Route des Grandes Alpes

Blick von der Südseite des Col du Galibier (Route des Grandes Alpes)Auch wenn meine 2007er Tour in meinen Tournotizen unter dem Stichwort ‘France 2007’ lief, das eigentliche Ziel war die Route des Grandes Alpes. Es ist eine Route über die Alpen, das war mir schnell klar – es ist die Route über die Alpen, sagen viele. Es heißt, sie wäre die Königin der Alpenstraßen. Sie führt von Thonon-les-Bains im Süden des Genfer Sees bis Menton an das Mittelmeer. Knapp 700 Kilometer über 15 Pässe, der höchste davon erreicht fast 2.800 Meter. Leider waren die Informationen zu der Route sehr spärlich und verstreut und häufig auch in französisch. Mit diesem persönlichen Tourbericht möchte ich daher auch einen umfassenden Überblick geben.

Vorbemerkungen

Aussicht vom Col de l´IseranNoch ein paar Worte vorweg: Zum Teil habe ich mir während der Route kleine Abstecher gegönnt. Alle Abstecher kommen immer an der selben Stelle oder wieder vor dem Abzweigpunkt auf die Route des Grandes Alpes zurück – somit geht kein Meter der Königin verloren. Die Abstecher habe ich in getrennte Boxen gestellt, damit sie sich auch optisch von der eigentlichen Route im Haupttext abgrenzen.

Alle rot umrahmten Bilder stehen durch Anklicken in einer höheren Auflösung zu Verfügung – aufgrund der hohen Anzahl der Bilder im Text habe ich auf ein getrenntes Fotoalbum verzichtet. Weiterhin hatte ich auch überlegt, ob ich die persönlichen Erlebnisse aus dem Bericht entferne, diesen Gedanken aber verworfen. Der Bericht würde dann vermutlich zu trocken werden und wer sich ausschließlich für die genaue Route interessiert, sollte sich am besten die zusätzlichen Dokumente am Ende des Artikels genauer anschauen.

Historisches

Die Ursprünge der Route des Grandes Alpes liegen ca. 100 Jahre zurück. Léon Auscher präsentierte dem Touring Club de France 1909 seine Idee, die wesentlichen Zentren der französischen Alpen durch eine Straße zu verbinden und damit die Gebiete für Touristen zugänglich zu machen. Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden und man nahm das Projekt in Angriff, trotz der zahlreichen zu erwartenden Schwierigkeiten. Im Jahr 1937 wurde der Col de l´Iseran freigegeben, damals die höchste Passstraße Europas. 1970 folgte der Cormet de Roselend, 1995 wurde die Route endgültig freigestellt.

Parallel zu der Route des Grandes Alpes wurden parallele Passstraßen geschaffen, die eine einfachere und schnellere Alpenpassage ermöglichen. Die Route des Grandes Alpes hat ihren Reiz durch ihre Ursprünglichkeit. Im Laufe der Strecke wird ein summierter Höhenunterschied von fast 16 Kilometern überbrückt, aufgrund der geringen Anzahl an Begradigungen ist die Route letztendlich eine endlose Folge an Kurven. 10 bis 15.000 Kurven soll sie haben, gezählt hat sie vermutlich noch keiner. Wer den schnellsten Weg durch die Alpen sucht, sollte sich besser nach alternativen Möglichkeiten umsehen.

Thonon bis Cluses

Schmale Straße runter nach Les LindaretsCol de la Joux Verte

In Morzine empfehle ich einen kleinen Abstecher nach Les Lindarets. Dazu folgt man in Morzine ab dem Kreisel der Ausschilderung nach Avoriaz. Die Straße führt zunächst durch das Zentrum von Morzine und später serpentinenartig den Berg hinauf. Die ersten Serpentinen liegen noch im Stadtbereich, kurze Zeit später darf man fröhlich am Kabel ziehen. Relativ weit oben auf dem Berg kommt links eine Abzweigung nach Les Lindarets.

Eine schmale Straße schlängelt sich zunächst mit ein paar Serpentinen, dann mit schnell zu fahrenden und meistens gut einsehbaren Kurven am Abhang entlang, später wieder gespickt mit einigen Serpentinen ins Tal. Verkehr gibt es bis runter nach Les Lindarets praktisch nicht und das ist auch gut so. Mir kam auf der Abfahrt ein Bus entgegen: er fuhr zwar soweit auf seiner Seite wie möglich, auf der schmalen Straße blieb aber trotzdem nur noch gut ein Meter übrig.

Hinter Les Lindarets kommen noch ein paar enge Kurven, der Rest bis zurück ins Tal bei Montriond ist gut ausgebaut und flott zu fahren. Zwischendurch kommt man an ein paar Touristenbuden vorbei, hier laufen auch Ziegen und ihre Böcke frei auf der Straße rum. In Montriond folgt man zunächst der Ausschilderung nach Thonen bis man wieder auf der D902 ist. Zwei Kilometer später ist man wieder an dem Kreisel und nimmt diesmal die erste Ausfahrt in Richtung Les Gets.

Montag nachmittag, 15:52 Uhr Ortszeit, der Kilometerstand auf der 750er stand bei 33.762. Brütende Hitze im Berufsverkehr von Thonon-les-Bains, der neben mir vorbeifuhr, sofern die Ampel gerade einmal grün war. Ich stand mit der Maschine auf dem Bürgersteig direkt an der Kreuzung, an der es rechts nach Morzine abgeht. Ob die Route des Grandes Alpes genau hier beginnt, am Beginn der Avenue des Vallées, die kurz danach zur Avenue de la Dranse wird, etwas davor am Beginn der D902 oder am Stadtrand von Thonon, der nur 3 Kilometer entfernt ist – ich weiß es nicht.

Einfahrt in das erste Tal am Anfang der Route (kurz hinter Thonon-les-Bains)Gefühlt beginnt sie an der Kreuzung in Thonon, an der das Schild “Toutes les directions” geradeaus zeigt und das Schild für Morzine nach rechts. Von dort aus geht es immer auf der gewählten Straße entlang, bis zum Kreisel am Stadtrand. Optisch beginnt die Route des Grandes Alpes für mich an diesem Kreisel, an der gegenüberliegenden Ausfahrt, die in das grüne Tal führt. Zunächst verläuft sie einige Hundert Meter geradeaus, danach beginnt bereits das Vorspiel. Sind die Kurven zunächst noch durch ein paar kleinere Geraden verbunden, schlängelt sich die Straße im nächsten Augenblick wild am steil aufragenden Felsen entlang, um später wieder etwas ruhiger zu werden.

Typische Straßenführung am Beginn der Route (zwischen Thonon-les-Bains und Morzine)Es war für mich ein seltsames Gefühl, beim Reinfahren in das Tal. Ein Gefühl, als ob die Straße etwas Besonderes wäre, etwas Ausgewähltes. Vermutlich ist dies esoterische Fantasterei, vermutlich habe ich einfach zuviel über diese Route gelesen. Keine Fantasterei war der Schrei unter dem Helm, der mir nur wenige Minuten nach der Taleinfahrt entwich – dort, wo das Vorspiel etwas wilder war. Nach wenigen Kilometern sah ich ein braunes Schild mit der Aufschrift “Route des Grandes Alpes” an der rechten Seite stehen. Ich hielt am Straßenrand um ein typisches Beweisfoto mit Moped und Schild zu machen. Ein Wohnmobil aus Deutschland hielt währenddessen ein Stück weiter an. Ein älterer Mann stieg aus und ging mir entgegen. Als ich an ihm vorbeifuhr winkte er mir lächelnd zu. Er hatte eine Kamera in der Hand – ich hatte ihn wohl auf eine Idee gebracht.

