Home Server, Teil 2 – Zusammenbau der Hardware & Betriebssystem-Installation

Projekt 'Home-Server'

Kassensturz – Was kostet der Spass?

Die folgende Tabelle enthält alle Komponenten, die neu beschafft wurden. Die zweite Platte, die für das regelmäßige Datenbackup vorgesehen ist, wird aus dem alten Server übernommen und taucht daher nicht in der Liste auf.

Komponente Preis
Mini-ITX Cube Gehäuse 99,00 EUR
EPIA Mini-ITX Mainboard 150,00 EUR
Versand für Cube & Board 9,90 EUR
512 MB RAM 74,90 EUR
160 GB IDE Festplatte 79,90 EUR
DVB-S Sat-Karte 59,00 EUR
DVD Laufwerk (16x, 48x) 22,90 EUR
Summe: 495,60 EUR

Wer sagt’s denn. Von dem geplanten 500 EUR Budget bleiben sogar noch 4,40 EUR übrig für einen kleinen Snack beim nächsten Sauna-Besuch…

Der 27. Januar 2005 war ein guter Tag. Nach fast vier Wochen Wartezeit traf endlich die lange ersehnte Lieferung mit dem Morex Venus 669 Cube und dem EPIA PD10000 Board ein – das Wochenende war gerettet. Zuvor hatte ich mir bereits eine 160 GB Festplatte (SAMSUNG SP1614N) und die DVB-S Karte (Hauppauge WinTV NOVA-S) beschafft, Der 512 MB RAM-Riegel wurde noch schnell morgens in Braunschweig gekauft. Dummerweise fiel da mein Blick beim Warten auf die Preisliste im Ständer an der Kasse. Was soll ich sagen: für knapp 25 EUR habe ich dem Server nun auch noch ein DVD Laufwerk gegönnt.

Der Morex Venus 669 Cube

Wer sich etwas gönnt, soll es auch etwas zelebrieren. So stand ich dann Samstag mittag, also noch vor dem Frühstück, vor dem Tisch auf dem der Karton mit dem Alu-Cube, dem Mainboard und den sonstigen Komponenten lag. Einige Sekunden habe ich dem Blick stand gehalten, dann wurde der Cube ausgepackt. Die Verpackung des Servers läßt nicht zu wünschen übrig, gut in Schaumstoff gedämmt und zusätzlich in Plastikfolie eingepackt sollte er in der Regel den rauhen Umgang der gängigen Versanddienste schadlos überleben.

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Der Cube selbst ist hervorragend verarbeitet. Die einzelnen Teile sitzen passgenau, es gibt keine scharfen Kanten, der U-förmige Cube-Deckel sitzt nach dem Einschieben satt auf dem Unterbau. Bis auf die Frontabdeckung, die aus Kunststoff besteht, ist der Rest des Cubes aus Alu. Der Frontdeckel ist minimal dunkler als das Alu, dies fällt aber nur in der Nahsicht auf. Im Vergleich zu zahlreichen anderen Gehäusen, die ich kenne, passt die Farbe gut.

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Die Verschraubung des Deckels erfolgt über vier Rändelschrauben an der Rückseite. Der Einschub für die interne 3.5″ Festplatte, die quer unter den externen Schächten sitzt, ist ebenfalls mit einer Rädelschraube befestigt. Die Frontabdeckung wird über vier Plastiknippel an dem Cube befestigt. Die Blindkappen für die externen Laufwerke sind eingeschraubt. Selbst diese bestehen nicht einfach aus billigem Plastik sondern aus einem mit Plexiglas überzogenen silbernen Kunststoff, der wiederrum auf einem Alubügel befestigt ist. Hut ab, soviel Qualität hatte ich für 99 EUR in unserer Geiz-ist-Geil Zeit nicht erwartet.

An der Rückseite hat der Cube zwei Slots. Im Fall eines Mini-ITX Boards wird der innere für die PCI Karte genutzt, der äussere steht frei zu Verfügung (z.B. für weitere Schnittstellen). Die Slot-Abdeckungen bestehen aus vorgestanztem Alu, die sich aber mit etwas Druck problemlos entfernen lassen. Das Netzteil besitzt einen grossen 80mm Lüfter, der von der Rückseite des Cubes aus zugänglich ist. Unterhalb des Netzteile sitzen noch zwei 40 mm Gehäuselüfter.

