Lez Zeppelin im Jolly Joker
Es war eine fast schon gespenstische Atmosphäre: eine halbe Stunde vor dem Konzertbeginn tummelten sich vielleicht 50 Leute im Jolly Joker, im Vergleich zu anderen Konzerten fehlte an der Zahl hinten eine Null. Die Null stand dafür an anderer Stelle: null Wartezeit an der Theke war der Vorteil, den die Situation bot. Draussen tobte der Sturm, in der alten Fabrikhalle war es dagegen sehr ruhig. Hier und da eine kleine Pfütze, z.B. auf den Stahltreppen hoch zur Empore – aber das Gebäude ist nun mal etwas älter.
‘Lez Zeppelin’ ist eine All-Girl Led Zeppelin Coverband aus New York, die laut Veranstalter mit einer ‘atemberaubenden Authentizität in Punkto Arrangements besticht sowie mit einer Ausdrucksstärke und einem dazugehörigen Kick wie er nur von Frauen erzeugt werden kann’. Nun gut, das schraubte zusammen mit einem für eine Coverband nicht gerade günstigen Eintrittspreis von 23 EUR die Erwartungshaltung um zwei Stufen nach oben.
Eine Vorgruppe gab es nicht, gegen 20:20 Uhr ging es dann los. Grob geschätzt befanden sich vielleicht 200 Leute im Jolly, Personal und Band eingerechnet. Lez Zeppelin spielte für meinen Geschmack anfangs noch lustlos, die Gestiken wirkten etwas einstudiert, später wurden sie dann spürbar lockerer. Dieser Besserungs-Trend zog sich durch das ganze Konzert. Während ich nach 20 Minuten ernsthaft darüber nachdachte das Konzert zu verlassen und in die Schüssel zu fahren, habe ich zum Schluß die Musik und die gute Stimmung genossen.
Die Band besteht aus vier Frauen. Die Schlagzeugerin lies mich sofort an die Maxi-Menus vom Burger King denken, mit extra Käse. Die amerikanische Abstammung ist jedenfalls unverkennbar: in einen VW Polo passt sie nur, wenn man sie durch die Heckklappe schiebt. Unabhängig davon: Schlagzeug spielen kann sie. Die Gitarristin spielte für meinen Geschmack einfach begnadet, auch der gut verständliche New Yorker Slang der Sängerin gefiel mir. Vermißt habe ich die Gossenhauer wie ‘Stairway to heaven’ oder ‘Whole lotta love’. Es gab drei Zugaben, aber jeweils nur ein bis zwei Songs. Nach rund zwei Stunden war das Konzert beendet.
Mein Fazit ist etwas gemischt. Lez Zeppelin ist eine gute Coverband, aus meiner Sicht gehören sie aber zumindest mit ihrer Darbietung im Jolly Joker nicht in die 23 EUR Klasse. Der euphorischen Kritik der Braunschweiger Zeitung kann ich mich jedenfalls nicht anschliessen.


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LEZ ZEPPELIN, 12.11.2007, Köln, Live Music Hall
Die Live Music Hall (LMH) war an diesem Abend “locker” gefüllt, schätzungsweise 500 Personen, der größte Teil männlich und jenseits der 40, d.h. man sah viele graue Haare oder wenige graue Haare.
Gegen 20:30 Uhr trat die junge Band “Anthem Of Death” auf, deren Musik an etwas hektisch geratene Grand Funk Railroad erinnerte. Und so hieß dann ihr Opener auch gleich “Are You Ready?” von ihren Vorbildern.
Nach 30-minütigemSpiel und anschließender 30-minütiger Umbaupause erfüllten dann tiefe, basslastige Sphärenklänge den Raum und die 4 Damen betraten unspektakulär die Bühne.
Sofort ins Auge viel die Drummerin, die gut 120 Kilo auf die Waage bringt und deren Unterschenkel mindestens doppelt so dick sind wie die meinigen.
Nachdem die Damen Ihre Positionen eingenommen hatten, brach dann Immigrant Song mit voller Wucht wie ein Sturm über das Publikum herein. Und das war toll !
Die Drummerin, die im ersten Augenblick beim Betreten der Bühne einen etwas behäbigen Eindruck machte, donnerte los wie ein wildes Tier und ich hatte Befürchtungen, die Drums würden gleich in tausend Teile zersplittern. Erraten Sie Ihren Namen ? Helen Destroy !
Frontfrau Sarah McLellan, deren Stimme sich hervorragend in die Musik einfügte, stellte ihr Band vor und war auch sonst recht kommunikativ mit dem Publikum, sowohl was ihre Worte als auch was ihre Körpersprache anbelangt. Dabei wirkte ihr seitlicher Ausfallschritt mit rhythmisch hervor wippendem Becken unfreiwillig komisch … dem ein oder anderen Herren hat es aber sicherlich trotzdem gut gefallen.
Sie erklärte uns, dass diese Tour – neben einer Amerika-Tour im Sommer – nun schon die 3. Tour in Europa in diesem Jahr sei, aber der erste Auftritt in Cologne und sie deshalb etwas „excited“ seien. Brauchten sie aber gar nicht – alles lief bestens.
Besonders routiniert wirkte die Gitarristin, Steph Payne, die gereifteste in der Truppe. Sie wirkte sehr sicher und souverän, auch im Akkustik-Teil, den sie zusammen mit der absolut sympathischen Bass-Frau, Lisa Brigantino, bestritt, konnte sie voll überzeugen.