Auf der gut ausgebauten Straße ist Morzine viel zu schnell erreicht. Der Verkehr war für einen Montag nachmittag aus meiner Sicht durchweg erträglich und wurde schrittweise bei Le Biot und St-Jean-d´Aulps auch noch weniger – ein wirkliches Problem war der Verkehr nie. Die wenigen LKWs und Busse liessen sich auf den kurzen Geraden problemlos schlucken und die französischen PKW-Fahrer fahren meistens automatisch ein Stück nach rechts, wenn sie hinter sich ein Moped sehen.

Schmale Straße runter nach Les LindaretsCol de Pierre Carrée

Wenige Kilometer südöstlich von Cluses liegt der 1844 m hohe Col de la Pierre, der anscheinend abseits der Skisaison nur von wenigen Wanderern frequentiert wird. Wer sich den Spaß gönnen möchte, fährt von Cluses auf der N205 in Richtung Sallanches – wer tanken muß findet am Ortsausgang von Cluses eine Tankstelle – und biegt wenige Kilometer links ab in Richtung Flaine. Zunächst geht die Straße mit Serpentinen den Berg hinauf, teilweise ist die Straße in den Felsen gehauen. Zwischendurch folgen Abschnitte mit weichen, gut einsehbaren und daher flott zu fahrenden Kurven – ab der zweiten Ortschaft fuhr ich an dem Montag abend praktisch alleine.

Die Abfahrt auf der gegenüberliegenden Seite bietet zwar auch noch eine Handvoll Kurven, lohnt aber nicht wirklich. Flaine, dass auf der anderen Seite des Bergs liegt, scheint nur für die Skisaison zu leben, die nordisch wirkenden Holzhäuser wirkten verlassen.

Cluses in der AbenddämmerungGleich am Ortsanfang von Morzine befindet sich ein Kreisel, die erste Ausfahrt in Richtung Les Gets ist die richtige. Eine gut ausgebaute Straße führt über den ersten, kaum spürbaren Col des Gets und über Taninges bis Cluses, das im Tal liegt. Die Route führt in südlicher Richtung zentral durch Cluses. Es war bereits 18 Uhr, ich wollte noch irgendwo etwas vernünftiges essen und entschloß mich, mir in der kleinen Stadt eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Am Eingang von Cluses sah ich eine Reihe von Hotelschildern, merkte mir die einfachen Hotels mit zwei Sternen und fand kurz hinter dem Stadtzentrum am Place du Cretet das Hotel Le National. Ich nahm spontan ein Zimmer und brachte mein Gepäck auf das Zimmer.

Auffahrt zum Col de la Colombière über Nancy-sur-Cluses und RommeIn Frankreich ißt man spät, sagte ich mir, und saß wenige Minuten später wieder auf der 750er, um noch den Abstecher zum Col de la Pierre zu fahren. Die Fahrt hat sich gelohnt: ohne Gepäck und Verkehr durfte der Motor auch mal wieder etwas höher drehen und oben angekommen waren die zu Hause noch neu aufgezogenen Reifen auch über die gesamte, bezahlte Lauffläche angefahren. Bei der Dusche im Hotel kamen mir dann Zweifel, ob die Wahl des Hotels so gut war. Es lag direkt an der Hauptstraße, aber zu dem Zeitpunkt war es eh zu spät. Immerhin dämmten die Fensterläden den Lärm der Straße auf ein erträgliches Maß.

Also ab in die City, sagte ich mir und ging los. City? Das Kaff scheint von der Wintersaison zu leben, es war wie ausgestorben. Vor einer Bar mit Restaurant standen ein paar Plastiktische, Stühle gab es auch, ich setzte mich hin und erfuhr, dass die Küche schon geschlossen hatte. Ich hatte keine Lust mehr weiterzusuchen und habe mich mit zwei alkoholfreien Bierchen zufrieden gegeben – schmeckte nach nichts, war aber kalt – und den Abend ausklingen lassen.

Cluses bis Flumet

Südliche Abfahrt vom Col de la ColombièreDie Strecke von Thonon-les-Bains bis Cluses läßt sich noch als Vorspiel verbuchen und welcher Mensch, der geniessen kann, hat schon Einwände gegen ein ausgiebiges Vorspiel? Südlich von Cluses warten die “richtigen” Pässe, den Anfang machen der Col de la Colombière und der Col des Aravis. Am südlichen Ausgang von Cluses muß man etwas aufpassen. Die naheliegende Strecke über Neyrolles führt zwar auch zum Col de la Colombière, die offizielle Route führt aber über die schmale D119 und die kleinen Orte Nancy-sur-Cluses und Romme und dann weiter auf der D4 über Le Reposoir. Ich bin zunächst die falsche Strecke gefahren, hatte aber aufgrund einer Straßensperrung auf dem Rückweg die Ausschilderung über Romme und Nancy-sur-Cluses gesehen und bin dann die richtige Straße gefahren, die auch ursprünglicher ist als die über Neyrolles.

Auffahrt zum Col des Aravis (Nordseite)Die Straßensperrung kam nicht ganz unerwartet. Bereits in Cluses befand sich auf dem blauen Hinweisschild für den Col de la Colombière der Hinweis FERMÖ?, den ich selbst mit meinen sehr rudimentären Kenntnissen der französischen Sprache korrekt als ‘geschlossen’ übersetzt habe. Wie es so meine Art ist, interpretierte ich das Schild als grobe Empfehlung, folgte weiter der Straße zum Pass hoch und war gespannt auf die Dinge, die mich dort erwarteten. Wenige Kilometer vor dem Pass folgte dann eine Straßensperrung. Im Sicherheitstraining hatte ich gelernt, dass man mit dem Motorrad normalerweise genau da hin fährt, wo man hinguckt. Es klappte: mein Blick fokussierte sich auf den knappen Meter zwischen der Absperrung und dem Rand der Straße und die 750er rollte durch die Lücke. Vielleicht zweihundert Meter vor dem Pass war dann Schluß – die gerade tätigen Bauarbeiter hatten mit ihren Fahrzeugen die Straße komplett versperrt.

Eine Umleitung war nicht ausgeschildert, viele Alternativen gibt es in den Alpen aber sowieso nicht. Ich bin wieder zurück nach Cluses gefahren, von dort über die N205 bis Bonneville und dann auf der D12 über Saint-Pierre-en-Faucigny, Le Petit-Bornand-les-Glières und Entremont zur Südseite des Col de la Colombière. Da ich möglichst jeden Kilometer der Alpenkönigin kennen lernen wollte, rollte ich dann natürlich die Südseite noch hoch. Kurz hinter dem Pass sah ich den Beginn der Baustelle – von dem Col de la Colombière fehlen mir vielleicht 100 Meter Straße, damit konnte ich gerade noch leben.

Mont Blanc

In Flumet angekommen bietet sich die Chance nach Chamonix-Mont-Blanc zu fahren, um dort einen Blick auf das Mont Blanc Massiv zu werfen. Ich hatte anfangs vor gehabt, den Abstecher zu fahren – nach den beiden Umleitungen um den Col de la Colombière und den Col des Aravis habe ich mir den Mont Blanc Besuch dann geschenkt.

Wer sich den Mont Blanc, den höchsten Gipfel der Alpen, nicht entgehen lassen will: Chamonix-Mont-Blanc ist ab Flumet ausgeschildert, in einfacher Richtung sind es dann noch gut 50 Kilometer. Einen Eindruck von der Aussicht vermittelt z.B. dieses Bild.

Aussicht auf dem Col des AravisAm südlichen Ende des Col de la Colombière befindet sich La Clusaz, dort folgt man der Ausschilderung zum Col des Aravis. Der Pass hat eine ganz eigene Note, durch die durchgehend grüne Landschaft wirkt er wie eine Weide auf einem großen Hügel. Nichtsdestotrotz, der Pass hat eine Höhe von knapp 1.500 Metern. Oben gibt es eine Bewirtung, ein schönes Plätzchen für einen Zwischenstopp. Eine Gemeinsamkeit mit dem Col de la Colombière gab es in meinem Fall dann auch: auf der südlichen Abfahrt war die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt, also durfte ich wieder zum Pass hochfahren und auf der Nordseite eine Umleitung nehmen.