Die Aufteilung und die Platzverhältnisse im Gehäuse sind aus meiner Sicht für ein Mini-ITX Server-Cube nahezu ideal. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Mini-ITX Gehäusen passt die PCI Karte problemlos rein, auch wenn im externen 5.25″ Schacht ein Laufwerk mit voller Länge steckt. Es ist ausreichend Platz für eine saubere Kabelführung, wobei insgesamt mit dem Raum sehr sparsam umgegangen wird. Kleiner dürfte der Cube auch nicht sein.

Wer sucht, der findet: eine kleine Schwachstelle gibt es im Design dann doch. Die Gewindebohrung für den inneren Slotbügel befindet sich direkt unter dem internen Kabelausgang des Netzteils. Wer dort die Schraube für den Slotbügel einsetzen will, braucht entweder eine sehr ruhige Hand und mindestens drei Arme, oder er löst kurzzeitig das Netzteil um die Schraube einzusetzen. Ich bin den letzteren Weg gegangen.

Die Montage

Um die Leistungsaufnahme des Servers später gegebenfalls optimieren zu können, muss man natürlich wissen, wo die Leistung bleibt. Ich habe daher während der Montage stellenweise die Leistungsaufnahme gemessen, um den Verbrauch der einzelnen Komponenten abschätzten zu können. Die Messung erfolgte mit einem relativ günstigen Leistungsmesser (Voltcraft Energy Check 3000) von dem Elektronikhandel Conrad. Die erste Messung erfolgte mit dem ausgeschalteten Netzteil des Cubes, also ohne jegliche Last. Das Netzteil benötigt dann 2.0W.

Als erstes wurde die ATX Blende eingebaut, dann das Board. Der sehr gute Eindruck der Qualität des Cubes setzt sich hier fort: die Blende sitzt wie angegossen, die Gewindebuchsen für die Boardbefestigung sitzen ebenfalls an der richtigen Stelle (das habe ich auch schon anders erlebt). Mit dem eingebauten Board wurde nun die nächste Leistungsmessung vorgenommen, mit gesteckter Stromversorung zum Mainboard: jetzt waren es 3.4W.

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Die Kabel zu den LEDs sowie den vorderen Schnittstellen sind hinreichend lang, um sie problemlos auf dem Board anschliessen zu können. Die Blende des DVD Laufwerks wurde aus optischen Gründen noch mit einem Spraylack silber eingefärbt, ein Tip(p) dazu: die Plastikblende des Laufwerks lies sich im Falle meines Billiglaufwerks durch Eindrücken von drei Plastiknippeln von dem Laufwerksgehäuse lösen (vorher mit einer aufgebogenen Büroklammer die Laufwerkslade entriegeln). Jetzt kann an der Stelle, an der das Loch für die Laufwerks-LED sitzt, mit etwas Tesafilm das Loch von hinten verklebt werden. Die Plastikblende wieder eindrücken, das Gehäuse abkleben, mit dem Spraylack die Blende einfärben und später wieder den Tesafilm entfernen.

Während ich auf die Lieferung des Cubes und des Mainboards gewartet hatte, habe ich mich mit der Stromaufnahme von Festplatten und DVD Laufwerken beschäftigt. Meine theoretischen Erkenntnisse durch Datenblätter von Festplatten und Forums-Posts waren, dass eine moderne Festplatte über den Daumen 10W im Betrieb benötigt und 1W im Standby. Weiterhin sagte die Theorie, dass ein DVD Laufwerk im Standby auch nur ca. 1-2W benötigt (was letztendlich auch mit dafür gesorgt hat, dass dem Server ein Laufwerk spendiert wurde).

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Die ursprüngliche Idee einer Plattenspiegelung mittels Software-RAID1 erschien mir mit diesen Daten als sehr ungünstig. Die Systemplatte von Linux kann schlecht in den Standby versetzt werden, da sie bei laufenden Prozessen (z.B. schon durch das Logging) ständig benötigt wird. Ein RAID1 Betrieb würde daher dafür sorgen, dass beide Festplatten ständig im Betrieb wären. Aus diesem Grund wird die zweite Platte als reine Backup-Platte eingesetzt. Per Script wird sie später nach dem Boot-Vorgang in den Standby-Betrieb geschaltet. Wenn sie nachts für das Backup benötigt wird, wird sie aktiviert, das Backup durchgeführt, dann geht sie wieder in den Standby. So stelle ich mir das zumindest vor. Da ich die Auswirkungen von Geräten im Standby am IDE Controller nicht kenne, habe ich sicherheitshalber die zweite Platte sowie das DVD Laufwerk an den zweiten IDE Controller angeschlossen, den ersten nutze ich nur für die 160 GB Samsung-Platte.