Die Auswahl der Stücke umfasste die komplette Bandbreite der großen Vorbilder Led Zeppelin (die übrigens für den 10.12.2007 ein einmaliges Reunion-Konzert in London geplant haben). Blueslastige Stücke hatten dabei ebenso ihre Berechtigung wie das Rock-Genre.
Besonders beeindruckend war dabei das rd. 20-minütige „Dazed And Confused“, bei dem Steph Payne in einem ca. 8 minütigem Solo völlig allein auf der Bühne ihre E-Gitarre mit dem Geigenbogen erklingen ließ, fast tongenau angelehnt an die Version auf „The Song Remains The Same“. Das war wirklich sehr spannend und die echogetragenen Töne erfüllten den Raum, wobei die in schwarz gekleidete Gitarristin zeitweise wie eine Schamanin wirkte, die uns mit ausladenen Gesten im Rhythmus ihres Wah-Wah-Pedals mit ihren Arkorden „segnete“. Das hatte was … und ich fühle mich heute auch schon viel besser als gestern noch ;-).
Die nette Bassistin bediente zeitweise auch ein Keyboard (ein Korg Triton). Zum Ende des Haupteils legte sie ein respektables Orgelsolo darauf vor, das in „Kashmir“ überging.
Inzwischen war der Sound aber schon so laut geworden, dass ich von der Gitarre kaum noch etwas hören konnte. Bass und Schlagzeug waren einfach zu mächtig geworden und jeder Tritt in die Bass-Drum wirkte wie ein Schlag in die Magengrube. Dabei kann man der Band wohl keinen direkten Vorwurf machen, weil sie über die Hausanlage der LMH spielten.
Als Zugabe gab es dann noch Rock`n`Roll und schließlich „Whole Lotta Love“.
Hierbei umwarb die Gitarristin (… unsere Schamanin) eine Antenne, die etwas seitlich auf der Bühne senkrecht auf einem Stativ montiert war. Bei diesem Instrument handelt es sich um ein sogenanntes “Theremin”. Sobald sie sich dieser Antenne mit Ihren Händen näherte, entlockte sie ihr synthetische Töne (die an den guten alten Moog-Synthesizer eines Keith Emerson erinnerten) wobei sie die Töne modulierte, in dem sie den Abstand ihrer Hände zum Antennenstab variierte. Ein netter Gag, der aber zu dem echolastigen Mittelteil von „Whole Lotta Love“ auch richtig gut passte.
Nach gut 2 Stunden war das Konzert dann beendet – fast !
Denn die Damen gaben dem begeisterten Publikum noch die Ehre, am Merchandising-Stand Autogramme und Ihre im Julie erschienende CD persönlich zu signieren.
Ich wäre gerne noch hingegangen, aber … dann hätte ich mit meiner weiblichen Begleitung wohl Ärger bekommen.
Ulrich Zimmermann, Köln, 13.11.2007
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München, Backstage, 20. November 2007
Das Gute an Lez Zeppelin ist, dass sie einen wieder daran erinnern, wie phänomenal ihr großes Vorbild einst war. Das Schlechte an ihnen ist, dass sie zwar in Steph Payne eine inspirierte Gitarristin haben, die Jimmy Page bis ins Kleinste studiert und verinnerlicht hat (bis hin zur Plektronübergabe ans Publikum beim Bühnenabgang), aber eine Sängerin, die von Robert Plant überhaupt nichts verstanden hat außer den Posen. Diese aber wirken wenig überzeugend, wenn dahinter nicht auch der Saft und die Kraft eines stürmischen jungen Wilden stecken, die Robert Plant einmal auszeichneten, der womöglich noch heute mehr Sex hat als Sarah McLellan je haben wird. Vor allem aber konnte er singen wie ein junger Gott – Sarah McLellan dagegen verschleppt schon die Eingangsnoten des “Immigrant Song”, mit dem Lez Zeppelin ihren Auftritt im Münchner Backstage beginnen, so unerträglich, dass es jedem, der das Original kennt, ein Graus sein muss. Und wenn sie “squeeze my lemon till the juice runs down my legs singt”, hat das ungefähr so viel Erotik wie das Drehbuchgestammel eines Pornosternchens. Was Sarah McLellan fehlt – man kann es leider nicht anders sagen -, ist ein Schwanz oder doch mindestens ein eigenes “Gefühl” – so aber wirkt ihre Show trotz freigelegtem Bauchnabel seltsam zugeknöpft. Helen Destroy an den Drums dagegen gibt ihr bestes, nur dass ihr bestes leider das bloße Kraftmeiern ist – John Bonhams Wuchtbrumme war ja in der Tat sein Markenzeichen, dass er aber auch feiner ziseliert ans Schlagwerk gehen konnte, scheint der zerstörerischen Helen entgangen zu sein. Bleibt noch die Bassistin Lisa Brigantino, die zwar einen Mustang spielt, diesen aber auch nicht unbedingt reitet. Trotzdem solides Handwerk, was man mit deutlichen Abstrichen im Gesang auch für Lez Zeppelin als Ganzes sagen könnte, die einen aber zumindest daran erinnern, wie gut Led Zeppelin tatsächlich einmal war. Vielleicht sollte man doch mal wieder die alten Platten rauskramen …
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Ja, genauso ging es mir auch – gottseidank dann im Auto beim nachhausefahren die “Originale” mit lautem und guten Klang – hoch lebe die Akustik vom Backstage! und der Soundmixer von Lez Zeppelin – die Mädelswaren gut, aber halt doch “nur Cover” und vielleicht doch nur ein – hype ????