Abfahrt vom Col des Aravis nach Flumet (Südseite)Die Umleitung war immerhin anfangs sehr reizvoll. In Les Ö?tages folgte ich der Abzweigung nach Manigod. Eine kleine Straße führt über den Col de la Croix-Fry und endet kurz vor Thônes an der D12. Auf der flott zu fahrenden D12 fuhr ich über Les Clefs bis Faverges und von dort über die N508 bis Ugine und über die N212 weiter bis Flumet. Da Tankstellen in den Alpen nicht so häufig sind, wie man sie sich wünscht, gleich noch ein Tipp: am Ortseingang von Flumet gibt es eine kleine Tankstelle, wenn es pressiert. Falls die Kasse geschlossen ist, kann man am Hauseingang daneben klingeln. Da Flumet sehr klein ist, ist auch der Abstecher von der offiziellen Route keine große Sache.

Ich konnte natürlich nicht anders, jeden befahrbaren Meter der Route wollte ich auch befahren. Der südliche Auffahrt zum Col des Aravis fand ich interessanter als die nördliche, speziell die untere, teilweise in die Felsen geschlagene Strecke wirkt härter und ist zudem eine einzige Folge von Kurven. Die Baustelle war hier etwas länger, von dem Col des Aravis fehlen mir daher runde 500 Meter Strecke – grenzwertig, aber auf die Fertigstellung und Freigabe der Straße wollte ich nicht warten.

Flumet bis Val-d´Isère

Col des SaisiesVon Flumet aus geht es direkt über die kreuzende N212 weiter in Richtung Notre-Dame-de-Bellecombe, dann hoch zum Col de la Saisies. Die Straße zum Pass hoch ist eher schlecht, läßt sich aber noch gut fahren. Oben auf dem Pass befinden sich ein paar größtenteils verlassene Lokalitäten, die sich offensichtlich auf die Skisaison konzentrieren. War die Straße hoch zum Pass schon nicht die beste, bergab ist das erste Stück mit Vorsicht zu geniessen. Zahlreiche Teerausbesserungen, häufig quer über die gesamte Fahrspur – mal tiefer, mal höher, immer glatt – erfordern beim Fahren viel Aufmerksamkeit, ein Rad versetzt beim Überfahren meistens. Nach einiger Zeit wird es aber deutlich besser, der untere Teil läßt sich wieder sehr gut fahren.

Aussicht auf dem Col des SaisiesAm Beginn der Auffahrt zum Cormet de Roselend, der mit seinen 1968 Metern bereits an der 2000er Grenze kratzt, liegt der Barrage de Roselend, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Mit seinem im kräftigen blau schimmernden Wasser und seiner ruhigen, praktisch bebauungsfreien Lage zwischen den Bergen, strahlt der See eine selten anzutreffende Idylle aus. Nördlich des Sees liegt ein kleiner Schotterplatz, der über eine ausgeschilderte, schmale Straße von der Passstraße aus zu erreichen ist. Wer dort einen Zwischenstopp machen möchte, sollte sich etwas zu essen und zu trinken mitbringen, z.B. aus dem kurz zuvor passierten Beaufort. Und wer zu zweit fährt und sich von dem bildhübschen und romantischen Panorama angeregt fühlt: zwischen den Bäumen am Hang sollte sich ein ruhiges Plätzchen finden lassen.

Kurz nachdem ich vom See aus wieder auf die Passstraße eingebogen war, überholte mich eine Buell aus Genf. Ich wähle zwar grundsätzlich meine eigene Gangart unabhängig von anderen Mopedfahrern – ausgenommen sind aber die Fälle, in denen nur ein geringer Geschwindigkeitsunterschied besteht und der oder die andere einen sauberen Fahrstil hat. Ist das andere Bike etwas langsamer, fahre ich auch etwas langsamer und geniesse das entspannte hinterherfahren – ist das andere Bike etwas schneller, lege ich eine halbe Schaufel nach. Die Buell war etwas schneller, der Fahrstil war sehr sauber – die drei Kohlen schnell nachgeschmissen. Es war eine Freude der sauberen Kurvenlinie zu folgen, die der in den Sicherheitstrainings propagierten Sicherheitslinie mit dem späten Scheitelpunkt sehr nahe kam.

Panorama auf dem Col du Petit Saint BernardCol du Petit Saint Bernard

Der Abstecher zum Col du Petit Saint Bernard kostet ohne Pause eine runde Stunde, wenn man ihn komplett fährt – er ist aber in meinen Augen wirklich lohnenswert. Kurz vor dem Ortsausgang von Séez zweigt eine Straße nach links ab. Die ersten Serpentinen liegen noch im Ortsbereich, nach kurzer Zeit dürfen die Drosselklappen aber geöffnet werden. Auf der erste Hälfte der Strecke bis La Rosière dominieren die Serpentinen mit Geraden die lang genug sind, auch mehrere Dosen in einem Streich zu passieren. Auf der zweiten Hälfte schlängelt sich die Straße auf der nur noch leicht ansteigenden Hochebene bis zum Pass, hinter dem direkt die italienische Grenze folgt.

Am Pass befindet sich eine kleine Bar, die Bar de Lancebranlette. Die Bedienung war nett, der Cafe au Lait Grande sehr lecker, nur das Käsesandwich etwas trocken. Aber das könnte auch daran liegen, dass ich ihre Frage “just cheese” bejaht hatte. Es dauerte nicht lange und auf dem kleinen Schotterplatz vor der Bar rollte eine Buell aus – der Typ aus Genf. Mich hat er ohne Helm und Jacke nicht gleich erkannte, die dunkelrote 750er war ihm noch im Gedächnis geblieben. Nach einem halb Stündchen sprangen wir wieder in die Kombis und ab ging es im Tiefflug ins Tal, er vorneweg. So gut passen tut es selten: genau die richtige Speed und immer mit Reserve. Unten an der Kreuzung drückte ich zweimal die Hupe, die Finger seiner linken Hand formten ein V – wie schon einmal erwähnt, es bedarf nicht immer vieler Worte.

Rastplatz am nördlichen Ufer des Barrage de RoselendBeim Folgen der Buell fiel mir auf, dass bei einem Zweizylinder zwar aufgrund des technisch bedingten, schmaleren Drehzahlbands mehr Schaltarbeit nötig ist – wenn man (ich) mit einem Vierzylinder mithalten will, dies aber auch nur mit fleissigem Rühren im Getriebe klappt. Die 750er zieht zwar auch berghoch problemlos im 6. Gang mit 2.000 UPM aus den Kurven raus, von den 93 PS ist bei dieser Fahrweise aber natürlich noch nichts zu spüren. Somit bullerte die Buell mit ihrem kernigen Sound vorneweg und ich übte den flotten Wechsel der Gänge drei bis fünf. An einer Aussichtsbucht mit einem herrlichen Panorama hielt er schließlich an, ich tat es ihm gleich. Ein gegenseitiges, grinsendes Kopfnicken sorgte für die wortlose Verständigung. Er fotografierte länger, ich fuhr dann wieder alleine weiter.

Barrage de RoselendDie knapp 2.000 Meter des Cormet de Roselend sorgen bereits dafür, dass auf dem Pass das Grün zunehmend einer felsartigen Oberfläche weicht. Bergab schwingt sich die sehr gute Straße abwechselungsreich runter bis zum mehr als 1.000 Meter tiefer liegenden Bourg-Saint-Maurice. Lange, gut einsehbare und nur aufgrund der meist fehlenden Randbegrenzung nur zaghaft zu fahrende Kurven wechseln sich ab mit engen Kehren – die Abfahrt macht einfach Spaß.