Hier nun die weiteren Ergebnisse der Leistungsmessungen während der Montage: mit dem EPIA Board lag die Stromaufnahme (nach der BIOS Initialisierung mit der “DISK BOOT FAILURE” Fehlermeldung) bei 39.1W. Da das Board eine Stromaufnahme im Idle-Betrieb von 15W hat, dürfte die Verlustleistung des Netzteils vermutlich zwischen 20 und 25W liegen (ich bin mir nicht sicher, ob sich das Board nach der BIOS Initialisierung im Idle-Modus befindet). Offen gestanden bin ich davon ausgegangen, dass die Verlustleistung des Netzteils geringer ist.

Wo bleibt die Leistung?

Im späteren Betrieb mit richtiger Linux-Installation liegt die Leistungsaufnahme, wenn der Server nichts zu tun hat, bei 45,6 W (zweite Festplatte im Standby-Modus). Mit den Leistungsmessungen während der Montage sowie den offiziellen Leistungsangaben von VIA für das Board und Samsung für die Festplatte komme ich zu folgender grober Leistungsaufteilung:

Komponente Leistung
Netzteil-Verluste ca. 20 W
EPIA Mainoard ca. 16 W
System-Festplatte ca. 7 W
DVB-S Karte ca. 5 W
2. Festplatte ca. 1 W
DVD Laufwerk ca. 1 W
Summe: 50 W

Da der tatsächliche, gemessene Leistungsbedarf niedriger liegt (ca. 45 W), vermute ich, dass das Netzteil unter Last etwas effizienter arbeitet. Bei einem Stromtarif von 12.5 Cent pro kW/h zzgl. Mehrwertsteuer kostet der Server ca. 5 EUR Strom im Monat – davon knapp 2 EUR für die Netzteil-Verluste.

Mit angeschlossener Power-LED und eingesteckter DVB-S Karte lag die Leistungsaufnahme dann bei 44.5W, was bedeutet, dass die SAT-Karte nur ca. 5W im Idle-Modus benötigt. Dies ist deutlich weniger, als ich erwartet hatte. Mit einer angeschlossenen Festplatte stieg die Leistungsaufnahme dann auf 51.0W, mit DVD Laufwerk auf 51.9W (was die Theorie bestätigt, dass ein angeschlossenes, aber sich im Idle-Modus befindliches DVD Laufwerk keine nennenswerte Leistung verbrät.

Nach der Komplettmontage erfolgte der erste Test mit der Fedora Core 2 Rescue Boot-CD. Wer es nicht kennt: es handelt sich dabei um ein Rettungssystem der Fedora Core 2 Linux-Distribution. Nach dem Boot erhält man eine Kommando-Shell. Mit einer angeschlossenen Festplatte lag die Leistungsaufnahme bei 46.1W. Wenn man die Festplatte in den Standby-Modus schaltet (es wurde ja von der CD gebootet), sinkt die Leistung auf 39.6W. Mit beiden Festplatten steigt die Leistungsaufnahme auf 54.4W, schaltet man die zweite Festplatte in den Idle-Modus liegt sie bei noch 47.6W.

Standard CMOS Features
Halt On: All, But Keyboard
Advanced BIOS Features
First Boot CDROM
Second Boot HDD-0
Third Boot Disabled
Other Boot Disabled
Security Option Setup
Display Full Screen Logo Disabled
Show Summary Information Enabled
Display Small Logo Enabled
Advanced Chipset Features
Select Display Type CRT
Integrated Peripherals
Frame Buffer Size 16 M
SuperIO Devices
Onboard Serial Port 3 Disabled
Onboard Serial Port 4 Disabled
Parallel Port Mode ECP+EPP
EPP Mode Select EPP 1.9
Power Management Setup
ACPI Suspend Type S1(POS)
HDD Power Down Disabled
Power Management Timer Disabled
Video Off Option Suspend -> Off
Power Off by PWRBTN Delay 4 Sec
AC Loss Auto Restart Former-Sts
Peripherals Activation
VGA Event Off
LPT & COM Event LPT/COM
HDD & FDD Event On
PCI Master Event On
USB Resume Enabled

