Microsoft und das Web

ms vollicserv Microsoft und das WebVon Microsoft gibt es für Firmen sogenannte EA Verträge. Für mehr oder minder unverschämt viel Geld hat eine Firma damit das Recht, für alle über den EA Vertrag abgedeckten Microsoft Produkte jeweils die neusten Bugs finden zu dürfen. Weiterhin sind in diesen EA Verträgen auch Gutscheine für Trainings und weitere Supportdienstleistungen enthalten, die den Vertrag etwas schmackhafter machen sollen.

Passend zu dem Vertrag gibt es auch ein Administrationstool, über das z.B. Trainingsgutscheine abgerufen werden können. Natürlich erfolgt der Zugang über das Web. Wer je mit diesem ‘Microsoft Volume Licensing Services’ Zugang arbeiten musste, die Betonung liegt auf musste, versteht viel besser, warum Microsoft ständig versucht erfolgreiche Webfirmen aufzukaufen. Frei nach dem Motto schlimmer geht’s fast nimmer, kann sich die Web-Präsenz nur verbessern.

Ich weiß nicht, ob Microsoft immer noch nicht gewillt ist, sich an die von allen professionellen Firmen akzeptierten Web-Standards zu halten oder schlichtweg nicht in der Lage ist, sich aus dem eigenem Sumpf an proprietären Lösungen zu befreien: Teile des Zugangs funktionieren leider immer noch nur mit dem Internet Explorer. Aber nun gut: für die drei Gutscheine tut es auch der IE, das ist verschmerzbar.

Auch wenn ich den Internet Explorer für ein Problem als solches halte: der Browser kann nichts dafür, wenn der Server die Antworten auf eine Anfrage erst nach Minuten (!!!) liefert. Für die Messung der Wartezeit reicht die Uhrzeit in der Statuszeile ohne Angabe der Sekunden, bei dem Einstieg in die Software Assurance liegt sie zwischen drei und fünf Minuten. Der nachfolgende Einstieg in die Trainingsgutscheine geht im Vergleich dazu mit knapp 30 Sekunden fast schon rasant. Eine telefonische Rückfrage bei Microsoft führte zu der Antwort, dass die Mitarbeiter dort ebenfalls mit diesen Wartezeiten kämpfen und das Problem auch schon eskaliert hätten, sogar mehrfach. Vielleicht schaut das Problem irgendwann bei Herrn Balmer vorbei, dann passiert vielleicht auch etwas.

Interessant ist auch die Art und Weise der Dateneingabe. Um mehrere Trainingsgutscheine zu erstellen, darf ich in einer Tabelle – als Beispielanwendung wird natürlich Excel angegeben – die benötigten Daten spaltenweise eingeben, diese Zellen markieren und dann einen Button im Webformular drücken. Nach dem Drücken des Buttons erscheint die Warnung, dass die Web-Anwendung auf die Zeichenablage zugreifen möchte – kein Wunder, dass der Internet Explorer das Trojaner-Einfallstor des. 21. Jahrhunderts geworden ist. Anschließend wird eine Fehlermeldung angezeigt, dass die Daten so nicht verarbeitbar sind. Was ihm nicht gefiel, sagt er nicht.

Immerhin können die Daten auch zeilenweise in Einzelfeldern im Formular eingegeben werden. Über mehrfaches Drücken des entsprechenden Buttons können auch gleich mehrere Gutscheine im Formular eingetragen werden. Empfehlenswert ist dies nicht, da bereits mit dem zweiten Eintrag die Erstellung der Gutscheine zu einem Timeout führt und man dann von vorne beginnen darf, zumindest passierte mir dies am frühen Nachmittag. Abends ging die Prozedur dann etwas schneller.

Mein Verständnis für die Versuche von Herrn Balmer Yahoo zu kaufen, ist weiter gestiegen. Es geht ihm vermutlich gar nicht um die Suchmaschine, es geht ihm womöglich nur um die gescheiten Web-Programmierer.

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar


Beim Speichern ihres Kommentars wird auch ihre IP Adresse gespeichert (nur für den Website-Betreiber einsehbar)!