Auffahrt zum Cormet de Roselend (Nordseite)Ab Bourg-Saint-Maurice folgt ein gut ausgebauter Abschnitt, auf dem sich der Verkehr zwar auch in Grenzen hält – mit der Abgeschiedenheit des Abschnitts zwischen Cluses und Bourg-Saint-Maurice, auf dem andere Fahrzeuge nur selten anzutreffen sind, kann die Strecke bis Val-d´Isère aber nicht dienen. Für etwas Abwechselung können zwei Abstecher sorgen. Kurz hinter Bourg-Saint-Maurice zweigt links die Straße zum Col du Petit Saint Bernard ab, weiterhin bietet sich an der Barrage de Tignes die Option, eine kleine Schleife zu fahren.

Abfahrt vom Cormet de Roselend (Südseite)Um einen Blick auf die ca. 180 m hohe Bogenstaumauer zu werfen, die zum Zeitpunkt ihres Baus die höchste in Europa war, empfiehlt sich ein kurzer Stopp am Straßenrand. Für Fälle wie diesen ist es hilfreich, die Kamera im Tankrucksack unterzubringen, um sitzend von der Maschine die Szenerie einzufangen. Einen schönen Blick über die Talsperre bei Tignes hat man, wenn man zwischen den Tunnel an der schmalen Parkbucht im hinteren Bereich des Stausees anhält. Ebenfalls lohnenswert für einen längeren Blick oder ein Foto ist ein Stopp am Ende des Stausees, wo sich der Tunneleingang direkt neben der schluchtartigen Verengung befindet.

Kurze Zeit nach der letzten Tunneldurchfahrt kommt man in Val-d´Isère an. Der Ort, der auch durch Skiweltcup-Rennen bekannt ist, hat sich auf den Fremdenverkehr konzentriert und bestätigt mal wieder meine generelle Einstellung: wo “alle” hinwollen, muß ich ja nicht auch noch sein. Vielleicht wirkt der Ort unter einer dicken Schneedecke gemütlich, im Juni ist er ohne Charme. Beim Preisniveau scheint es dagegen keine saisonalen Unterschiede zu geben, jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass die Preise im Winter noch höher sind. Der örtliche SPAR-Markt verlangte für einen einzelnen Riegel Kinderschokolade 0,50 EUR, eine kleine Packung Tomaten (250 g) kosteten 3,55 EUR.

Val-d´Isère bis Briançon

Aussicht von der Talsperre in das nördliche liegende TalUnabhängig davon, ob man Val-d´Isère mag oder abschreckend findet: hier beginnt der nur schwer in Worte kleidbare Aufstieg zum Col d´Iseran. Die Attribute wild und ungezähmt wären vielleicht noch zutreffend. Die Straße führt direkt am zum Teil steil abfallenden Hang entlang, eine seitliche Absperrung gibt es nicht. Wer hier in der Kurve einen Abflug macht, erlebt die Bedeutung des Wortes in seiner direkten Bedeutung. Führt die Straße im unteren Bereich noch durch eine bewachsene Landschaft, verdrängt mit zunehmender Höhe mehr und mehr der Fels das Grün, um dann später noch durch zahlreiche, verstreute und meterdicke Schneefelder ergänzt zu werden.

Tunnel am südlichen Ende des Barrage de Tignes (Richtung Val-d´Isère)Wie es sich für einen knapp 2.800 Meter hohen Pass gehört, weht oben ein heftiges und eher kühles Windchen. Die Abfahrt steht der Auffahrt in nichts nach, bot dafür aber flüchtige Gesellschaft in Gestalt von Murmeltieren. Flüchtig, weil ich die süssen Tiere zunächst nur auf der Flucht gesehen hatte. Etwas später sah ich eines, das nur ein kleines Stück von der Straße entfernt auf der Bergseite im Gras saß. Ich hielt an um ein Foto zu machen, machte den Motor aus und ließ einen Gang eingelegt, damit das Moped nicht bergab rollte. Ich nahm die Kamera, zoomte auf das Murmeltier, mußte aber feststellen, das es noch zu weit weg war. Da kam mir eine Idee.

Nördliche Auffahrt zum Col de l´Iseran: weite sicht, schmale Straße - viele Kurven, wenig AbsicherungenKennt ihr das, wenn man(n) eine Idee hat? Nun ja… die Kamera hielt ich in der rechten Hand, die linke ging zum Lenker und zog die Kupplung – es klappte, die Kupplung löste die Verbindung zum stehenden Motor und die Fuhre setzte sich fast geräuschlos in Bewegung: so hatte ich mir das auch gedacht. Wo war doch gleich das Murmeltier, fragte ich mich, und suchte es mit Hilfe des Zooms der Kamera, während ein Auge immer kurzzeitig auf die Straße schielte, die sich unter mir entlang bewegte.

Kleinhirn an Großhirn: “Wir werden zu schnell.”
Großhirn an Kleinhirn: “Zieh die Handbremse.”
Kleinhirn an Großhirn: “Die hält die Kamera.”
Großhirn an Kleinhirn: “Lass die Kuppling los.”
Kleinhirn an Großhirn: “Ok, getan – der Motor ist übrigens angesprungen.”

Die Fuhre ging ab nach vorne… In einem Reflex legte ich die Kamera zwischen die Beine, warf den Anker und griff gleich wieder nach der Kamera, bevor sie durch die Gegend flog. Im Nachhinein kam ich auf die Idee, dass ich auch mit der Fußbremse hätte halten können – aber da zeigt sich mal wieder, dass man auch selten vorkommende Situationen einstudieren muß, es fehlte einfach die Übung. Vielleicht sollte ich diesen Fall im nächsten Sicherheitstraining ansprechen (vielleicht auch besser nicht). Das Murmeltier saß jetzt weiter oben am Berg, mit der Kamera festgehalten habe ich es dann doch noch.

Lac du Mont Cenis (Nordseite)Col du Mont Cenis

Kurz nach der Abzweigung zum Col du Mont Cenis fängt eine breite, sehr gut fahrbare Straße an, sich in Serpentinen den Berg hochzuziehen. Aufgrund der Breite der Straße, der Qualität des Belages und dem Umstand, dass die meisten Kurven gut einsehbar sind, kommen bei der Auffahrt “Bergrenn-Gefühle” auf – es ist einfach die pure Freude. Oben angekommen führt eine kleine, buckelige Straße, die einige hundert Meter hinter den Gebäuden am Pass rechts abzweigt, runter zum See. Die Abfahrt macht nicht weniger Spaß als die Auffahrt – wohl dem, der gute Bremsen für die Kehren hat.

Der Col de l´Iseran ist mit 2770 m der höchste Pass auf der Route des Grandes AlpesAb Bonneval-sur-Arc geht es auf einer landschaftlich schönen aber wenig anspruchsvollen Straße bis Bessans, ab dort wird die gut ausgebaute Straße wieder etwas kurviger. In Lanslebourg-Mont-Cenis bietet sich für Freunde von kurvigen Berganstiegen ein weiterer Abstecher zum Lac du Mont Cenis an, ebenso für Freunde von Zwischenstopps an einem See.

Von Lanslebourg geht es weiter bis Modane. Dort hatte ich vor gehabt ein Zimmer zu nehmen und den Tag in einem Restaurant zu beenden. Ich fuhr in Richtung Zentrum, fand aber nichts, was auf ein Hotel oder eine Pension schließen ließ – dafür jemanden, der gerade auf seine 600er Bandit stieg. Ich begrüßte ihn mit “Bonjour” und warf noch ein vorher überlegtes “Je cherche une chambre pour une nuit” hinterher.

