik. Ich hatte dort eine reizende Frau kennen gelernt und wir wollten uns zum Frankreich-Abschied ein “feines Abendessen” gönnen. Ich stand anschließend ständig davor, mich übergeben zu müssen – sie war mir diesbezüglich voraus.

Für immer mein absolutes Lieblingsessen? Gibt es nicht. Was ich in einem Moment gerne esse, ist abhängig von dem Moment.

Das beste Restaurant, in dem ich je war? Kann ich auch nicht sagen, mit den Superlativen wie “das beste” habe ich es nicht.

Wie üblich werfe ich das Stöckchen nicht anderen zu und schlage damit auch nicht auf andere ein. Ich lege es hier ab und wer es aufnimmt, mag einen entsprechenden Kommentar oder Trackback hinterlassen. *Räusper* Es würde mich aber schon freuen, wenn eine Frau Moggadodde, eine Frau Wintermond, eine Frau Morgiane oder eine Frau Momente das Stöckchen nicht nur zufällig sehen sondern auch aufnehmen würden.

7 Kommentare zum Artikel “Situative Gerichte”

  1. tja, das stöckchen hatte ich schon….mußte zwar selber suchen, aber gebloggt habe ich das am 2. november…
    wünsche dir einen schönen start in die woche…

  2. Äste sind normalerweise nicht so mein Ding ;-) aber weil du es bist und insbesondere, weil es ums Essen geht, durchforste ich mein Gedächtnis ….

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