BIOS Einstellungen

Vor der Installation des Betriebssystems habe ich im BIOS noch einige Einstellungen geändert. So habe ich z.B. den Speicher für die Grafik auf 16 MB verkleinert um mehr freien Hauptspeicher zu haben – der Server selbst wird später eh nur im Textmodus laufen. Die Power-Management Einstellungen habe ich nach Gefühl vorgenommen – wie Linux damit umgeht, werde ich später sehen. Gegebenfalls muss ich dann die Einstellungen wieder korrigieren.

Nach der Installation wird die Einstellung ‘First Boot’ auf “HDD-0” geändert und ‘Second Boot’ auf “Disabled”. COM3 und COM4 brauche ich nicht. Den Parallel-Port habe ich in den “intelligentesten” Modus geschaltet, vermutlich würde Linux das aber auch selbst tun. Da später der Server auch ohne Tastatur laufen wird, ist die Einstellung “Halt On” wichtig: an einer fehlenden Tastatur sollte sich der Server dann nicht stören.

Betriebssystem-Installation

Es gibt viele Linux-Distributionen und wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer über viele Jahre Linux nutzt, wird vermutlich irgendwann seinen Favoriten haben. In meinem Fall ist dies der Fedora Core, der “Nachfolger” des RedHat Linux (selbiges gibt es immer noch, aber auf den Firmenbereich ausgerichtet). Server, die aus dem Internet erreichbar sind (es ist ein SSH Zugang geplant!), sollte man mit möglichst minimaler Software-Installation versehen – was nicht benötigt wird, gehört dann nicht installiert. Auf der anderen Seiten soll der Home-Server aber auch im Haus-LAN diverse Dienste bereitstellen – ein Konflikt, für den ich eine Lösung gesucht habe.

Ist er nicht süss? :-)

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Zum Zeitpunkt des Schreibens noch blanke Theorie, erscheint mir eine User-Mode Linux-Installation in Verbindung mit Bridged Networking die ideale Wahl. Das Host-System wird dabei nur für interne Services genutzt. Alles, aus dem Internet erreichbar bzw. auf Services im Internet zugreift, läuft dabei in einer Art “Sandbox” mit, bezogen auf das Host-System, den Berechtigungen eines normalen Users. Die Sandbox selbst besitzt eine eigene IP Adresse, so dass auch über die im Kernel integrierte Firewall gezielt der Netzwerkverkehr kontrolliert werden kann. Soweit die Theorie, die Praxis folgt später.

Auf dieser Basis erfolgte eine Voll-Installation der Fedora Core 3 Distribution. Die 160 GB Platte wurde in vier primäre Partitionen aufgeteilt: 100 MB für /boot, 16 GB für /, ca. 130 GB für /home und ca. 1 GB für Swap. Die beiden LAN Interfaces wurden mit festen IP Adressen konfiguriert, damit der Server nicht abhängig vom DSL Router ist, der DHCP Dienste bereitstellt. Die Firewall wurde aktiviert (das Firewall-Script wird später angepaßt), der SSH Service wurde aber für die LAN-Nutzung bereits freigeschaltet (dies sollte man nur machen, wenn z.B. der DSL-Router den Zugriff aus dem Internet mit seiner Firewall abfängt).

Wer sich anhand der nachfolgenden Konfigurationsanleitungen durch eine eigene Installation hangeln und aus Gründen der Einfachheit auch die gleichen IP Adressen verwenden möchte, hier sind die Angaben:

Angabe LAN Interface 1 LAN Interface 2
IP Adresse 192.168.100.253 192.168.101.254
Netzmaske 255.255.255.0 255.255.255.0
Gateway 192.168.100.254
Primary DNS 192.168.100.254
Secondary DNS 192.168.100.253

Der DHCP Server im DSL-Router bedient dabei das Netzwerk 192.168.100.0 mit der Netzmaske 255.255.255.0, der Router selbst hat die IP Adresse 192.168.100.254.