Die Abfahrt auf der Südseite des Col de l´Iseran steht der Nordseite in Punkto Fahrspaß in nichts nach.So schlecht kann mein französisch gar nicht gewesen sein, er lächelte und antwortete in flüssigem französisch. Ich hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was er mir mitteilen wollte – mein dritter Satz war “Parlez-vous anglais?”. Tat er nicht, er war Franzose. Dafür bat er mich ihm zu folgen. Wir gingen in ein Friseurgeschäft, das sich einige Hundert Meter die Straße hoch befand. Plötzlich diskutierten fünf Personen in der mir nicht zugänglichen Sprache, wir gingen wieder raus und zurück zu den Motorrädern.

Zum Tal hin werden die Kurven weiter, die Abhänge flacher, das Tempo höher ...Seiner Zeichensprache und ein paar französischen Begriffen, die ich zu erkennen glaubte, entnahm ich, dass die Hotels in der Nähe des Bahnhofs seien und der sei dort und da, wo sein Finger hinzeigte. Ich bedankte mich und fuhr in die Richtung seines Fingers. Ich fand die Gleise, ich fand den Bahnhof und wer den Bahnhof sieht, sieht auch die Hotels. Die liegen allesamt ca. 15 Meter vom Bahnhof entfernt, nur durch eine Hauptstraße getrennt, die vor dem Bahnhof entlang läuft.

Ich spürte wenig Lust wie in Cluses wieder direkt an einer Hauptstraße zu nächtigen, auch dann nicht, wenn die Chance bestand, dass die Straßengeräusche von den Zügen übertönt werden. Wer es nicht wenigstens probiert, hat schon verloren, bevor er angefangen hat: ich baute darauf, dass in dem auf den Skitourismus ausgerichteten Valloire ein Hotel für Wanderer und andere gestrandete Gestalten offen hat, um dort dann eine Nacht in den ruhigen Bergen zu verbringen.

Die Ziegen an der Auffahrt zum Col du Galibier haben sich an den Verkehr gewöhnt, zumindestens bleiben sie stehen.Die Straße bis Saint-Michel-de-Maurienne läßt sich gut fahren, ist aber auch eindeutig dem Pflichtprogramm zuzuordnen. Die Kür beginnt dafür kurz hinter der Abzweigung zum Col du Télégraphe, die sich innerhalb des Ortes befindet. Die Auffahrt an dem Abend war einfach fantastisch. Glänzte die Route bislang schon durch wenig Verkehr, abends um acht schläft Frankreich bereits. Die Straße war leer und nur ein im mittleren Drehzahlbereich jauchzender Vierzylinder störte das Wild beim Kopulieren.

Ich hatte Glück: im Hotel Les Carrettes gab es noch ein freies Zimmer, allerdings mußte dies erst hergerichtet werden – so spät würden sonst keine Gäste mehr kommen. Ich verknief mir die Bemerkung, dass ich zu jeder Tag und Nachtzeit kommen kann und war froh, dass es ein Zimmer gab. Im übrigen war das Personal wirklich nett und bemüht, auch wenn es Mißverständnisse gab.

Man bat mich zwei bis drei Minuten zu warten, um das Zimmer fertig zu machen. Zwei bis drei Minuten – dass hieß fünf Minuten bis zur Dusche und 20 Minuten bis zum Tisch im Restaurant. Nachdem ich eine halbe Stunde vor der unbesetzten Rezeption stand, zwischenzeitlich Kekse aus dem Tankrucksack futternd, suchte ich das Zimmer mit der Nummer, die man mir bereits genannt hatte. Die Tür war offen, der Schlüssel steckte. Nun ja, etwas zu essen hätte ich vermutlich so oder so nicht mehr bekommen.

Hall of Fame

Über 15 Pässe führt die Route des Grandes Alpes. Viele Pässe sind nur im Sommer befahrbar, die “sichere” Zeit ist Anfang Juni bis Mitte Oktober. Hier ist die Liste in der Reihenfolge von Thonon-les-Bains bis Menton:

  • Col des Gets (1170 m)
  • Col de la Columbière (1613 m)
  • Col des Aravis (1486 m)
  • Col des Saisies (1650 m)
  • Cormet de Roselend (1968 m)
  • Col de l´Iseran (2770 m)
  • Col du Télégraphe (1566 m)
  • Col du Galibier (2645 m)
  • Col de l´Izoard (2360 m)
  • Col de Vars (2108 m)
  • Col de la Cayolle (2326 m)
  • Col de la Couillole (1678 m)
  • Col Saint-Martin (1500 m)
  • Col de Turini (1604 m)
  • Col de Castillon (706 m)

An einigen Stellen ist die Rede von 16 Pässen auf der Route. In diesem Fall wird der Col du Lautaret mitgezählt, der aber auf der Abfahrt vom Col du Galibier unbemerkt mit verschnupft wird.

Das Zimmer bot eine freundlich-rustikale Einrichtung, irgendwie alpentypisch (wobei ich anmerken möchte, dass mein letzter Alpenaufenthalt so lange her ist, dass ich mir schon gar nicht mehr sicher bin, ob ich je in den Alpen war). Es gab ein schönes Bad mit Badewanne/Dusche und ein bequemes Bett – genaugenommen sogar zwei.

Auch die Auffahrt zum Col du Galibier ist ein einziger Kurvenrausch (Nordseite)Die Frage, für welche Personengruppe Zimmer mit zwei Einzelbetten sind, hat sich mir noch nicht erschlossen. Entweder man reist als Päarchen: dann ist das Runterplumpsen von dem schmalen Bett während der “Einschlafphase” eher störend. Oder man reist mit einem Kumpel: dann kann dieser gefälligst in einer anderen Etage schnarchen. Wie auch immer: Valloire liegt sehr idyllisch im Tal zwischen mehreren Bergen. Wie für einen Skitouristenort nicht anders zu erwarten war dort im Juni kurz nach der Dämmerung tote Hose, in der Idylle ratzte ich dafür wie ein Toter.

Wer die langgezogene Kehre auf dem Col du Galibier zu schnell fährt, startet seine Flugbahn hier.Am nächsten Morgen entschied ich mich gegen ein Frühstück im Hotel und plante dafür einen Zwischenstopp an einer Boulangerie ein. Am Ausgang von Valloire schossen drei Mopedfahrer an mir vorbei hoch zum Col du Galibier: eine GSX-R1000, eine Ducati und eine Unerkannte. Den Ansatz mit der halben Schaufel nachlegen verkniff ich mir nach zwei Kurven. Zum einem wären mindestens drei Schaufeln notwendig gewesen, sofern meine Fahrkünste überhaupt für ein Folgen gereicht hätten. Zum anderen fuhren die drei eher die “typische Rennlinie”, die solange gut geht, wie keiner einen Fehler macht und nichts unerwartetes auf der Straße vorfindet.

Impression von der südlichen Abfahrt vom Col du GalibierKurz vor dem Gipfel gibt es einen Einbahnstraßentunnel, bei dem der Verkehr per Ampelschaltung geregelt wird. Für Wohnmobile und Kleinlaster mag dieser Tunnel eine Erleichterung sein, Besitzer von Einspurfahrzeugen lassen sich natürlich die letzten Kurven hoch zum ursprünglichen Pass nicht entgehen. Bei einer Höhe von 2.645 Metern gibt es oben nur noch Steine und Felsen, keine nenneswerte Vegetation – dies verwundert wenig. Dafür gab es dort oben wespenartige Insekten, die sich anscheinend von den Touristen ernähren – sonst gab es dort ja nichts. Meine Kombi mochten sie offensichtlich nicht, irgendwann ließen sie von mir ab.

In gewisser Hinsicht erinnerte mich der Col du Galibier an den Col d´Iseran. Das letzte Stück zum Gipfel wirkt rein optisch durch das Fehlen der Vegetation ähnlich rau, den unteren Teil fand ich dagegen etwas zahmer – vom Fahrspass steht er dem Col d´Iseran nur wenig nach. Das Ende der Abfahrt stößt auf die N91, auf der die Route bis Briançon weiter geht. Die Straße ist sehr gut ausgebaut, bietet weitgezogene, meist gut einsehbare und dann flott zu fahrende Kurven – einzig das 90er Limit ist hier eine echte Schande. Wer ein dringendes Tankbedürfnis hat, findet in Briançon direkt hinter dem ersten Kreisel eine Tankstelle mit Einkaufsmöglichkeit. Im Zentrum gibt es zahlreiche Geschäfte, unter anderem auch eine Boulangerie.

Briançon bis Barcelonette

Ich weiß nicht, ob die Straße über den Col de l´Izoard erst kurz zuvor neu asphaltiert wurde, vom Belag war sie nahezu perfekt. Die Straße schwingt sich zunächst durch Wälder in meist engen, aber schön zu fahrenden Kurven den Berg hoch. Weiter oben hört der Baumbewuchs wie an einer magischen Grenze auf und wird durch den alpentypischen Wiesen-/Gestrüppbewuchs ersetzt, der aus größeren Entfernungen wie hellgrünes Moos auf einer Felslandschaft wirkt. Auf dem Gipfel herrscht auch hier bewuchsfreie Steinwüste, wie bei einem deutlich die 2.000er Grenze überschreitenden Pass nicht anders zu erwarten.

Südliche Abfahrt des Col d´IzoardYin und Yang … wo Sonne ist, da ist auch Schatten, das gilt auch für diesen Pass. Im Kontrast zu der Freude der gipfelstürmenden Motorradfahrer stehen die gequälten Gesichter der unzähligen Radfahrer, die sich in atemberaubender Schrittgeschwindigkeit den Berg hoch stöhnen. Ich weiß nicht, welche Sünden begangen wurden: wenn das Erklimmen eines 2.360 Meter hohen Pass die gerechte Strafe ist, erscheint mir der Suizid eine überdenkenswerte Alternative. Bergauf überholt hat mich jedenfalls keiner, für die Gegenspur galt das nicht. In einer 180° Grad Kehre überholte ein flotter Radler bergab in beeindruckender Schräglage ein Auto, ich machte mich derweil bergauf in der Innenspur dünn – es klappt fast alles, wenn alle mitspielen.

Frühstück an einem kleinen Rastplatz an der Südseite des Col d´IzoardAuf der Abfahrt fand ich aussen in einer Kurve einen kleinen, verlassenen Rastplatz mit einem herrlichen Blick über das Tal und auf die nächste Gebirgskette – Zeit für das Frühstück. Ich holte die Croissants und das Gebäck aus der Boulangerie aus dem Tankrucksack, stellte den Kakao und den Grapefruitsaft von der Tankstelle aus Briançon daneben und freute mich auf ein ruhiges Frühstück. Ich wollte mich gerade setzen, da hörte ich hinter mir knirschende Geräusche. Mein Blick ging nach rechts und sah ein Wohnmobil aus den Niederlanden ausrollen – zeitgleich knirschte wieder etwas links: ein zweites Wohnmobil, dem wenige Sekunden später ein drittes folgte, ebenfalls aus den Niederlanden.

Cime de la Bonette

Wer gerne die Superlativen mag, sollte sich in Jausiers einen Abstecher hoch zum Cime de la Bonette überlegen. Nachdem er künstlich aufgeschüttet wurde, gilt er als höchster Pass der Alpen, etwas höher noch als das Stilfser Joch. Warum ich mir diesen Abstecher nicht gegönnt habe, ist mir offen gestanden nicht mehr so ganz klar.

Um das Positive vorwegzunehmen: die sechs älteren Artgenossen machten abgesehen von ihrer Anwesenheit einen netten Eindruck. Eine Frau erkannte mein Leid und bot sich wenigstens an, die Frühstückstisch-Szenerie zusammen mit mir einzufangen – was ihr gelang, in dem sie sich zwischen den Radgepäckträger des einen oder den Kühlergrill des nachfolgenden Wohnmobils quetschte.

Schlucht entlang des UbayeIrgendwie war die Situation vergleichbar mit der, wenn “man” zu zweit in ein leeres Dampfbad geht und es sich an dem Platz, der den besten Sichtschutz durch den mittig plazierten Ofen bietet, hinsetzt und im nächsten Augenblick mit einer einströmenden Männergruppe in Badehosen konfrontiert wird, die dann in einem südeuropäischen Dialekt über unerkannte Themen schwafelt und keine Anstalten macht, das Dampfbad kurzfristig wieder zu verlassen. Immerhin, die niederländischen Rastplatzzuparker hielten sich nur wenige Minuten auf, wünschten mir dann noch alles Gute und fuhren weiter. Ich hatte wieder meine Ruhe, wenn ich von den unzähligen Fliegen absehe, die zunehmend Gefallen an meinem Frühstück fanden.

Schafherde bei der Auffahrt zum Col de VarsÜber Guillestre führt die Route zum Col de Vars, ebenfalls einem Pass, der oberhalb der 2.000er Marke liegt. Seinen besonderen Reiz zieht dieser Pass aus seiner Streckenführung. Eine schmale, anfangs auch etwas buckelige Straße schlängelt sich zunächst durch eine kleine Felsschlucht, später dann im Grünen zum Pass hoch. Speziell die Fahrt durch die kleine Schlucht bleibt unvergeßlich. Ständig wechselt die Straße die Seite, die dafür genutzten Brücken sind gerade breit genug, dass sie von einem Wohnmobil noch komfortabel überquert werden können. Für die in den Felsen geschlagenen Tunnel gilt das gleiche. Im weiteren Verlauf bemerkte ich zunächst kleine Köttel, die auf der Straße lagen, kurze Zeit später blockierte eine Schafherde, bestehend aus hunderten von Schafen, die Straße. Der Schafe wurden etwas später eine Böschung runtergetrieben. Die Abfahrt vom Col de Vars ist ein weiterer großer Schluck aus der nicht versiegenden Flasche Fahrgenuß auf dieser Tour. Über Saint-Paul-sur-Ubaye und Jausiers passiert die Route dann Barcelonette.

Barcelonette bis Menton

Von Barcelonette aus führt die Route über Uvernet-Fours und den Col de la Cayolle, dem letzten Pass auf der Route, der die 2.000 Marke durchbricht. Die Abfahrt nach Guillaumes ist selbst dort, wo sie bereits flacher wird, ein Traum. Am Ende von Guillaumes zweigt die Route links in Richtung Valberg ab. Eine meist leicht ansteigende, in den Hang des Bergrückens geschlagene Straße führt mal mehr, mal weniger wild gewunden bis Valberg. Wer enge Serpentinen mag, sollte sich in Valberg den Abstecher nach Péone gönnen.

Straße zwischen Valberg und PéonePéone

Die Strecke runter nach Péone lohnt sich für alle, die einfach gerne ihr Moped einen Berg hochjagen – in gewissem Sinne dient die Runterfahrt nur der Vorbereitung für die Kür: den Weg zurück. Im oberen Bereich ist die Straße in einem Abschnitt nicht die beste – der Tanz von Gas, Bremse und Getriebe findet aber in den unteren zwei Dritteln statt und dort ist der Belag perfekt. Eine 180° Kehre folgt auf die nächste, selbst die kurzen Geraden dazwischen sind meistens noch mit kleineren Kurven gespickt. Für die Bestimmung des Durchschnittsverbrauchs würde ich mir eine andere Strecke suchen.

Ausblick vom Col de VarsWenn das Moped Durst hat: in Beuil gibt es direkt an der Abzweigung nach Roubion eine Tankstelle. Die Tankstelle ist gleichzeitig Bar und Bistro, gegen den Durst und Hunger des Fahrers gibt es dort auch Lösungen. Besonders romantisch sitzt man dort aber nicht, die Atmosphäre gleicht der Getränkeausgabe eines Vereinsheims. Ich ließ es daher mit einem Eis am Stil bewenden.