Die Installation selbst ist aus meiner Sicht trivial. Man klickt sich durch die selbsterklärenden Dialoge, wählt bei dem Software-Umfang “Everything” aus und beschäftigt sich andersweitig, während der frisch aufgebaute Home-Server die ersten knapp 7 GB auf der Festplatte füllt. Durch einen Bug in der Installation muss man ggf. den Boot-Manager noch aktivieren. Wenn die Installation zum Reboot auffordert, empfehlt sich ein Umschalten auf eine Shell (z.B. mit STRG-ALT-F2) und die Eingabe des Befehls ‘/sbin/grub-install /dev/hda’. Mit STRG-ALT-F8 kommt man zurück zum Installationsprogramm.

Zwischenfazit

Kompakt, leise und möglichst geringer Stromverbrauch – das stand im Pflichtenheft. Kompakt ist er und ich selbst finde ihn auch richtig süss (natürlich subjektiv, aber da es meiner ist, muss er ja mir gefallen). Schön ist, dass der Cube noch Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Es gibt noch einen freien 5.25″ Schacht und einen freien Slot an der Rückwand, den man für zusätzliche Schnittstellenausgänge nutzen kann.

Im Hinterkopf hatte ich den Wunsch, unter der 50W Grenze zu bleiben. Sobald die zweite Festplatte in den Standby geschaltet ist (der alte Server ist inzwischen gefleddert), liegt der Verbrauch bei 45.0W. Ö?rgerlich ist, dass anscheinend ca. 20W alleine für die Netzteilverluste verbraten werden. Vielleicht finde ich hier noch eine andere Lösung.

Das “leise” Ziel ist dagegen noch nicht erreicht. Zwar würde ihn den Cube nicht als laut bezeichnen, leise ist er aber für meinen Geschmack auch nicht. Wenn er ca. 1 m neben mir auf dem Schreibtisch steht, ist das Lüftergeräusch nicht nur deutlich vernehmbar, sondern auch störend (wie ein kleines Gebläse). Dazu trägt zum einem der CPU Lüfter bei, den viele gegen einen Papst mit Sintec-Lagern ausgetauscht haben – ich werde dies auch noch tun. Im gleichen Zuge werde ich prüfen, ob man den 80mm Lüfter im Netzteil, der anscheinend von der Rückwand aus zugänglich ist, nicht auch gegen einen leisen Papst ersetzen kann. Die beiden zusätzlichen 40mm Gehäuselüfter auf der Rückwand laufen dagegen praktisch lautlos mit einer Drehzahl von unter 4000 UpM.

In den nächsten Kapiteln gehe ich auf die Konfiguration der einzelnen Services ein. An dieser Stelle ging es rein um die Montage und die prinzipielle Installation des Betriebssystems, mit dem der Server überhaupt erst einmal auf die Füsse kommt. Jetzt summt er schon mal.

Weiter geht es dann mit dem dritten Kapitel, der Grundkonfiguration und dem ersten Systemupdate.

12 Kommentare zum Artikel “Home Server, Teil 2 – Zusammenbau der Hardware & Betriebssystem-Installation”

  1. Sehr schön Meph. Ich bin schon auf die nächsten Teile Deiner Doku gespannt! :)

    GL & HF
    T.

  2. Eine Frage zu deiner Software-Installation – warum hast du “everything” alles installiert, wenn du ehh “nur ein paar” serverdienste laufe lassen möchtest? Ich meine, klar das du im nachgang diverse dienste nicht startest bzw. killst – aber warum installierst du sie dann?

    • Neben den im ersten Teil genannten Anforderungen kam noch die Überlegung auf, den Server im LAN auch als Applikationsserver zu nutzen. So kann ich mir z.B. das Quicken-Update sparen und mein Girokonto zukünftig auch mit GnuCash verwalten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Tools unter Linux, die ich gerne nutze, die aber auch im Cygwin/X für Windows nicht enthalten sind. Was ich im einzelnen nutzen werde und was nicht, war für mich bei der Installation sehr schwer abschätzbar. Da ich vorhabe, alle Dienste mit ständiger Internetverbindung in einer Sandbox (User Mode Linux) laufen zu lassen, das definitiv eine auf die Bedürftnisse abgespeckte Linux Version bekommen wird, sprachen auch im Hinblick auf die Security die Gründe nicht zwangsweise gegen eine Vollinstallation (wobei prinzipiell natürlich jede weitere installierte Software hier unschön ist). Ohne die “Sandbox”-Planung hätte der Server definitiv keine Vollinstallation bekommen. Die geschätzten 4 GB an “Mehrinstallation” gegenüber einer “optimalen Selektion” kratzen mich persönlich angesichts der 160 GB Platte nicht.