Während ich dort noch stand, genüßlich die Reste meines Magnums schleckte und erste Anstalten machte, mir die Lederjacke wieder über das T-Shirt zu ziehen, hielt eine mit schwarzen Plastikkoffern bestückte V-Storm direkt neben der Tankstelle. Eine zierliche Gestalt stieg vom Soziussitz, eine dickere vom Fahrersitz. Beide nahmen ihre Helme ab. Die dickere Gestalt ging mit dem Blick eines alles bestimmenden und durch viel Essen und wenig Bewegung geformten Mannes in die Bar.

Abfahrt auf der Südseite des Col de VarsDie zierliche Gestalt entpuppte sich als eine schöne, aber etwas traurig dreinblickende asiatische Frau. Mein Blick folgte ihr, sie schaute kurz auf, erwiderte mein Kopfnicken mit einem kurzen Lächeln und verschwand dann in diesem Kabuff von Bistro. Ich weiß nicht, ob ich dem Mann unrecht tue, aber meine Gedanken gingen gleich in eine ganz bestimmte Richtung, was die Entstehung dieser Beziehung angeht.

Von Beuil geht es weiter über den Col de la Couilole und Roubion nach Saint-Sauveur-sur-Tinée. Kurz hinter Roubion gibt es eine kleine Gerade, auf der Anhalten und Umschauen lohnt. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf das auf einem Felsen errichtete und fast schon mittelalterlich wirkende Dorf. Fast schon mittelalterlich wirkt auch die den Felsen des Bergrückens folgende Straße. Zwar ist sie asphaltiert, wenn auch teilweise etwas buckelig, die Straßenführung ist aber ein einziger, zig Kilometer langer Zickzack. Den fünften und sechsten Gang kann man getrost ausbauen, die Hände verweilen konstant am Kupplungs- und Bremshebel.

Weitere Informationen

Für die Route des Grandes Alpes gibt es eine Website in französischer und englischer Sprache, leider mit etwas magerem Informationsgehalt. Speziell der genaue Verlauf der Route läßt sich weder der Website noch dem mehrsprachigen Flyer entnehmen, den sie auf Anfrage zuschicken. In dem Flyer gibt es einen Hinweis über eine spezielle Straßenkarte vom Institut Géographique National, die ich jedem ans Herz legen kann (3615IGN, 3-282118-102426).

Den genauen Verlauf der Route habe ich mir aus den mir zur Verfügung stehenden Informationen ermittelt und in einem Fall im Verlauf der Route dann anhand der Aussschilderung korrigiert. Ich bin mir inzwischen sicher, dass ich die Route genau getroffen habe. Die Beschreibungen auf den gefundenen privaten Websites entpuppten sich leider als falsch oder unvollständig. Alle Informationen in diesem Bericht haben den Status “nach bestem Wissen und Gewissen”, eventuelle Fehler bitte ich an meine Email-Adresse zu melden.

Ab Saint-Sauveur-sur-Tinée wird die Nähe zum Mittelmeer auch auf den Ausschilderungen sichtbar. Das Wort Nizza ist ab jetzt ständig präsent und die Stadt selbst auch nur noch eine zweistellige Zahl entfernt – wenn man den direkten Weg fahren würde. Ich folgte der Route und nicht dem direkten Weg und die Route zweigt wenige Kilometer weiter südlich ab in Richtung Saint-Martin-Vésubie. Die Straße arbeitet sich auch hier entweder in den Fels geschlagen oder auf einer Art Balkon aussen am Felsen entlang den Pass empor.

Passstraße zum Col Saint Martin: mal in den Fels gehauen, mal aussen anbetoniert.Von Saint-Martin-Vésubie geht es weiter bis Roquebillière. In Roquebillière gibt es auf der rechten Seite an der D2565 einen kleinen Supermarkt. Er hat eine Glasfront, vor der sich das bepackte Motorrad abstellen läßt, so daß es immer beobachtet erscheint. Ein gute Möglichkeit, den Tankrucksack etwas aufzufüllen. Am Ende von Roquebillière zweigt die Route wieder links ab, diesmal über eine kleine Nebenstraße, die später auf die D70 nach La Bollène-Vésubie führt. Bis Menton am Mittelmeer ist es nicht mehr weit und das Beste hast du hinter dir, dachte ich, dann kam der Col de Turini.

Col de Turini: Motorradparadies zum Ende der Route (Westseite)Wer immer diese Passstraße entworfen hat – es muß ein leidenschaftlicher Motorradfahrer gewesen sein. Aufgrund der im Vergleich zu anderen Pässen auf der Route eher bescheidenen Höhe von gut 1.600 Metern liegt die gesamte Passstraße im Grünen. Aber ob einem nun die kargen Felsen der höheren Pässe gefallen oder der bewachsene Col de Turini: die mal weiten, mal engen aber immer ehrlichen Kurven werden vermutlich jeden Mopedfahrer begeistern. Die kurzen Geraden sind kaum nenneswert und dienen bestenfalls der Vorbereitung auf die nächste Kurvenlinie. An diesem Pass mußte ich mich zusammenreissen: ich wollte immer wieder einen Gang runterschalten, um den Pass flotter zu fahren, alleine das Ungewisse hinter der nächsten, nicht einsehbaren Linkskurve hielt mich zurück.

Ab Moulinet wurden die Zwischengeraden wieder etwas länger, kurze Zeit später führt die Route durch Sospel. Menton und das Mittelmeer sind nur noch wenige Kilometer entfernt, die Route bietet aber noch einen kleinen Nachtisch: den Col de Castillon. An dem Passübergang befindet sich ein Tunnel, direkt dahinter eine kleine (private) Parkbucht. Wer hier anhält und sich hinten an der Parkbucht an den Zaun stellt, kann den Blick auf das Mittelmeer geniessen. Zeit Abschied zu nehmen, von der Route, die wenige Kilometer später am Ortsschild von Menton endet, zumindest gefühlsmäßig dort endet. In meinem Fall am Mittwoch um 18:21 Uhr – der Kilometerzähler stand jetzt auf 34.806.

Der Blick zurück

Col de Turini: Motorradparadies zum Ende der Route (Südseite)Der Blick zurück läßt sich am einfachsten in den fünf Buchstaben “Seufz” ausdrücken, ich möchte diesen tiefen Seufzer aber noch erläutern. Das Motorradfahren in Frankreich ist sicher nicht ungefährlicher als in Deutschland, aber in einer gewissen Form angenehmer. Die französischen PKW- und LKW-Fahrer empfand ich als mehr oder minder durchgehend motorradfreundlich, was sich in der gesamten Fahrweise widerspiegelt. Sobald ich im Rückspiegel auftauchte, fuhren die meisten sofort an den rechten Rand, sofern sie nicht für den nächsten Augenblick selbst ein Überholmanöver planten. Es entstanden Lücken, ich wurde vorbeigewunken, offensichlich hängt das Ego der französischen Kraftfahrzeugführer nicht davon ab, ob sie überholt werden. Die französischen Biker bedankten sich mit einem seitlich ausgestreckten rechten Bein, wenn jemand sie vorbei ließ – ich habe diese Geste einfach übernommen.

Blick auf das Mittelmeer vom Col de CastillonDie Route des Grandes Alpes hat heute für die Lenkung der wesentlichen Verkehrsströme keine große Bedeutung mehr – von der Skisaison einmal abgesehen. Wenn ich meine Fahrt mit den Videos und Berichten aus der Schweiz, Ö?sterreich oder Norditalien vergleiche, kann ich das Verkehrsaufkommen nur als praktisch nicht existent bezeichnen. Von kleineren Verbindungsstücken in den Tälern abgesehen, empfand ich den Verkehr nie als lästig. Teilweise fuhr ich kilometerweit, ohne auf ein anderes Fahrzeug zu stoßen – den Gegenverkehr eingerechnet. Da es weiterhin nur sehr wenige und dann auch sehr sinnvoll erscheinende Überholverbote gibt, ist zusammen mit der oben beschriebenen Fahrweise das Überholen selbst dann kein Problem, wenn sich der Passverkehr hinter einem Wohnmobil anstaut.