    • Thanks für die Antwort, wobei mich die Schnelligkeit der Beantwortung sowie der Umfang einfach aus den Socken haut. habe gerade gesehen,dass Teil 5 online ist, und bin sehr beeindruckt. *Ein dickes Bienchen ins Muttiheft iengetragen

  3. Vielleicht solltest du das Netzteil tauschen.
    Ich habe einen kurzen (nicht so professionellen) Artikel in meinem Blog.
    Das Netzteil ist sehr preiswert bei Pollin zu beziehen.
    http://zockertown.de/serendipity/archives/59-Router-Stromaufnahme.html

  4. Sehr detailliert und gründlich geplant.
    Für Leute die einen einfacheren Weg bevorzugen empfehle ich einen alten Scenic-Rechner.
    Habe einen mit 500MHZ Celeron Proz., durch Netzteillüfter mitgekühlt, Verbrauch unter 50Watt ( effektive Messung ). Hab mir auch schon die Anschaffung eines schnelleren überlegt, aber der Rechner versieht seit 5 Jahren problemlos seine Dienste, 24 Stunden am Tag ohne standby.

  5. Hallo, zunächst mal besten dank für die Beschreibung, liest sich hervorragend und passt mir gut in den Kram z. Zt. :) Ich bin gerade dabei und wühle mich durch Beschreibungen, Foren etc., da ich mir ebenfalls einen Server aufbauen möchte.
    Nun aber mal eine Frage: ist das tatsächlich so, dass der Cube bei “ausgeschaltetem” Netzteil 2,0 Watt zieht? *staun*
    Bisher dachte ich immer, wenn ich den “Hauptschalter” umlege, is der Verbrauch bei nullkommanix.
    Oder ist das vllt. eine Systemspezifische Sache des Cube?

    Greetz MTBiker

    • Ich vermute, dass dies abhängig vom Netzteil ist. Prinzipiell dürften aber alle Netzteile einen Strom im “ausgeschalteten” Zustand verbrauche, da für die “WakeUp on LAN/etc” ja eine Spannungsversorgung benötigt wird. Der im Gehäuse integrierte Netzschalter wird daher nur die Hauptversorgung abschalten.

  6. Und hat es mit dem Lüftertausch geklappt? Ist er leiser geworden?

    • Nein, nicht wirklich. Ich habe den CPU Lüfter getauscht – der Papst Lüfter klingt anders, aber nicht wesentlich leiser. Beim Netzteillüfter habe ich daraufhin auf einen Austausch verzichtet.

  7. ja, die Lüftergeräusche … vielleicht klappts, wenigstens für die Gehäuselüfter mit einer dempfenden Neoprenschicht 2mm zwischen Lüfter und Gehäuse, auch das Spielen mit den Schrauben lockerer, fester, hilft zeitweise …

  8. Super dein Bericht! :-) Schade dass einige Bilder sehr dunkel sind. Sonst, super gemacht.

    Letzten Sommer habe ich auch ein Ö?hnliches System aufgebaut, allerdings ein wenig anders ausgestattet.
    Dazu muss man sagen, dass das Morex Venus Gehäuse ein schönes und praktisches Gehäuse ist…auch wenn ab und zu etwas fummelig wird wenn man Kabel verlegt.

    Was bei mir anders ist:
    1 x VIA 6002 Mini-ITX Mainboard mit Pentium M 740 (1,73GHz)
    1 x 1024 MB DDR2 RAM (667MHz)
    1 x 80 GB IDE 2,5″ Samsung Festplatte (Gentoo Linux Bootplatte)
    2 x 500 GB S-ATA 3,5″ Samsung Festplatten (Datenplatten ext3)
    1 x PCI Gigabit D-Link Netzwerkkarte
    Stromverbrauch liegt bei ~ 58W.

    Ich habe vor, demnächst die zwei Gehäuselüfter auszutauschen und zwei von SilenX einzusetzen.
    Wenn du Interesse an Erfahrungsaustausch hast, kannst mich gerne per Email kontaktieren. :-)

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