Details zur Route

Aber auch losgelöst von der Fahrweise und dem Verkehr ist die Strecke einfach ein in Thonon-les-Bains beginnender und erst in Menton endender Traum. Dichte Wälder, mit Büschen und Gestrüpp bekleidete Höhen, karge Felslandschaften – langweilig wird die Landschaft nie, teilweise bleibt einem beim Blick über die Täler der Atem stehen. Die vor Kurven strotzenden Straßen passen sich dieser Ursprünglichkeit an und verzichten meistens auf seitliche Leitplanken. An zahlreichen Stellen gibt es noch kleine Mauern, ansonsten bestimmt der eigene Respekt vor der Tiefe neben der Straße das eigene Tempo. Die Route ist nicht unbedingt leichte Kost, aber es heißt ja auch, dass sie eine Königin wäre. Königinnen sind meistens starke Persönlichkeiten und starke Frauen sind selten einfach.

Wenn ich mit meinem Hauch von französischer Sprachkenntnis nicht daneben liege, sagt man in Frankreich ‘adieu’, wenn man Lebewohl meint und ‘salut’, wenn man sich wiedersehen möchte. In diesem Sinn:

Salut, Königin.

142 Kommentare zum Artikel “Route des Grandes Alpes”

  1. Ein hervorragend ausgearbeiteter, absolut lesenswerter Bericht. Bin die Route im Juli 2014 gefahren und habe auf meiner privaten Internetseite »www.stefans-logbuch.de« unter der Rubrik »Motorradtouren« ebenfalls einen Reisebericht eingestellt. Einige unserer Fotostellen und Anmerkungen (z.B. über die nicht vorhandene Randabsicherung bei der Auffahrt zum Col d´Iseran und die eine besonders hohe Aufmerksamkeit erfordernden Kehren am Col de Turini) sind identisch.

  2. Hallo,

    sehr toller und detaliert Bericht hat sich gut gelesen und nun meine Frage… Wie sieht es aus mit Hotels im Juni Juli ist vorbuchen notwendig????

    Möchte die Tour im Cabrio machen und freue mich schon… Falls noch jemand plant vielleicht macht man ja eine Wagenburg…

    Ich wäre Dankbar für Berichte der Hotelsuche…
    Kontakt ist über meine Website möglich…

    Danke Ingo S.

    • Hallo Ingo,
      wir wollen die Tour ebenfalls mit 2 Roadster im Juli 2015 fahren – Mann wird älter und bevorzugt die Sitzheizung der Griffheizung der F800R *g.
      Die Reisebeschreibungen hier und auf der Seite von “Stefan” sind wirklich klasse und detailreich ausgearbeitet.
      Wir haben 2 Tage eingeplant (4 Tage an der Cote) und für die Übernachtungen in Thonon-les-Bains und Briancon ein Hotelzimmer gebucht – sicher ist sicher.
      Viele Grüße
      Peter aus schwäbich Frankenland

  3. Hallo Walter,

    wir sind nit unbedingt die richtigen “Abenteuertypen” und möchten auch a bissl Gepäck sparen.
    Eine Luxusunterkunft brauchen wir nicht, a Bett zum schlafen und sauber solls sein.

    Wir wohnen nicht allzuweit von Innsbruck entfernt, woher kommt denn ihr?

    Lg und a schönes WE
    Karin

  4. Hallo Michael,

    wir sind eine Woche später dran als ihr. Danke für den Tip zwecks vorbuchen.
    Dann können wir alle nur auf schönes Wetter hoffen, das wir mit einem Sammelmail beim Petrus bestellen könnten :-)

    Auf jeden Fall bin i scho sehr gespannt auf die Tour.

    Liebe Grüße aus Nordtirol
    Karin

  5. Hallo
    wir, 7 Mopedfahrer, sind die Route von Ludwigshafen/Rhein aus im September 2013 gefahren. 1.Tag Ludwigshafen-Thiory 2.Tag Thiory-Jausiers 3.Tag Jausiers-Menton-Callianetto 4.Tag Callianetto-Zürich 5.Tag Zürich-Ludwigshafen. Wir hatten Super Wetter und es war einfach wunderschön. Oben schön kühl :-) an der Côte d’Azur bobbelwarm. September ist kein schlechter Reisemonat.

  6. hallo
    ich plane die Tour RDGA im September 2015. Ich möchte aber nur bei schlechtem Wetter in ein Hotel ansonsten auf einem Campingplatz oder irgendwo im Freien übernachten. Ich habe dazu die entsprechende Ausrüstung. Mein Zelt ist schnell aufgebaut, Kaffee kann ich mir kochen und ein paar Tage aus Dosen und Tüten leben ist für mich kein Problem, bin darin erprobt vom Bergsteigen.
    Hat jemand diese Tour schon mal mit Übernachtung im Zelt gemachtund kann mir ein paar Tipps geben? Ich wäre sehr dankbar dafür,
    Grüße vom Chiemsee

    • hallo Rainer,
      ich werde ab dem 2. septemberwoche die tour fahren. so ungefähr wie Du, also mit zelt. vor 2 jahren war ich schon einmal auf einem teilstück unterwegs, zeltplätze sind leicht zu finden und auch orte zum wild campen.alles easy.
      gruss aus dem schwarzwald

  7. Hallo,
    ich wollte mich eigentlich nur recht herzlich für die tolle Tourbeschreibung bedanken!!!
    Bin die Route im Juni (dank deiner guten Beschreibung) komplett abgefahren und schwer begeistert!!!
    Den Cime de la Bonette hab ich auch noch mitgenommen (lohnt sich auf jeden Fall der Abstecher)!
    Für alle die diese Tour noch vor sich haben, Viel Spaß, es lohnt sich wirklich!
    Und nochmals Danke für den Super Bericht!
    Sascha aus Berlin!

  8. Hallo, ich wollte mich auch bedanken für den Bericht (super), habe ich doch so etwas schon lange gesucht. Ich würde die ROUTE auch gern fahren, habe aber nur einen Four-Wheeler (BMW 5er). Würde das auch Spaß bereiten oder ist diese Route nur mit Bike befahrbar?
    Für Eure Meinung herzlichen Dank im voraus.
    Gruß – Jürgen aus Thüringen.

  9. ich werde die Strecke nächste Woche zum 6. Mal in Angriff nehmen, das erste Mal mit Sozia. Wenn man die Route des Grandes Alpes einmal gefahren ist, wird sie zur Sucht.
    Ich werde dieses Mal schnell unterwegs sein und versuchen, am 1. Tag so weit wie möglich zu kommen. Wir haben nur 3 Tage Zeit und wollen unbedingt das Mittelmeer sehen. Mal sehen.
    Auf alles Fälle kann ich diese Straße nur jedem empfehlen, auch einem 4Wheeler. Ich selbst würde diese Strecke mit dem Auto sicher erst nach meinem 80. Geburtstag fahren.

    • Ja klar Roman. Bis 80 will ich nicht warten, aber mit 75 geht’s schon. Wollt’ halt jetzt nicht noch mit dem Bike anfangen, aber reizen tät’s mich schon.
      Danke für die Empfehlung und viele Grüße – Jürgen.

      • Bin vorgestern zurück gekommen. Hab die Tour leider nicht geschafft wg. Regen und Kälte: beim Izoard hab ich abgebrochen und bin Richtung Italien über Mt. Cenis und Montgenevre etc. Immerhin bin ich 2 mal über den Iseran – einmal von Süden, einmal von Norden. Insgesamt hab ich auch 15 (14) Pässe geschafft, hab mir aber die stressige Rückfahrt über Autobahn gespart, weil ich zu wenig Zeit hatte.
        Es war trotz schlechtem Wetter wiedermal genial.

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